Vorstandsvergütung bei Dax-Konzernen Der Aufschwung kommt an - bei den Managern

Sogar Dax-Manager mussten in den Krisenjahren leicht zurückstecken. Aber das ist vorbei: Deutschlands Topmanager verdienen wieder so gut, als wäre nichts gewesen. Der bestbezahlte Vorstand Deutschlands ist VW-Chef Winterkorn - doch er ist nicht der Einzige, der fast zehn Millionen Euro kassiert.

Deutschlands Topmanager verdienen wieder prächtig: Durchschnittlich 4,5 Millionen Euro erhielt der Chef eines Dax-Konzerns 2010, gut 20 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009. Das zeigt eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) (siehe PDF-Datei).

Porsche aus der Portokasse: Martin Winterkorn, VW-Chef, ist der bestverdienendste Manager Deutschlands.

(Foto: dapd)

Ein einfaches Vorstandsmitglied kassierte mit durchschnittlich 2,9 Millionen Euro ebenfalls gut 20 Prozent mehr. Der durchschnittliche Arbeitnehmer kam laut Statistischem Bundesamt dagegen nur auf ein Plus von netto 3,4 Prozent.

Absoluter Topverdiener war mit rund 9,3 Millionen Euro VW-Chef Martin Winterkorn. Er überholte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der fast 9,0 Millionen Euro kassierte. Siemens-Lenker Peter Löscher kam mit ein paar tausend Euro weniger auf Rang drei.

"Ich persönlich bin der Meinung, dass kein Vorstandschef mehr als zehn Millionen Euro verdienen sollte. Es entsteht sonst der Eindruck, dass wir nahe an der Störung des sozialen Friedens sind", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker.

Deutlich mehr als an der Spitze wird - zumindest in der Finanzbranche - häufig in der zweiten Reihe verdient, und das bereitet Hocker Sorgen. "Es besteht die Gefahr, dass unterhalb dort so gut verdient wird, dass keiner in den Vorstand will", sagte Hocker.

Auch in den Vorständen der kleineren MDax-Unternehmen wird prächtig verdient. Das Jahressalär von Springer-Chef Mathias Döpfner schätzen die Anlegerschützer auf 6,6 Millionen Euro. Er liegt damit an der Spitze der MDax-Unternehmen und vor vielen Dax-Kollegen.

Im internationalen Vergleich ist die Vergütung deutscher Unternehmenslenker allerdings vergleichsweise bescheiden, in den USA lag sie 2010 bei durchschnittlich rund zwöf Millionen Euro. Absoluter Spitzenverdiener im Dow Jones war Disney-Chef Robert Iger mit umgerechnet 21 Millionen Euro.