Die russische Justiz hat die Ölfirma Yukos zerschlagen - offiziell wegen Betrug und Steuerhinterziehung. Dabei bescheinigten renommierte Wirtschaftsprüfer den früheren Managern einwandfreie Buchführung. Bis jetzt.
So heftig die Angriffe auch waren, so schwer die Vorwürfe auch wogen: Die früheren Manager des Yukos-Konzerns konnten sich stets auf die Berichte der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) stützen.
Anzeige
Während Russlands Justiz die Ölfirma Yukos und vor allem seinen zu achtjähriger Lagerhaft verurteilten Chef Michail Chodorkowskij als Betrüger und Steuerhinterzieher darstellte, verwies das Unternehmen stets auf die Berichte der PwC-Rechnungsprüfer, die einwandfreie Buchführung bescheinigen.
Damit ist es nun vorbei. In Briefen an die Mitglieder des Yukos-Vorstandes teilte die russische PwC-Filiale mit, dass sie alle Rechnungsprüfungsberichte der Jahre 1995 bis 2004 zurückziehe.
Die Entscheidung sei gefallen, nachdem man Kenntnis von neuen Informationen erhalten habe, "welche, hätten sie vorgelegen, die Prüfberichte hätten beeinflussen können'', teilte PwC in einer dürren Presseerklärung mit. Die Mitteilungen des früheren Yukos-Managements seien möglicherweise nicht richtig gewesen.
Kam der Sinneswandel unter Druck zustande?
Ob wirklich neue Informationen den Sinneswandel bewirkt haben, bezweifelt zum Beispiel der wissenschaftliche Leiter der Moskauer Wirtschaftshochschule, Jewgenij Jassin. PwC habe "unter Druck staatlicher Strukturen in Russland'' gehandelt, sagte er am Montag dem Sender Echo Moskwy.
Der Druck auf die Firma war in jüngster Zeit tatsächlich erheblich. So sah sich PwC in Russland selbst einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung ausgesetzt. PwC verlor in drei Instanzen und musste 290 Millionen Rubel (8,3 Millionen Euro) nachzahlen.
Außerdem muss sich PwC wegen angeblicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Yukos verantworten. Für den 18. Juli ist in diesem Fall ein Berufungsverfahren angesetzt.
Wissenschaftler Jassin hält es für offensichtlich, dass PwC sich mit der russischen Regierung geeinigt habe. Für den Beweis hält er, dass die Buchprüfer nach wie vor Aufträge von Gazprom und der Sberbank erhielten, beides Konzerne unter staatlicher Kontrolle.
"PwC hat sich von seinem guten Ruf verabschiedet'', meint auch der Wirtschaftsexperte Michail Deljagin: "PricewaterhouseCoopers verrät seine Kunden.''
Das Unternehmen selbst bekennt sich in seinem Verhaltenskodex freilich zur Unabhängigkeit und zum Schutz der Interessen seiner Auftraggeber. Das im Internet abrufbare Dokument enthält auch zehn Fragen, die sich jeder Mitarbeiter vor einer Entscheidung stellen sollte. Die zehnte lautet: "Kannst Du nachts schlafen?''
Wie viel ist uns die Umwelt wirklich wert? Eine Suche nach dem Preis der Natur. Jetzt lesen ...
(SZ vom 26.06.2007)
ARD-Doku über Facebook
Die Buchhaltung wurde korrekt geführt, ist ja eher eine Ausführung aus dem Reich der Fabeln.
siehe ENRON und die hoch angesehene EX-Andersen consult
siehe KPMG und die gefälschten Werte von über 40 Milliarden bei der Fusion Hypo - Vereinsbank München. siehe KPMG, welche auch über 1,4 Milliarden Bestechungs Geld und Fake Firmen Rechnungen munter absegneten. Dann transferierte halt Yukos, die echten Gewinne und einnahmen über Fake Firmen in der Schweiz ins Ausland und dank munterer und Mafiöser Buchhaltungs Künste.
And just imagine how much money can Russian oligarchs (one from prison, other from London) can spend on Anti-Putin PR company. I am pretty sure it will be enough for all western journalists.
Well...how fast we forgot Arthur Andersen and ENRON.
Ein Artikel, der so auch in bekannten Boulevardmedien stehen hätte können: Skandal, Verrat, Betrug sind die Schlagwörter, um den wenig Inhalt von Hernn Brössler gelegt wird.
Keine Erwähnung, dass sich die PwC Zentrale von der russischen Tochter distanziert, wie die Financial Times berichtet! Warum dieses?
Keine Stellungnahme/Zitat von PwC selber innerhalb des Artikels.
Zudem: Was, wenn PwC tatsächlich neue, ihnen vorher nicht bekannte Informationen bekommen hat, die alte Berichte in neuem Licht erscheinen lassen? Hätte PwC laut Hr. Brössler es ignorieren sollen, damit der Kunde nicht verraten wird? Oder hätte dann die Schlagzeile gelautet " Skandal!!! PwC deckt Wirtschafts- und Steuerbetrug trotz neuer Informationen".
Eine mehr journalistischere Arbeitsweise wäre in diesem Fall von Hr. Brössler wünschenswert gewesen. So gibt derArtikel zumindest außer den populistischen Thesen leider einen wenig seriösen Eindruck der Berichterstattung.
Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass sich die internationalen Konzerne aus Russland zurückziehen, aus einem Land in dem die Richtung von Putin/KGB oder KGB/Putin vorgegeben wird. Es vergeht kein Monat indem man nicht von einer Quasi-Enteignung westlicher Firmen häufig aus dem Energiebereich hört oder liest? Yukos, Royal Dutch in Sachalin und nun BP sind die bekanntesten Fälle. An der Börse gilt die Regel, man solle schlechtem Geld kein gutes Geld hinterher werfen - eine Aussage, die ihre Berechtigung hat, die aber westliche Firmen bis zur Perversion ins Gegenteil verkehrt haben. Aber, es ist ja alles auch halb so schlimm; geht das Geschäft gut, erfreut es die Aktionäre. Geht es schlecht, ärgert es den Steuerzahler, denn dann wird es mit Gewinnen aus anderen geschäften verrechnet und reduziert die Steuerlast auf Null.
Also - lieber Westen " Go East".
palmcoast
Paging