Fruchtsäfte hemmen oft die Wirkung von Arzneien - das kann erhebliche Folgen haben. Auch andere Lebensmittel sind keineswegs so ungefährlich, wie man gemeinhin annimmt.
Ein Glas Pampelmusensaft kann aus einer normalen Tablette eine tödliche Überdosis machen. Davor warnen Fachleute seit Jahren, doch nun müssen sie ihre Warnungen ausweiten: Pampelmusen bedrohen die Gesundheit auch, indem sie die Wirkung wichtiger Arzneien schwächen, berichtete David Bailey von der University of Western Ontario auf der Tagung der American Chemical Society.
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Gefährliche Frucht: Der Saft der Pampelmuse kann die Wirkung von Arzneien erheblich beeinflussen. (© Foto: d-g/www.pixelio.de)
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Er präsentierte erste Studien an Menschen und betonte zugleich: Das Ganze gilt nicht nur für Pampelmusen und Grapefruits (eine Kreuzung aus Pampelmuse und Orange), sondern auch für Apfelsinen und Äpfel.
Die Früchte nehmen etlichen Arzneien die Wirkung - auch solchen gegen lebensbedrohliche Krankheiten. Das Antiallergikum Fexofenadin gehört dazu, das Krebsmittel Etoposid, mehrere Betablocker und Antibiotika.
Ich bin sicher, dass wir noch mehr Medikamente finden", so Bailey. In seiner neuesten Studie nahmen Freiwillige ein Antihistaminikum ein. Mit Grapefruitsaft kam nur die Hälfte des Medikaments im Blut an.
Mineralwasser meiden
Bailey und die Grapefruit sind alte Bekannte. Es war der Pharmakologie-Professor, der 1991 entdeckte, wie gefährlich die Früchte Patienten werden können. Dabei hatte er in einem Versuch nur den bitteren Geschmack eines Blutdrucksenkers mit Grapefruitsaft vertuschen wollen.
Viele Patienten mussten schon unter dem Grapefruit-Effekt leiden. Manche sind gar gestorben. Die Deutsche Herzstiftung berichtete vom Tod eines 29-Jährigen, in dessen Blut wegen seines täglichen Saftkonsums die 30-fache Menge eines Antiallergikums schwamm. Inzwischen sei der Effekt bei mehr als 50 Arzneien bekannt, darunter Schmerztabletten, Antidepressiva und die Anti-Baby-Pille, sagt Thomas Eschenhagen vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf.
Ihr Geheimnis ist den Pampelmusen entlockt: Der Stoff Naringenin, der den Früchten ihre Bitterkeit verleiht, hemmt Stoffwechselwege: sowohl die CYP450-Enzyme, die Fremdstoffe abbauen, als auch - wie Bailey nun entdeckte - den Transporter OATP1A2, der Stoffe vom Darm ins Blut befördert.
Es würden immer mehr Wechselwirkungen von Arzneien und Lebensmitteln bekannt, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Auch Milch, Tee, Rotwein, Knoblauch, Kresse und Brokkoli könnten Therapien beeinflussen. Sogar Mineralwasser: "Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte Tabletten mit Leitungswasser einnehmen."
- Allergien Niesen und genießen 30.04.2005
(SZ vom 20.08.2008/gal)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Grapefruit-Saft ist erst ab ca. 0,5 Liter pro Tag regelmäßig für Arzneistoff-Metabolismus relevant. Mineralwasser mit hohem Calcium oder Magnesium-Gehalt stört die Aufnahme von bestimmten Antibiotika und Osteoporose-Medikamenten, aber ansonsten ist es völlig irrelevant.
Faszinierend find ich mal wieder wie ein schlecht recherchierter Artikel gleich als Argumente gegen die fiese Pharmaindustrie verwendet wird, als ob die SZ das Sprachrohr von Pfizer wäre.
Grauenhaft, dieses ganze Obst, Gemüse, Mineralwasser, und was es sonst noch an natürlichen Lebensmitteln gibt. Überall Gefahr, Krankheit, Gift, Tod, ... ach je.
Wann bringen uns die Pillendreher endlich das im Labor designte Tubenfutter, das zu den Medikamenten passt, mit den pharmazeutischen Wirkstoffen abgestimmt ist, der Industrie erhöhte Umsätze beschert, und uns glücklich macht?
Dann müsste die Pharmaindustrie nicht mehr solche unsinnigen Studien finanzieren, bräuchte nicht mehr solche schlimmen Artikel lancieren, die uns alle beunruhigen, Journalisten müssten nicht mehr solchen Quark schreiben, und die Aktienkurse der Unternehmen würden steigen. Und wir müssten nicht mehr dieses ganze schrecklich gefährliche Obst und Gemüse essen, könnten bedenkenlos Tabletten und Stimulanzien in uns reinstopfen, damit wir angemessen funktionieren, bräuchten uns nicht mehr den heimtückischen Gefahren der Natur aussetzen und wären wieder dem Zustand ein wenig näher gekommen, in dem wir nicht mehr ständig und unentwegt Angst vor dem Leben haben müssten.
Die Wechselwirkungen von Arzneimittel sowohl untereinander als auch mit den Inhaltsstoffen der Nahrung sind sicher für Apotheker, Äzte und Patienten bedeutsam.
Allerdings ist der Redakteur hier seinem Halbwissen erlegen. Der Verzehr einer Pampelmuse oder das unregelmäßige Trinken von einem Glas Pampelmusensaft führt keineswegs zu einer gefährlichen Wechselwirkung. Ich denke diese unsachliche Berichterstattung fürhrt zu einer Verunsicherung von Patienten und den sie versorgenden Ärzten und Apothekern und sollte tunlichst durch einen besser recherchierten Artikel in seiner Aussage korrigiert werden. Auch das kurze Andeuten weiterer Nahrungs- und Genussmittel, trägt zu einer weiteren Verunsicherung bei.
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Da hilft nur eines: Freie Bahn für die Pharmacie und endlich ein Verbot für Pampelmusen, Grapefruits, Orangen und Co.......
und Mineralwasser. Hätte ich fast vergessen.
Paging