Jedes Medikament kann eine Droge sein, aber Drogen sind auch oft Medizin. Grüne und Linke fordern, mehr Cannabis in der Medizin zuzulassen.
Die gute alte Drogerie verrät es noch: Drogen und Heilmittel lassen sich kaum voneinander trennen. Jedes Medikament kann eine Droge sein, aber Drogen sind auch oft Medizin.
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Grüne und Linke: Die medizinische Verwendung von Cannabis soll einfacher werden. (© Foto: dpa)
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Das gilt besonders für Cannabis: Seit Jahren schwören Patienten mit den verschiedensten Krankheiten auf die heilende Wirkung der Hanfpflanze, aus der auch Haschisch und Marihuana gewonnen werden. Experten bestätigen ihre Erfahrungen.
Doch die Angst unter Gesundheitspolitikern ist groß. Weil Hanf vor allem als Rauschmittel bekannt ist, wollen sie Cannabis nicht als Medizin zulassen. "Unterschwellig existiert der Vorwurf, dass damit eine Legalisierung aller Drogen betrieben werden solle", sagt der Arzt Harald Terpe, der für die Grünen im Bundestag sitzt.
Seine Fraktion und auch die der Linken wagen es nun trotzdem noch einmal. An diesem Mittwoch befasst sich der Gesundheitsausschuss des Bundestages in einer Anhörung mit den Anträgen der beiden Fraktionen.
Ihr Ziel: Die medizinische Verwendung von Cannabis soll endlich einfacher werden. Denn manche Patienten profitieren erheblich von der Droge - ohne süchtig zu werden. So regt Cannabis den Appetit an, etwa wenn Krebs- und Aidskranke Gewicht verlieren. Es entspannt die verkrampften Muskeln von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und lindert die Pein von Schmerzpatienten. Selbst in den Drogen-phobischen USA sind Cannabis-Medikamente seit mehr als 20 Jahren zugelassen.
Es sieht so aus, als wäre der Berliner Vorstoß diesmal nicht aussichtslos. Fast alle geladenen Sachverständigen erkennen den medizinischen Nutzen jener Rauschpflanze an, die Inder und Chinesen schon vor tausenden Jahren gegen allerlei Gebrechen eingesetzt haben. "Die einzigen, die die Wirksamkeit weiterhin leugnen, sind die Krankenkassen", sagt der Arzt Franjo Grotenhermen, der sich in der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin für die Rehabilitation der Heilpflanze einsetzt.
Geldstrafe für Schmerzpatientin
Einzelne Patienten in Deutschland dürfen von der Kraft des Hanfes schon heute profitieren. Grundsätzlich können Patienten sich von ihrem Arzt ein Derivat des Hauptwirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Hanfpflanze verschreiben lassen. Doch um ein solches Betäubungsmittelrezept zu bekommen, bedarf es großer Überredungskunst. Viele Ärzte scheuen den Aufwand. Und wenn sie doch dazu bereit sind, zahlen die Krankenkassen meist nicht. Die Behandlung aber kostet zwischen 300 und 600 Euro im Monat - zu viel für schwerkranke Patienten, die meist kein Einkommen haben.
Manchen Kranken bleibt da nur der Blumentopf: Sie bauen Hanf auf ihrem Balkon an, um beim grünen Star ihren Augeninnendruck zu senken oder die Übelkeit nach einer Chemotherapie zu bekämpfen. Das ist nicht nur problematisch, weil der Gehalt an arzneilich wirksamen Bestandteilen in selbstgezogenen Pflanzen extrem schwankt: "Die Patienten werden auch kriminalisiert", beklagt Grotenhermen, denn der Anbau von Hanf ist ebenso wie der Besitz und der Erwerb strafbar.
Erst vor kurzem ist eine Schmerzpatientin deshalb zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt worden. Theoretisch können Kranke zwar eine Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von Cannabis bekommen. Aber das ist in ganz Deutschland bisher nur zehn Patienten gelungen. Und die Vergabe ist in jüngster Zeit noch strikter geworden.
Suchtgefahr extrem gering
Nun bäumen sich die Patienten noch einmal auf - und sie haben die Unterstützung zahlreicher medizinischer Gesellschaften. Anlässlich der Anhörung im Bundestag fordern 15 Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung, dass die Krankenkassen THC-haltige Medikamente erstatten, wenn deren Anwendung zu begründen ist.
