Bestätigte Prognose Klima-Forscher contra Crichton

Der US-Schriftsteller Michael Crichton hatte dem Nasa-Klimaforscher James Hansen in seinem Roman "Welt in Angst" Panikmache vorgeworfen. Neue Daten bestätigen nun Hansens Sorgen.

Von Christopher Schrader

Die Welt hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark erwärmt: James Hansen vom Goddard Center der Nasa und seine Kollegen beziffern die Temperaturzunahme jetzt auf 0,2 Grad pro Dekade (PNAS, Bd. 103, S. 14 288, 2006).

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts habe sich die Erde insgesamt um 0,8 Grad Celsius erwärmt, schließt Hansens Team aus Messungen an Land, auf See und von Satelliten aus dem All.

Diese Zahlen an sich sind keine Überraschung; sie dienen Hansen aber zur Rechtfertigung. Der Nasa-Forscher ist in den USA vielfach wegen angeblicher übertriebener Warnungen angegriffen worden.

Der Schriftsteller Michael Crichton hatte Hansen in seinem Roman "Welt in Angst" vorgeworfen, er habe mit einer Prognose von 1988 um 300 Prozent daneben gelegen.

Nun zeigt Hansen, dass das Szenario, das er damals als am wahrscheinlichsten bezeichnet hatte, ziemlich genau mit den heutigen Messwerten übereinstimme. "Die Behauptung, frühere Prognosen sollten Panik auslösen, hat sich als unwahr erwiesen", sagte Simon Tett vom britischen Hadley Centre für Klimaforschung der BBC.

Hansen warnt: "Wenn die Erwärmung zwei oder drei Grad Celsius erreicht, werden wir wahrscheinlich sehen, dass die Veränderungen aus der Erde einen anderen Planeten machen."