Frauen haben mehr unterschiedliche Bakterienarten auf den Händen als Männer - obwohl sie sich häufiger die Hände waschen.
Auf den Handflächen von Frauen leben mehr unterschiedliche Bakterien als auf denen von Männern. Und das, obwohl sie sich nach eigenen Angaben häufiger die Hände waschen. Das geht aus einer Studie von Noah Fierer und weiteren Wissenschaftlern von der Universität Colorado in Boulder hervor (PNAS online).
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Auf der Handinnenfläche tummeln sich durchschnittlich 150 unterschiedliche Bakterienarten. (© Foto: AFP)
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Die Forscher zogen für ihre Untersuchung 51 Studenten heran, die gerade eine Prüfung abgelegt hatten. Sie nahmen von beiden Handflächen jedes Studenten einen Abstrich. Dann vervielfältigten sie von all jenen Bakterien, die sie auf den 102Händen der Studenten fanden, bestimmte Gene (die Gene der 16S-rRNS). Anhand der Sequenz dieser Gene konnten sie die Verwandtschaftsverhältnisse der Bakterien untersuchen.
Für jede einzelne Studentenhand bedeutete das: Auf ihrer Innenfläche tummelten sich durchschnittlich 150 unterschiedliche Bakterienarten. Der Großteil der Arten kann als selten, in wenigen Fällen sogar als einzigartig bezeichnet werden. Nur fünf Bakteriengattungen wurden bei allen Studenten entdeckt.
Linke und rechte Keime
Dabei zeigten sich nicht nur erhebliche Unterschiede in der Artenvielfalt zwischen Männern und Frauen, sondern generell zwischen allen Studenten. Verglichen die Wissenschaftler zwei zufällig ausgewählte Handflächen der Studenten, waren die Unterschiede gravierend.
Nur 13 Prozent der Bakterientypen stimmten überein. Auch die rechte und linke Hand eines Probanden waren sich in ihrer Bakterienvielfalt keineswegs ähnlich: Nur 17 Prozent aller Bakterientypen lebten auf beiden Händen.
Welche Bakterienarten die rechte und linke Hand aufwiesen, hing damit zusammen, ob ein Proband Rechts- oder Linkshänder ist. Ein Rechtshänder benutzt mit seiner rechten Hand viel mehr Dinge als mit seiner linken und umgekehrt.
"Die Zahl der Bakterienarten, die wir auf den Händen entdeckt haben, war eine große Überraschung", sagt der Biologe Noah Fierer. "Das gilt besonders für die Erkenntnis, dass Frauen mehr Bakterienarten haben als Männer." Die Forscher können jedoch nur über Gründe spekulieren, da ihnen Details über die einzelnen Hauttypen der Probanden fehlen.
Fierer vermutet, dass der pH-Wert der Haut eine Rolle spielt - die männliche Haut enthält mehr Säure als die weibliche. Auch der unterschiedliche Hormonhaushalt beider Geschlechter und die Tatsache, dass Frauen kosmetische Produkte nutzen, können mögliche Ursachen dafür sein, dass sich auf den Handinnenflächen der Frauen mehr Bakterienarten ansammeln als bei Männern.
Dass häufiges Händereinigen keinen Einfluss auf die Bakterienvielfalt der Handinnenflächen hat, zeigte ein weiteres Experiment der Forschergruppe. Die Wissenschaftler entnahmen vier Frauen und vier Männern, nachdem diese sich die Hände gewaschen hatten, jeweils im Abstand von zwei Stunden einen Abstrich. Insgesamt testeten sie die Probandengruppe sechs Stunden lang.
Es zeigte sich, das sich die Bakterienkolonien vollständig wiederherstellten. Bei einigen Bakteriengattungen ging dies schneller, andere brauchten dafür länger. Am Ende des Versuchs war die Bakterienvielfalt bei den Frauen noch immer höher als bei den männlichen Teilnehmern.
- Hygiene im Krankenhaus Dreckspatzen in Weiß 23.10.2008
(SZ vom 05.11.2008/mcs)
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@Faboliciouse: natürlich ist diese Untersuchung nicht repräsentativ, davon steht überhaupt nichts im Artikel. Ganz im Gegenteil:
"[...] Die Forscher zogen für ihre Untersuchung 51 Studenten heran, die gerade eine Prüfung abgelegt hatten. [...]"
Damit ist doch wohl eindeutig eingegrenzt, wer untersucht wurde und auf wen sich die Ergebnisse beziehen, nämlich auf Studenten die gerade eine Prüfung abgelegt haben. Mehr steht da nicht. Wenn der Leser oder die Leserin daraufhin Rückschlüsse auf sich selbst oder aber auf andere schließt, so ist es sein bzw. ihr Fehler.
Abgesehen davon ist ein Stichprobenumfang von 25-26 Probanden in zwei zu vergleichenden Gruppen durchaus ausreichend. Viele andere Studien können von solchen Fallzahlen zur Träumen.
Es wurden 51 Probanden herangezogen!? Wenn die Hälfte davon Frauen sind dann bleiben pro Geschlecht 25-26 Probanden übrig. Man kann also kaum von Repräsentativen Ergebnissen sprechen.
Im Artikel steht:
"Auf den Handflächen von Frauen leben mehr unterschiedliche Bakterien als auf denen von Männern."
Meiner Meinung nach sollte es besser heißen:
"Auf den Handflächen von weiblichen Studenten leben mehr unterschiedliche Bakterien als auf denen von männlichen Studenten."
Abgesehen von der geringen Anzahl der Probanden ist es bei solch einer Studie gefährlich Probanden nur aus einer Bevölkerungsschicht auszuwählen. Zwar steht es nicht im Artikel, aber ich vermute mal die Studenten stammen alle von der selben Uni, was weitere systematische Fehler in diese Studie einbringen könnte.
Nicht alle Ergebnisse von Probanden an einem Ort lassen sich verallgemeinern. Man müsste auch an anderen Orten Untersuchungen vornehmen. Interessant wäre auch eine Längsschnittuntersuchung über mehrere Monate. Ansonsten gilt: Händewaschen hat keinen grossen Nutzen. Im Gegenteil bietet man eventuell schädlichen Keimen nur eine bessere Angriffsfläche, da die vorhandenen Bakterien kurz zurückgedrängt werden.
""Das gilt besonders für die Erkenntnis, dass Frauen mehr Bakterienarten haben als Männer." "
Das entspricht der genetischen Bestimmung: Frauen sind eher für die Reinhaltung der Höhle zuständig und der Brutpflege zugetan. Sie sind eben resistenter gegenüber Schmutz als Männer. Das findet zwar keine Entsprechung in der emenzipatorischen Ideologie, könnte sich jedoch im Denkapparat niedergeschlagen haben: Frauen sind auch in Hinsicht auf ihre cerebralen Obzessionen beratungsresistent.
"Am Ende des Versuchs war die Bakterienvielfalt bei den Frauen noch immer höher als bei den männlichen Teilnehmern."
Auch chemisch gereinigt ist die Frau keinen Veränderungen unterworfen, das gibt der Hoffnung Nahrung, das vielleicht doch noch alles wieder gut wird ... im nächsten Leben meint ...
Kuni
Interessant. Allerdings finde ich auf PNAS online keinen entsprechenden Artikel.