Unter den Unterzeichnern sind so namhafte Gesellschaften wie die Deutsche Aids-Hilfe, die Deutsche Schmerzliga, die Deutsche Epilepsievereinigung - und auch die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin. "Der medizinische Nutzen von Cannabinoiden ist heute bei einer Anzahl von Erkrankungen unbestritten", schreiben sie.
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- Studie zu Drogenkonsum Generation Cannabis 10.09.2008
- Cannabis-Universität gegründet Dipl. Kiffer 21.07.2008
- Studie: Cannabis-Konsum Schlägt aufs Hirn 04.06.2008
Als Mediziner mit umfassender parktischer Erfahrung in diesem Bereich empfehle ich mal einigen meiner rumdebattierenden Kollegen sich mal in der PRAXIS ein Bild zu machen und nicht immer blind (zweifelhafte) Studien aus den "heiligen" Blättern Lancet und NEJM zu folgen. Ich kann jedenfalls eindeutig bestätigen: THC-Medikamente sind bei fast allen Arten von chronischen Schmerzpatienten EINDEUTIG besser wirksam und verträglich als Morphium-Präparate. Punkt. Und für mich als praktischen Arzt entscheiden überwältigende klinische Fakten - auch wenn irgendwelche Fachblätter hier die liebe Industrie verzweifelt zu schützen versucht.
Sowohl Gegner, wie auch Befürworter der Legalisierung versuchen anscheinend sich gegenseitig in ihrer Argumentationsarmut zu übertreffen. Cannabis ist weder harmlos, noch lebensgefährlich, hat aber durchaus seine Gefahren. Das eine Dekriminalisierung die Gesellschaft billiger käme als die jetzige Politik ist ein rationelles Argument. Die potentielle medizinische Anwendung mit der Entkriminalisierung in einen Topf zu werfen ist jedoch irreführend. Heroin wird auch medizinisch verwendet, kurzfristig bei extremen Schmerzen, aber trotzdem ist es illegal als Freizeitdroge. Das Kostenargument ist ebenfalls mehr als fragwürdig, wenn Cannabis als Medikament verwendet werden soll, dann muss auch das Arzneimittelgesetz gelten. Praktisch jede konventionell angebaute Cannabispflanze überschreitet die Werte für Pilz- und Bakterienbefall ums mehrfach. Johanniskrauttee ist auch viel billiger als medizinische Johanniskrautextrakte, weil der Anbau viel stärker kontrolliert wird und das Produkt geringeren Qualitätsschwankungen ausgesetzt. Die bisherigen klinischen Studien zu Cannabis bei bestimmten Erkrankungen waren auch nicht so erfolgreich wie gerne dargestellt. Die Nebenwirkungen war nicht so unterschätzen und die Wirkung war öfters nur knapp über Placebo.
Ein bisschen mehr Rationalität auf beiden Seiten würde der Debatte wirklich gut tun.
Tja bei dem Thema macht die Politik schon immer alles falsch. Nun sind die Jugendlichen drauf gekommen einfach Kreutermischungen zu qualmen (Spiece Diamond). Das zeug ist legal aber im vergleich zu Cannabis viel härter. Der prall effekt ist zwar ähnlich nur gibts dazu ab und an Halluzinationen wie beim Hexenkraut (Zaubersalbei).
Ist deutlich schlimmer... aber legal. Verstehe wer will.
"Doch die Angst unter Gesundheitspolitikern ist groß. Weil Hanf vor allem als Rauschmittel bekannt ist,.."
lol. wohl höchste zeit für "war on errorism".
@NastyNatie warum bezeichnen Sie mich denn als konservativ? Weil ich sage, dass die Frau auf dem Bild nicht gesund ausguckt? Oder weil ich sage, dass Tee trinken gesünder ist als Tee rauchen? Oder weil ich sage, dass durch das Bild ein dem bayerischen Zeitgeist entsprechendes Bild vom Hanfkonsumenten vermittelt wird?
Ich hab mir Ihren Kommentar nochmal durchgelesen und festgestellt das ich es glaub ich falsch verstanden habe. Ich dachte daraus zu lesen das Sie auch einer der strikten Ablehner gegen Cannabis sind aber da hab ich mich vertan. SORRY :)
Aber Sie meinten doch bestimmt Cannabistee oder?
Paging