Sven Giegold, Grünen-Hoffnungsträger für den Einzug in das Europaparlament, über den grünen New Deal - und warum der Kapitalismus eine soziale und ökologische Komponente braucht.
Sven Giegold, 40, ist Gründungsmitglied von Attac-Deutschland und war bis 2007 einer der wichtigsten Sprecher des Sozialnetzwerkes. Vor wenigen Wochen stellten ihn die Grünen als aussichtsreichen Kandidaten für die Europawahl am 7. Juni auf.
Sven Giegold - er soll für die Grünen ins Europaparlament einziehen. (© Foto: dpa)
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sueddeutsche.de: Herr Giegold, Sie kandidieren für das Europaparlament. Was machen Sie eigentlich mit den 7000 Euro, die sie dort im Monat verdienen werden?
Sven Giegold: Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber noch nicht viele Gedanken gemacht. Sagen wir mal so: Das ist schon eine neue Vorstellung für mich. Aber ich werde das Geld sicherlich nicht ausgeben.
sueddeutsche.de: Sie leben bisher von etwa 1000 Euro im Monat, sie fliegen selten mit dem Flugzeug. Sie haben es mal abgelehnt, sich für eine Fernsehsendung vom Bahnhof mit dem Auto abholen zu lassen und sind lieber zu Fuß gegangen. Sie leben auf einem Biobauernhof in Niedersachsen. Kann es sein, dass Sie den Grünen im Jahr 2009 nicht ganz geheuer sind?
Giegold: Wie meinen Sie das?
sueddeutsche.de: Na ja, ein derart asketisches Leben wird den aktuellen Führungspersönlichkeiten der Grünen nicht gerade zugeschrieben.
Giegold: Ich bin doch kein Asket! Ich lebe gut. Außerdem: Ich habe in dieser Partei sehr viele getroffen, die sich über ihren Lebensstil Gedanken machen und sich nicht der grünen Bohème oder der Bionaden-Bourgeoisie zurechnen. Selbst Reinhard Bütikofer hat wie ich keinen Führerschein. Wir sollten einfach anfangen so zu leben, wie wir es predigen.
sueddeutsche.de: Sie entsprechen dem Idealbild eines Achtziger-Jahre-Grünen.
Giegold: Nur, weil ich mal ein vegetarisches Frühstück bestelle, bin ich nicht gleich ein Zottel-Öko. Dieses Klischee-Bild, das da manchmal von mir gezeichnet wird in den Medien, das ist für mich schlechter Klischee-Journalismus.
sueddeutsche.de: Ist Ihre Botschaft Konsumverzicht?
Giegold: Nein. Es geht um ein anderes Konzept von Wohlstand und gutem Leben. Mir ist maßhalten wichtig. Aber ich esse sicher besser als die meisten Menschen, Bio. Ich habe mehr von anderen Ländern gesehen, weil ich nicht in Hotels gegangen bin, sondern privat übernachtet habe. Zu prassen macht mich eben nicht glücklich, es entspricht nicht meinen Idealen. Ich lebe sehr reich - so wie ich lebe. Das hat für mich nichts mit Verzicht zu tun.
sueddeutsche.de: Wenn alle leben würden wie Sie, würden wir dann heute nicht in der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seit Menschengedenken stecken?
Giegold: Das wäre zu viel gesagt. Das hätte nur politisch verhindert werden können. Aber auch der private Konsum kann einen Beitrag leisten. Wenn mehr Leute faire und ökologische Produkte kaufen würden, hätten wir weniger Umweltzerstörung und weniger Armut.
sueddeutsche.de: Also doch Verzicht. Auf Flugreisen, auf Fast Food.
Giegold: Wir werden lernen müssen, anders zu leben als heute, um mit den großen Problemen der Globalisierung fertig zu werden. Aber das wird ein besseres Leben sein, als wir es heute führen.
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Großprojekte in Berlin
wohl kaum darauf verzichten, sich Politiker zu kaufen. Denn nicht der Kapitalismus ist das Problem; sondern das Manager der Kapitaleigner, mit Politikern; dafür sorgen, das immer mehr Umwelt zerstört wird, um Geld zu machen. Das wir anderen deswegen krank werden und früher sterben spielt offensichtlich keine Rolle; denn es geht in dieser Welt nur um das Geld machen.
Die soziale Marktwirtschaft versagte hauptsächlich, weil sie nur scheinbar sozial war und nicht den sozialen Aspekt der Umwelt; berücksichtigte und sie schuf auch keine sozialen Grundlagen für die Menschen. Grundlagen wie die Arbeitslosenversicherung; sind ja nicht mehr in den Händen der Einleger; sondern jetzt Staatseigentum. Auch hier zeigt sich, das die soziale Marktwirtschaft, nie existiert hat.
Schickt besser mich nach Uropa ich sorge dafür das, Uropa erst mal Gerichte schafft, für die Menschen; bisher haben die ja nur Gerichte fürs Kapital. Deswegen ist Uropa in meinen Augen auch ein Finanzdiktatur; also eine Diktatur die von den Reichen geführt wird. Wir Bürger haben mit diesem Uropa eh nichts gemein.
Ich wusste immer das Anarchie Dummheit ist und nicht funktionieren kann. Ich wäre auch daher der bessere Man für den Job.
Und wie hat der Wirt die Einsparung realisiert? An der Qualität gespart, sich Sklaven zugelegt, weniger auf die Teller gegeben? Ziemlich naiv das Ganze!
Und warum hat der Reiche eigenlich so viel und die Anderen so wenig? Als biologisches Wesen hat er nichts davon mitgebracht als er in diese Welt eingetreten ist - außer geschlossenen Händen. Gehen wird auch er mit offenen Händen, ohne etwas mitnehmen zu können. Aber welche Qualität hat er in dieses Leben gebracht? Was hat er für die Menschen getan mit seinen Möglichkeiten?
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Lieber Hyperbanner, es ist interessant Mal wieder die typischen "linken" Vorwürfe gegen die Grünen zu lesen.
Zum Thema Krieg stellt sich immer die Frage "Wie verhalten". In immer neuen Konflikten müssen sich Parteien verhalten, insbesondere Regierungsparteien, wie die Grünen es auf Budnesebene waren und auf Landes- und Kommunalebene zum Teil sind. Wäre es mit den westlichen Werten der Menschenrecht vereinbar den Menschenrechtsverletzungen eines Staates einfach zu zu sehen? Ist es Pazifismus sich in Konflikte nicht einzumischen oder einfach ein schlichtes betrifft mich nicht? Wann ist es Toleranz und wann ist es Ignoranz? Fakt ist, dass jede Partei in der globalisierten Welt Verantwortung tragen muss, ein schlichtes sich raushalten ist da meiner Ansicht nach der falsche Weg. Natürlich ist der Weg der diplomatie eindeutig der bessere, doch leider nicht mit jeder Gruppierung umsetzbar.
Grün wählen, um eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik zu erreichen und die Bildungspolitik zu stärken. Grüne in einer Koalition heißt mehr Umweltschutz, nachhaltige Wirtschaftspolitik und moderen Bildungspolitik!
Ihr seid eine europa-regionale Partei, ohne wirklichen Einfluss; die auch noch zulässt/unterstützt, dass völkerrechtswidrige Angriffskriege aktiv und/oder logistisch unterstützt werden. Vom Lissabon-Vertrag und Agenda 2010 will ich gar nicht reden.
Giegold, warum Grüne wählen?
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