Feuerläufer sind überzeugt, dass der Glaube an eigene Fähigkeiten ihre Füße vor Verbrennungen schützt. Was ist dran?
Seit Tausenden Jahren testen Menschen ihren Mut, indem sie über glühende, bis zu 700 Grad Celsius heiße Kohlen laufen.
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Feuerläufer in Japan. Man braucht Mut - und das richtige Tempo. (© Foto: AP)
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Und mit der richtigen Einstellung, so heißt es, kommt man dabei ohne Verletzungen davon und spürt auch keine oder kaum Schmerzen. Wie kann das sein, wenn doch bereits der Funke eines Grillfeuers uns verbrennen kann?
Zuerst einmal: Natürlich kann man sich beim Laufen über die Kohle verletzen. Wer unterwegs stehen bleibt, dem hilft auch das ausgeprägteste Selbstbewusstsein nichts.
Es kommt deshalb darauf an, auf jeden Fall im normalen Lauftempo oder zügig über den glühenden Weg zu schreiten, der meist wenige, manchmal aber auch mehrere Dutzend Meter beträgt. Dann aber, so verheißen Feuerlauf-Seminare, muss man nur noch an sich selbst glauben - und schon bleiben Schmerzen und Brandblasen aus oder sind zumindest erträglich.
Doch ist es tatsächlich der geistige Zustand, der unsere Füße für Schmerzen unempfindlich macht und unsere Haut vor Brandblasen schützt? Helfen uns die eigenen Anfeuerungsrufe und die Begeisterung der anderen Seminarteilnehmer bei dieser Prüfung?
Eine Frage der Wärmeleitfähigkeit
In erster Linie ist es einfach nur Physik, die Feuerläufer vor Verletzungen schützt. Es gibt nämlich gute Wärmeleiter - etwa Metall - und schlechte. Und zu den schlechten gehören Holz und Asche. Deshalb verbrennt man sich zum Beispiel leicht an einer Metallgabel, die noch in der Lasagne im heißen Ofen steckt, der Holzgriff der Gabel dagegen gibt einem die Chance, ohne Brandblase davonzukommen.
Kohle braucht also eine Weile, bis sie Gegenstände, mit denen sie in Kontakt kommt, zu erhitzen. Und Wasser, aus dem unser Körper zum großen Teil besteht, hat ebenfalls nur eine niedrige Wärmeleitfähigkeit.
Die Hitze wirkt also langsam. Und bei dem Tempo, in dem ein Feuerlauf üblicherweise bewältigt wird, berührt der Fuß nicht länger als eine halbe oder ganze Sekunde die Kohle. Und diese ist meist auch noch von einer Schicht Asche bedeckt.
Rennen sollte man allerdings auch nicht, da das Körpergewicht dabei auf eine kleinere Fläche wirkt und der Kontakt zum heißen Untergrund intensiver wird.
Außerdem wird die Hitze teilweise auch von unserem Blut abgeleitet - unsere Füße sind gewissermaßen aktiv gekühlt.
Auszuschließen ist ein gewisser psychologischer Effekt der Vorbereitung auf den Feuerlauf aber nicht. Bekanntlich kann Angst Schmerzen verstärken - und der Gedanke, mit bloßen Füßen auf glühende Kohlen zu treten, ist natürlich beängstigend. Furchtlosigkeit ist also eine gute zusätzliche Voraussetzung, den Feuerlauf ohne größere Einschränkungen im Wohlbefinden zu absolvieren.
Man kann also feststellen, dass bei einem Feuerlauf nicht der Geist über die Materie siegt, indem wir unseren Körper auf metaphysische Weise gegen die physikalischen Wirkungen des Feuers wappnen. Es ist vielmehr so, dass wir unsere (in diesem Fall übertriebene) Angst vor der Glut bewältigen. Und wem das gelingt, der macht natürlich eine äußerst positive Erfahrung.
