Werbeblocker Springer gegen Freibier

Im Kampf gegen Werbeblocker hat der Medienkonzern Axel Springer einen ersten Erfolg errungen.

Wer mit einem aktiven Werbeblocker durchs Internet surft, sieht seit kurzem auf einigen Nachrichtenseiten einen Hinweis, der erklärt, Journalismus koste Geld, man möge daher bitte Werbung auf seinem Gerät zulassen oder fürs Anschauen zahlen. Dahinter steckt der Kampf einzelner Medienhäuser gegen die von Springer-Chef Mathias Döpfner so genannte "Freibier-Mentalität" bei der Nutzung journalistischer Onlinebeiträge.

Der Medienkonzern Axel Springer sperrt seit zwei Wochen die Online-Ausgabe der Bild für Nutzer von Werbeblockern - und zog am Mittwoch eine erste positive Bilanz: "Man kann sagen, das Experiment ist sehr erfolgreich gestartet", sagte der Vorstandsvorsitzende Döpfner bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Mittwoch in Berlin. Nach Einführung des Mechanismus verzeichne Springer "drei Millionen vermarktbare Visits" zusätzlich. Die Quote von Adblocker-Nutzern - laut Zeitschriften-Verlegerverband deutschlandweit bei durchschnittlich 24 Prozent der Desktopcomputer - habe Springer bei bild.de in den "einstelligen Prozentbereich" zurückdrängen können. Die Gesamtreichweite sei durch die Blockade zwar gesunken, sagt Döpfner, die vermarktbare Reichweite sei hingegen gestiegen. Döpfner hofft auf Nachahmer im Sinne eines "gesunden Ökosystems" im digitalen Journalismus, wie er es nannte.

Mindestens einen prominenten Konzern gibt es schon, der es Springer gleichtut: Seit einer Woche sperrt Gruner und Jahr seine Seite geo.de für Werbeblocker-Nutzer, es gebe einen "deutlichen Anstieg der vermarktbaren Reichweite", so der Verlag. "Vielen Usern leuchtet unsere Argumentation ein", sagte ein Gruner-und-Jahr-Sprecher zur SZ. "Wir werden auf diesem Wege weitermachen."