Brasiliens Umweltministerin Marina Silva hat alarmierende Zahlen über die zunehmende Vernichtung des Regenwaldes im Amazonas präsentiert. Nun ist selbst Präsident Lula schockiert.
München - Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, ein früherer Metallarbeiter und Arbeiterführer, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass Umweltpolitik nicht zu seinen ersten Anliegen gehört.
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Eine Satellitenaufnahme vom 12. August 2007 dokumentiert die Zerstörung des Waldes in den Gebieten des Mato Grosso durch Abholzung und Feuer (rote Punkte). (© Foto: Nasa)
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Nun gibt es neue alarmierende Zahlen über die zunehmende Vernichtung des Regenwaldes im Amazonas, die seine streitbare Umweltministerin Marina Silva präsentiert hat. Sie zeigen die Kehrseite der ganz auf Armutsbekämpfung durch Wachstum ausgelegten Politik des Präsidenten: Demnach schreitet die Abholzung so schnell voran wie nie zuvor.
Zwischen August und Dezember 2007 seien bis zu siebentausend Quadratkilometer Wald geschlagen worden, teilte das Umweltministerium mit. Das entspricht etwa der Hälfte der Waldfläche der Schweiz. Die Zerstörung sei viermal so hoch wie im Vergleichszeitraum 2004. Etwa ein Fünftel des Urwalds im Amazonas-Becken ist bereits vernichtet.
Silvas Zahlen beruhen auf neuesten und sehr genauen Satellitenaufnahmen. "Nie zuvor haben wir zu dieser Jahreszeit solch eine große Zerstörungsrate festgestellt", sagte Gilberto Camara, Leiter des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung.
Dazu beigetragen hat die große Trockenheit - wiederum eine Folge der Abholzung - , die den Rodungskommandos die Arbeit erleichtert. Die modernen Erntemaschinen holzen nach Angaben des Umweltverbandes WWF eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes in Sekundenschnelle ab.
Erst vor wenigen Monaten hatte Präsident Lula verkündet, die Zerstörung des Regenwaldes sei zwischen 2005 und 2007 um die Hälfte zurückgegangen. Das sei auf schärfere Kontrollen zurückzuführen.
Tatsächlich jedoch kontrolliert in den entlegenen Gebieten des Mato Grosso und der Nachbarprovinzen kaum jemand etwas. Die Eigentumsverhältnisse sind wegen fehlender Kataster unklar. Für die arme Bevölkerung bietet die Holzindustrie Jobs.
Danach kommen die Rinderherden, die den Rest der Vegetation abfressen, anschließend Landwirtschaft, zumeist Zuckerrohr für die Ethanolproduktion und Soja. Beides sind wichtige Exportgüter des Schwellenlandes Brasilien. Sie werden von Lula immer wieder als Motor des Fortschritts gepriesen.
"Extrem besorgniserregend" nannte der Sekretär im Umweltministerium, José Capobianco, die Satellitenbilder. Seine Chefin, Ministerin Silva, sagte: "Wir werden nicht tatenlos zuschauen." Silva erntete bis zum 18. Lebensjahr Kautschuk im Urwald, danach wurde sie Umweltaktivistin. Sie war mit dem Präsidenten über Umweltfragen bereits öfter in Streit geraten.
Nun war selbst Lula schockiert. Er berief noch am Donnerstag eine Krisensitzung der Minister ein, um Gegenmaßnahmen zu beraten. So soll verboten werden, illegal geschlagenes Holz zu transportieren und zu verkaufen. Umweltverbände fordern, die Regierung müsse endlich Kreditsperren über Plantagenbesitzer verhängen, die illegal abholzen. Seit 1970 hat der Amazonas 700.000 Quadratkilometer Wald verloren. Das entspricht nahezu der zweifachen Fläche Deutschlands.
Das größte Dschungelgebiet der Welt gilt als "Lunge der Erde".
(SZ vom 25.01.2008/mcs)
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Jeder der Gewinn machen kann um zu konsumieren wird es machen. Nur in den reichen Ländern gibt es ein paar Menschen die sich Idealismus in einer sonst unmenschlichen Welt leisten können. Diese Idealisten haben aber meistens selber keine Sinnvollen Globalen Ideen oder entsagen dem konsum. Ganz im gegenteil die haben ja Geld also auch jedes nette neue Konsumgimmik. Die gleichen Idealisten wollen... das sich die EU um den Regenwald kümmert, jeder armen Seele Asyl gewärt, aufhört Waffen zu produzieren, sich überall einmicht nur nicht in den Krisengebieten und wenn dann darf kein Soldat sterben, wir den USA auf die Finge haun und den Chinesen die Stirn bieten ausserdem den Russen Demokratie bringen. Hab ich was vergessen.....? Bestimmt...
