Die traditionell enge Beziehung zwischen Schwein und Mensch könnte nun gefährlich werden.
Schweine haben kein besonders gutes Image. Sie stinken, suhlen sich im Schlamm und verhalten sich angeblich nicht besonders intelligent. Deshalb muss das arme Schwein häufig für Schimpfwörter wie "Drecksau" und "dummes Schwein" herhalten. Das ist eigentlich eine Riesen-Sauerei, denn Versuche von Biologen zeigen, dass Schweine fast so schlau sind wie Primaten.
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Das Hausschwein (sus scrofa domestica). (© Foto: ddp)
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Wie die dänische Landwirtschafts-Fachzeitung Landsbladet berichtete, sind die borstigen Tiere sogar in der Lage, Belüftung und Temperatur ihres Stalles selbst zu regeln, mit Hilfe eines Joysticks, den sie mit der Schnauze bedienen.
Das Hausschwein (sus scrofa domestica) kann aber noch so clever sein, der Mensch domestiziert es seit etwa 9000 Jahren nur aus einem Grund: Fleisch. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch bei 38,3 Kilogramm im Jahr. Schweinefleisch ähnelt von seiner Beschaffenheit her dem Menschenfleisch, in der Gerichtsmedizin werden deshalb Stich- und Schussverletzungen oft an Schweinekadavern nachgestellt.
Physiologisch sind sich Schwein und Mensch auch sonst sehr ähnlich. Schweine sind stressanfällig, sie entwickeln ähnliche Herz- und Kreislauferkrankungen wie Menschen. Die traditionell enge Beziehung zwischen Schwein und Mensch könnte nun gefährlich werden, denn das Schwein ist auch ein idealer Wirt für Krankheitserreger aller Art.
- WHO Die Alarmstufen und der nationale Pandemieplan 26.04.2009
- Schweinegrippe in Mexiko "Potenzial einer Pandemie" 25.04.2009
- Robert-Koch-Institut Virus mit Potenz 26.04.2009
- Schweinegrippe Fragen und Antworten 25.04.2009
(SZ vom 27.04.2009/bilu)
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Aber in der heutigen Intensivschweinehaltung werden die essentiellen Bedürfnisse der Tiere nicht beachtet. Ruhe-, Kot- und Aktivitätsbereich sind nicht getrennt. Die Tiere bekommen keinen Auslauf. Suhl- und Scheuermöglichkeiten sind nicht vorhanden. Es gibt kein Material, wie etwa Stroh, das zum Bearbeiten, Wühlen und für den Nestbau geeignet wäre. Hinzu kommt, daß das nährstoffreiche Preßfutter das Beiß- und Kaubedürfnis der Tiere nicht befriedigt. Sie bleiben hungrig, obwohl ihr Nährstoffbedarf gedeckt ist. Es kommt zu Verhaltenstörungen, wie zum Beispiel "Stangenbeißen" und "Leerkauen" bei Sauen.