Ökonomen und Ökologen haben ausgerechnet, welchen wirtschaftlichen Wert es hat, dass Bienen und andere Insekten Kulturpflanzen bestäuben: 153 Milliarden Euro.
Sie tun es gratis. Und was es heißt, wenn sie ausbleiben, wissen Bauern schon lange. Nun aber haben Ökonomen und Ökologen aus Frankreich und Deutschland erstmals ausgerechnet, welchen wirtschaftlichen Wert es hat, dass Bienen und andere Insekten Kulturpflanzen bestäuben.
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(© Foto: dpa)
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Als sie die Abhängigkeit der 100 wichtigsten Kulturpflanzen von den Bestäubern untersuchten, kamen sie auf die Summe von 153 Milliarden Euro. Demnach verdankt man den Insekten knapp ein Zehntel des Gesamtwertes der Weltnahrungsmittelproduktion.
Mit jeweils 50 Milliarden Euro beziffern die Wissenschaftler aus Avignon, Montpellier und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ in Halle die Wertschöpfung von Bienen und Hummeln in der Obst- und Gemüsezucht.
Für weitere 39 Milliarden Euro machten sie sich bei der Vermehrung von essbaren Ölfrüchten nützlich; 14 Milliarden Euro entfielen auf Kaffee, Gewürze und Nüsse. Die weltweit wichtigsten Nahrungspflanzen Reis, Mais und Weizen benötigen die Bestäubungsdienste nicht für ihre Fortpflanzung.
In ihren Kalkulationen entdeckten die Forscher auch eine Gesetzmäßigkeit: Je höher die Abhängigkeit einer Pflanze von Bestäubern, desto höher sei der Preis der Frucht auf dem Weltmarkt, schreiben sie in ihrer Studie, die im Fachjournal Ecological Economics (online) erschienen ist.
Würden die Bestäuber komplett verschwinden, wäre der wirtschaftliche Ausfall weit größer als 153 Milliarden Euro. Die Weltagrarproduktion bräche nicht komplett zusammen, wie die Autoren betonen. "Wir versuchten abzuschätzen, wie der Verlust kompensiert werden könnte", sagt Josef Settele, Ökologe am UFZ. "Um ohne Bestäuber Früchte und Vitamine zu erzeugen, wird der Aufwand natürlich größer."
Es gebe zum Beispiel die Möglichkeit, die Pflanzen per Hand durch den Menschen zu bestäuben. Nur wäre dann die Produktion durch den zusätzlichen Aufwand erheblich teurer: Der Verlust wird in der Studie auf 190 bis 310 Milliarden Euro geschätzt. Doch dies sei ein Extremszenario, von dem die vier Forscher jedoch nicht annehmen, dass es eintreten wird - allen regelmäßig auftauchenden Berichten über massenhafte Bienensterben zum Trotz.
Käme es dennoch dazu, wären besonders Länder wie die der Europäischen Union betroffen, 84 Prozent der hiesigen Wirtschaftspflanzen sind von Bestäubern abhängig. Global betrachtet seien die Länder der Nordhemisphäre verwundbarer als die im Süden.
Ihre Studie sei aber keine Vorhersage, heben die Autoren hervor. Man habe mögliche Anpassungsstrategien der Menschen und der Natur nicht berücksichtigen können. Für ihn und seine Kollegen sei es wichtig gewesen, zu zeigen, dass "es möglich ist, so was überhaupt zu berechnen", sagt Settele.
Wie viel die Arbeitsleistung einer Honigbiene wert ist, kann Settle aber nicht beziffern. "Wir wissen ja nicht einmal sicher, wie viele Arten es auf der Welt gibt."
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(SZ vom 17.09.2008/mcs)
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Rechnen tun nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die Industrie.
Nämlich mit einem Umsatzplus von min. 150 Milliarden für Phytohormone.
Die können sie nämlich an die schlauen Landwirte verkaufen, um die Befruchtung in einer nahen Zukunft zu gewährleisten, die nach dem großflächgigen Aussterben der Bienen und Schmetterlinge nicht mehr gewährleistet war.
Liebe Leute, zählt mal die Schmetterlinge, Florfliegen und Schwebfliegen dieses Sommers.
Fällt Euch was auf ???
Wir reden so gerne vom schmutzigen China und von dem krassen Artensterben in Drittweltländern und vergessen dabei, dass wir hier und jetzt massenhaft Tier- und Pflanzenarten vernichten.
Solange unsere Bienen und Schmetterlinge systematisch auf den Agrarflächen hingerichtet werden, kann ich als Imker meinen Bestäubungsdienst nicht ausüben.
Imkerei Bienenwabe
Bienen sind wichtig. Punkt. Einen finanziellen Wert bestimmen zu wollen, würde doch bedeuten, dass ausgerottete Bienen "ersetzt" werden könnten. Das ist aber nicht der Fall. Wenn Bienen durch Insektizide und genmanipulierte Pflanzen sterben, dann kann man sie eben nicht einfach ersetzen wie irgendwelche materiellen Dinge. Das ist doch der Punkt.
Was ist einem Verdurstenden ein Liter Wasser wert ? Wir reden hier von unseren Existenzgrundlagen und die haben nun einmal keinen materiellen Wert, sondern einen existenziellen. Ohne die Natur kein Überleben - oder wollen Sie etwa von Ihrem Börsen-Portfolio abbeißen ?
Ich fuerchte, ich habe mich falsch ausdgedrueckt. Ich denke mit dieser Rechnung wird dem "Wert" einer Spezies, wenn man sie denn mit Geld aufwiegen moechte, absolut nicht gerecht. Mir stellt sich naemlich sofort die Frage, ob auch die Folgekosten eingerechnet wurden (z.B. Die Kosten fuer das natuerliche Ueberleben vieler Arten), auf die wir Menschen auf die eine oder andere Art auch noch angewiesen sind. Ich denke naemlich, dass sie es nicht sind!!!
Am meisten stoert es nich jedoch, dass in dieser zunehmend matrialistischen Welt versucht wird alles mit Geld aufwiegen zu koennen. Vor allem deswegen sind solche Zahlen wie die im Text erwaehnten 153 Mrd nichts weiter als eine Lachnummer!!!
Die Wissenschaftler haben gezeigt, das Bienen wichtig sind. Auch finanziell. Sie deshalb als Krank zu bezeichnen ist wohl völlig fehl am Platz. Völlig krank wäre es, wenn man das mit dem Nationalsozialismus oder dem Holocoaust in Verbindung bringt. Wer soetwas tut, dem kann ein Menschenleben nicht viel wert sein.
Sorry, aber diese "Wissenschaftler" haben nicht alle Tassen im Schrank. Jedem Teil der Schöpfung einen bestimmten finanziellen Wert zuordnen zu wollen ist KRANK.
Frage: Sind nur Dinge etwas wert, mit denen sich ein finanzieller "Gewinn" verbinden lässt ? Wenn man diesen Gedanken konsequent zu Ende denkt, was ist dann z. B. ein arbeitloser Mensch wert ? Homo homini lupus (der Mensch ist des Menschen Wolf).
Ich hätte nie gedacht, dass sich der Nation.alsozialismus und der Holoc.aust in ihren Auswirkungen wiederholen könnten. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ersetzt man im "Stürmer" alle Wörter "Ju.de" mit "Arbeitsloser" dann dreht sich einem der Magen um (vor allem, wenn man häufig Kommentare in diesem Forum liest).
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