Fakt ist, ich glaub auch das man was machen sollte nur sind die verwöhnten Wohlstandsidealisten nicht bereit auch mal diue unangenehmen Wege zu beschreiten. Da soll immer alles im konsens und superkuschelig von statten gehen.
Gewöhnt euch daran. Wenn Ihr den Regenwald nachhaltig retten wollt werden dafür Menschen sterben müssen und zwar nicht wenige. Tausende trauriger Einzelschicksale. Und da müsst Ihr dann stark sein und euch sagen es war für den regenwald. Und nicht wieder loslaufen und schreien... "helft Ihnen helft Ihnen die armen... der Sancho und seine 6 Kinder wollten doch nur ein bißchen Weidefläche um die armen Kinder in die Schule usw....
Die erste Welt hat´s nur vorgemacht. Logisch, dass die anderen das auch haben wollen.
Hab gerade vorhin irgendwo gelesen, dass in Europa im Zeitraum 1990 bis 2001 die CO² Emissionen um 170 Millionen Tonnen vermindert werden konnten. Super!!
Darunter stand aber: Im selben Zeitraum hat die CO2 Emission alleine in China um 1350 Millionen Tonnen zugenommen. Da bin ich aber auf die 170 Millionen Tonnen stolz.....!!!!
Leider stand da nichts vom Rest der Welt. Man kann aber ruhigen Gewissens annehmen, dass auch dort keine Reduktion erfolgte.
Mir kommt die EU wie das letzte Mitglied einer alten Adelsfamilie vor, der sich um Geld noch nie kümmern musste - war ja immer genug da. Bis zu dem Moment wo wir erfahren, dass nichts mehr in der Kassa ist. Wetten, dass es dann wieder niemand gewesen sein will!!
PS: Wenn´s bei den Bisons funktioniert hat, wird´s doch bei den Bäumen auch funzen - oder?
Herr Müller, Ihre Loesungsvorschlaege erscheinen mir doch etwas sehr... hmm.. kurzsichtig? egoistisch?
Wir als reiche Industrienation, die seit langen Jahren CO2 en masse in die Athmosphaere blasen, koennen wohl kaum guten Gewissens von - im Verhaeltnis - immer noch ziemlich armen Laendern verlangen, dass Sie ihr eigenes Land nicht weiterentwickeln duerfen.
Fragen Sie sich bitte ausserdem: woher kommt die Nachfrage nach Tropenholz, Biosprit (Ethanol) und Soja (fuer bspw. Viehfutter).
Unsere Wirtschaft und WIssenschaft sind hochentwickelt. Wenn wir wollen, dass Drittweltlaender ihre Umwelt nicht fuer den Profit zerstoeren, muessen wir Ihnen lohnende Alternativen anbieten.
sind überschritten. und das ist ursache des raubbaus am urwald. nicht die politiker, sondern die reiche erste welt und jetzt eben die schwellenländer dazu sorgen für die nachfrage in baumärkten, die so groß sind wie dome.
wir haben eine neue religion, weltumspannend, und das ist der konsum über alles.
in costa rica läuft beispielsweise das gleiche spiel. offiziell sind 10% der landesfläche unter naturschutz, tatsächlich fahren nachts die holzlaster an die küsten...
es wird halt gehen wie bei den bisons: die letzten 600 bäume werden dann zur weiterzucht gerettet, drumherum ist viehweide.
Und bei dieser Art von Umweltzerstörung reden Politiker in Deutschland davon, die Durschnittsgeschwindigkeit auf Autobahnen von 145 auf generell 130 Kmh zu begrenzen.
Die sollten in Brasilien auf der Matte stehen, die EU sämtliche Fördermittel streichen, wenn das abholzen nicht beendet wird. Das betrifft nicht nur Brasilien, sondern die Menschheit.
Aber Politiker schwätzen nur und die wenigen, die Kinder und Enkel haben, glauben vielleicht, sie könnten denen eine separate Welt bauen.