Michael Shermer, monatlicher Kolumnist für Scientific American, berichtet in einem YouTube-Video über seine eigenen Erfahrungen mit dem Feuerlauf.
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(sueddeutsche.de)
Single Awareness Day
Ich habe deutlich von reduzieren und nicht von erklären geschrieben. Es ist rein gar nichts gegen eine Erklärung einzuwenden, nur wird aus meiner Sicht versucht es eher zu reduzieren statt zu erklären. Aufklärung bedeutet es komplett auf zu klären. Dies ist ja offensichtlich auch in diesem Artikel nicht der Fall, wenn der Autor mit den Worten schliesst:
"Auszuschließen ist ein gewisser psychologischer Effekt der Vorbereitung auf den Feuerlauf aber nicht. ..." Es bleibt ihm also eine Res den er nicht eklären kann, nur er meint zu wissen, das dies nicht mit Geist sondern eher mit Psychologie zu tun hat.
Das ist in meinen Augen ein eindeutiger Versuch etwas zu reduzieren. Auch in dem weiteren Leserkommentar eines Feuerläufers kann man deutlich lesen, das die Erklärung des Artikels wohl nicht ausreichen kann. Daher glaube ich, ist hier durchaus auch Kritik angebracht- auch wenn sie nicht gern gesehn wird. Aufklärung tut sicher not!
.. ist mein Beitrag gleich gelöscht worden. Wie schön. Um z.B. den auf die Frage zu Antworten, was passiert wenn mann ein Stück Fleisch direkt auf die Kohlen legt: es fängt sofort an zu verbrennen!
Mir ist es absolut schleierhaft inwiefern mein Beitrag gegen die Netiquette oder ähnliches verstossen hat. Er passt offenbar eher nicht in den Mainstream.
Mit freudlichen Grüßen
Zitat Enja5:
"Also ich kann hier nichts besonderes lesenswertes erkennen, ausser dem seit einer Weile daurenden Versuch alles mögliche wissenschaflich zu reduzieren."
Seit einiger Zeit? So ungefähr seit der Aufklärung wird versucht alles wissenschaftlich zu erklären und das ist gut so. Schließlich gibt es einen Grund, warum uns der liebe Gott/die Evolution mit Hirn ausgestattet hat - nämlich den Fragen zu stellen und Antworten zu finden die rational erklärbar sind.
Komisch wird es nur dann, wenn Du vor dem Feuer stehst und dann einer sagt "Ist ja komplett heruntergebrannt hier!" Ein Schubkarren voller glühender Kohle wird angekarrt. Frisch vom Feuer. Auf dem Boden verteilt. Glutrot. Go! Unverletzt.
Noch komischer ist es, wenn Leute sich verbrennen, weil sie den Focus verlieren oder plötzlich Panik bekommen. Zisch! Aua!
Es gibt Feuerläuft, bei denen die Kohlenstrecke 50 Meter beträgt. "Mind over matter", sagen die, die es gemacht habe. Geile Sache sage auch ich, selbst wenn meine Kohlenstrecke "nur" jeweils ca. 10 Meter war.
Feuerlaufen ist letztendlich nur eine Metapher - es geht darum, sich zu 100% auf eine Sache zu konzentrieren - und ein Ziel zu erreichen.
Schade...und ich habe bisher so gerne gegrillt. Ihren Erläterungen zufolge müßte das Fleisch allerdings schon beim Auflegen verbrennen und dann hätte sich das mit dem saftigen Steak leider schon erledigt.. bei meinen bisherigen Erfahrungen hat es glücklicherweise immer ein paar Minuten (je nach gewünschtem Bräunungs-/Gargrad) gedauert. Ist Ihnen irgendwann mal aufgefallen, daß diese ' Hitze' erst nach einer gewissen Zeitspanne 'sehr spürbar' wird und Sie sich keinesfalls sofort beim Herantreten verbrennen? Jemals mit dem Finger durch eine Kerzenflamme gefahren (ca. 1400°C (Außenseite)-1200°C (im hell leuchtenden Teil)?
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