Woran Ärzte erkennen können, ob eine Patientin geschlagen wurde oder tatsächlich nur von der Treppe gestürzt ist.
Begleiter, die das Wort ergreifen, sind immer verdächtig. "Meine Frau ist im Badezimmer ausgerutscht", sagt einer. "Sie ist von der Treppe gefallen", sagt ein anderer.
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Ein blaues Auge sollte misstrauisch machen. (© Foto: iStockphoto)
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Wenn ein Mann seine verletzte Frau zum Arzt begleitet und das Gespräch an sich reißt, sollte der Arzt die Wunden besonders kritisch untersuchen, fordern Experten für häusliche Gewalt.
Allerdings haben es Ärzte bei der Suche nach den Verletzungsursachen oft nicht leicht. Selbst wenn sie die Frau unter einem Vorwand ("Wir müssen noch röntgen") ins Nebenzimmer locken, hören sie oft die gleiche Erklärung für Brüche, blaue Flecken und Schürfwunden, wie sie zuvor der Mann gab.
"Die Opfer schämen sich, sie wollen nicht sagen, dass sie misshandelt wurden", sagt der Rechtsmediziner Hans-Dieter Tröger von der Medizinischen Hochschule Hannover.
Einem geschulten Arzt aber können sie nichts vormachen. Wer Verletzungen aufmerksam untersuche und dokumentiere, erkenne in den meisten Fällen, ob die Erklärung stimmen kann, so Tröger. Mit seiner Erfahrung bestätigt er eine aktuelle Untersuchung aus den USA, die sich genauer mit den Spuren von Gewalt im Gesicht beschäftigt.
Ein Team von der Temple University School of Medicine in Philadelphia kommt nach der Untersuchung von 326 weiblichen Gewaltopfern zu dem Schluss, dass häusliche Gewalt ganz charakteristische Verletzungen verursacht, wie sie durch gewöhnliche Unfälle kaum entstehen (Archives of Facial Plastic Surgery, Bd.1, S.48, 2009) .
Verdacht nach wiederholten "Missgeschicken"
Zum Beispiel kommt es bei Übergriffen besonders häufig zu komplizierten Brüchen der Wangenknochen und zu Hirnverletzungen. Auch werden oft die Knochen um die Augenhöhle verletzt.
Ärzte können aber nicht nur an der Art der Verletzung Hinweise auf Misshandlung entdecken. Verdächtig ist es auch, wenn ein Opfer beim Erzählen seiner Geschichte den Blickkontakt meidet oder wenn es erst einige Zeit nach dem vermeintlichen Unfall einen Arzt aufgesucht hat.
Schließlich sollten die Alarmglocken immer dann läuten, wenn einem Patienten zum wiederholten Mal ein "Missgeschick" passiert sein will und wenn verschiedene Verletzungen am Körper unterschiedlich alt sind. "Blaue, grüne und gelb verfärbte Hämatome sind ein klarer Hinweis auf wiederholte Gewaltanwendung", sagt Tröger.
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Linke-Parteitag in Göttingen
"Ohnehin sollten Ärzte immer Verdacht schöpfen, wenn eine Patientin Wunden an der rechten und an der linken Körperseite hat," zitieren Sie Hans-Dieter Tröger.
Schon mal auf die Idee gekommen, dass auch Frauen gegenüber Männern gewalttätig werden? Und das nicht zu knapp?
Nur mit dem Unterschied: auf neun Frauen, die bei der Polizei Anzeige erstatten, weil sie geschlagen wurden, kommt nur ein Mann. Die Scham, sich als Opfer häuslicher Gewalt zu offenbaren, ist bei Männern viel größer. Daher die Zurückhaltung bei der Anzeigeerstattung.
Und weil das so ist, sollte man gerade bei Männern genau hinsehen und nachfragen, ob die Verletzung wirklich durch einen Unfall verursacht wurde oder durch Gewalt.
Ansonsten müsste man nämlich den Eindruck haben, als sei Gewalt gegen Männer der Öffentlichkeit vollkommen egal. Und dieser Eindruck ist doch wohl falsch, oder?
@szl3636
ich glaube, sie haben da etwas missverstanden.
es geht nicht um die hämatome an sich, sondern, dass es auffällig sein kann, wenn einer person angeblich immer wieder missgeschicke passieren und sie deshalb ständig hämatome unterschiedlichen "reifegrades" mit sich herumträgt.
weil ein bluterguss verfärbt sich ja langsam von blau nach grün nach gelb....
"Blaue, grüne und gelb verfärbte Hämatome sind ein klarer Hinweis auf wiederholte Gewaltanwendung", sagt Tröger.
Sind sie nicht. Meine Frau hat es letztens geschafft einen Baumstamm so auf die Sackkarre fallen zu lassen, dass deren Griff dann mit einiger Wucht neben ihrem linken Auge eingeschlagen ist.
Und ja, das ist fürchterlich peinlich. Was sollen die Leute denken?
Schön, dass man solche Peinlichkeiten auch noch via Presse verschärfen muss.
Sachsen-Paule:Statistisch gesehen verüben Frauen mehr Gewalt an Männern als andersherum
..
bitte legen sie doch einen quellennachweis bei, damit ich mich selbst davon überzeugen kann.
@apfelbutzn:
Statistisch gesehen verüben Frauen mehr Gewalt an Männern als andersherum - wobei hierbei weniger körperliche Verletzungen dokumentiert werden weil a) Frauen meist körperlich unterlegen sind und daher b) häufger Verbale und soziale Gewalt gegen ihre Männer richten.
Man sollte das nicht unterschätzen, zumal die meisten Männer aus Scham ihr Leiden verheimlichen.
Paging