Manche Tiere wie Schlangen, die eine Gefahr darstellen könnten, erkennen wir offenbar von Geburt an. Das zeigt ein Test an kleinen Kindern.
Die Angst vor Schlangen ist dem Menschen in die Wiege gelegt. Darauf deuten die Ergebnisse von zwei amerikanischen Psychologinnen der University of Virginia in Charlottesville mit Kindern hin, die Versuche mit Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren gemacht haben (Psychological Science, Bd.19, S.284, 2008).
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Angst vor Schlangen haben wir auch ohne negative Erfahrungen mit den Tieren. (© Foto: dpa)
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Die jungen Probanden sollten in einem Bild voller Blumen eine zusammengerollte Schlange entdecken. Das gelang ihnen deutlich schneller als die Gegenprobe, bei der sie unter vielen Schlangen eine Blume ausfindig machen mussten.
Der Test funktionierte, obwohl die meisten Kinder noch nie in ihrem Leben eine echte Schlange gesehen hatten. Die Forscherinnen folgern daraus, dass das Sehsystem von Geburt an darauf eingestellt ist, gefährliche Tiere zu erkennen.
Frühere Versuche mit Erwachsenen hatten zwar schon vermuten lassen, dass ein Blick für Schlangen und Spinnen ein angeborener Evolutionsvorteil sein könnte.
Bei den volljährigen Testpersonen waren sich die Forscher aber nie sicher gewesen, ob diese ihre Angst vor den Tieren nicht doch im Laufe des Lebens erworben hatten.
(SZ vom 6.3.2008/mcs)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
lebt ja zu einem erheblichen Teil davon, Binsenweisheiten sprachliche neu zu gewanden und mit simpler Statistik zu adeln. Diese Untersuchungen hätten sich die Psychologen sparen können.
Beispiel Spinnen:
sie gehören zu den ältesten Landbewohnern überhaupt und damit zu den wohl ältesten Fressfeinden anderer Landbewohner. Die Spinnenform ist nach meinem Dafürhalten genetisch codiert, wird seit Jahrmillionen im Erbgut weitergereicht und aktiviert, sobald ein Landlebewesen eine Spinne wahrnimmt. Je nach persönlichem Naturell liegen die Reaktionen zwischen leichtem Ekel und Panikatacke, obwohl beim Menschen allein die Vernunft solche Reaktionen vermeiden helfen sollte. (Vor einigen Monaten stand hierrüber schon einmal ein Artikel in der SZ)
Beispiel Schglangen:
sie leben zwar noch nicht so lange auf der Erde, haben sich aber auch stets an Säugetieren unterschiedlichster Größe gütlich getan; auch hier darf ein vergleichbarer Mechanismus angenommen werden.
Solche Reaktionen finden sich im Übrigen auch im Insektereich, wie sich beobachten lässt: Eine Spinne hat Respekt vor einem Ohrenkneifer; sie nähert sich einer Wespe in Ihrem Netz ebenfalls sehr vorsichtig, während sie sich ohne Zögern auf eine Fliege wirft. Das heißt die Wahrnehmung bestimmter Gefahren durch Fressfeinde zieht sich durch die gesamte Natur. Warum sollte der Mensch davon ausgenommen sein? fragt
Kuni