Was tun Schimpansen auf einem Laufband mit Atemmaske? Ganz einfach: Sie sollen helfen zu klären, ob der aufrechte Gang einen Evolutionsvorteil brachte.
Für eine Banane oder einen Schluck Saft machen Schimpansen im Labor die merkwürdigsten Sachen: zweibeinig über ein Laufband gehen zum Beispiel, mit einer Atemmaske vor dem Gesicht.
Eine Hommage an die historische Darstellung der Evolution des Menschen: Die Fortbewegung auf vier und zwei Beinen. (© Foto: C. Wolinsky)
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Anthropologen von drei amerikanischen Universitäten wollten mit diesem Test ihre These beweisen, dass der aufrechte Gang für Vorfahren des Menschen ein Trick gewesen sein könnte, Energie zu sparen. Die Forscher verglichen darum den Laufstil von fünf Schimpansen auf vier und zwei Beinen mit dem von vier Menschen. Über die Maske erfassten sie Sauerstoff- und Energieverbrauch.
Tatsächlich kamen Menschen pro Kilogramm und Meter Wegstrecke mit einem Viertel der Energie aus, die Affen auf vier Beinen benötigten (PNAS, online). Doch drei der fünf Schimpansen brauchten mehr Energie auf zwei als auf vier Beinen.
Das können die Anthropologen sogar biomechanisch erklären: Erstens zwingen die kürzeren Hinterbeine die Affen zu mehr kurzen Schritten, zweitens liegt ihr Schwerpunkt aus anatomischen Gründen beim zweibeinigen Gang nicht über, sondern vor der Hüfte, was sie mit Muskelkraft ausgleichen müssen.
Nur zwei Affendamen lieferten den Forschern Grund zur Freude: Die eine kam auf zwei Beinen ein wenig, die andere deutlich energiesparender voran. Sie machte auf dem Laufband längere Schritte und beugte Knie und Hüften stärker als ihre Artgenossen.
Die Anthropologen nehmen daher an, dass auch bei den letzten gemeinsamen Vorfahren von Schimpanse und Mensch manche Individuen die anatomischen Voraussetzungen hatten, aufrecht gehend Energie zu sparen. Dieser Vorteil hätte es ihnen - ganz im Sinne der Darwinschen Theorie - erlaubt, mehr Nachkommen zu haben.
Viele Anthropologen nehmen jedoch an, dass mit dem aufrechten Gang Änderungen im Verhalten verbunden waren. Entweder konnten die Vormenschen auf zwei Beinen weiter sehen und Dinge mit den Händen tragen. Oder sie haben die Fortbewegung auf dem Boden perfektioniert, nachdem ihre Vorfahren in Bäumen wie Orang-Utans aufrecht über Äste balanciert waren.
Oder sie haben das zweibeinige Gehen gelernt, als sie immer tiefer in Seen wateten, um Fische zu fangen. In jedem Fall hätte das Energiesparen die Umstellung erleichtert.
(SZ vom 17.7.2007)
Schlosshotels in Polen
Es gibt auch noch eine andere Theorie: Demnach soll der Mensch ein zu früh geborener Affe sein (Stammt von einem französischen Antropologen).
Argumentation:
1.) die längere Stillzeit des kleinen Menschlings
2.) die nackte Haut im Gegensatz zur Behaarung der Affen (Haare wachsen beim Fötus als letztes),
3.) die zurückgebliebene Entwicklung im Mutterleib, die durch eine längere Aufzuchtdauer/Kindeszeit nachgeholt wird; schließlich dauert es beim Menschen ca. 15 Jahre bis zur Geschlechtsreife; ein Schimpansenkind schafft es in 4 Jahren
4.) das noch nicht so gut entwickelte Gehirn, das gegenüber dem des Affen eine total "empty box" ist, aber dafür den Vorteil hat, daß es (weil noch nicht prädisponiert) ungleich lernfähiger ist.
Man kann darüber nachdenken; ich selbst identifiziere mich nicht mit dieser Theorie.
Hm, wohl weil Evolution nicht so rum funktioniert? Es ist die zufällige Mutation, die in den richtigen Umständen einen Vorteil bringt, nicht die Situation die die Mutation erzwingt. Außer ich hab dich da mißverstanden.
Ich hab da schon mal was gelesen kann mich aber nur noch schwach daran erinnern, es hatte etwas mit dem Geburtskanal, Kopfgröße, aufrechtem Gang und den Energiebedürfnissen des menschlichen Gehirns zu tun (der enorm ist im Vergleich zu unserer Körpergröße).
Vielleicht erinnert sich ja noch wer anders?
Zur Erklärung des aufrechten Gangs der Menschen wird oft durch Energieverbrauch bzw. andere Vorteil als Grund angesehen. Damit wird aber die Frage nicht beantwortet, warum gerade die Menschen dieser Wege eingegangen und aber nicht die andere Menschenaffen.
Ich denke, es muss eine biologische Veränderung gegeben haben, die diese Vorteile dauerhaft machte. Vermutlich durch eine Mutation, die nicht unbedingt auf Energiesparen oder andere Vorteile des Aufrechtlaufens veranlasst wurde, sondern durch eine andere Grund heraus diese Mutation stattfand.
Ich habe bisher darüber nirgendwo was gelesen.
Gibt es solche Erklärungsmodelle?
Warum suchen wir eigentlich so gerne nach der *einen allesumfassenden* Antwort? Ist es denn nicht viel sinvoller solche Sachen wie aufrechten Gang von einer umfassenderen Seite zu sehen und zu sagen "Ok, es gibt eine Reihe von Vorteilen, man spart Energie, sieht weiter, hat die Hände frei, zumindest solange bis man die Keule entdeckt, bekommt an 2 Gliedmaßen weniger Dornen und kann besser Dudelsack spielen...".
Der Mann heißt "Fredl Fesl" (eigentlich Alfred Fesl; s. http://de.wikipedia.org/wiki/Fredl_Fesl)
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