Hausbesitzern drohte die Zwangssanierung, doch die Bundesregierung entschärft dieses Vorhaben. Stattdessen gilt nun das Motto: Haus abreißen, wieder aufbauen - und dafür Geld vom Staat bekommen.
Berlin - Eine bessere Dämmung von Wohngebäuden - das sollte eines der Herzstücke des neuen Energiekonzepts sein, das die Bundesregierung kommende Woche verabschieden will. Doch nun bleibt es zwar beim Ziel - die Instrumente aber werden abgeschwächt. So will die Bundesregierung neuen Entwürfen zufolge zwar weiterhin anstreben, dass Gebäude bis 2050 rund 80 Prozent weniger Wärme benötigen. Gleichzeitig aber sieht sie von festen Vorgaben für die Sanierung ab. "Wir wollen dabei Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen", heißt es in einem neuen Entwurf des Konzeptes.
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Das hatte sich insbesondere das Umweltministerium anders vorgestellt. So sollte ein "Sanierungsfahrplan" von 2020 an die Vorgaben so verschärfen, dass deutsche Gebäude bis 2050 den "Nullemission"-Standard erreichen. Sie hätten dann zwar immer noch Heizungen gebraucht. Diese würden aber vor allem durch erneuerbare Energieträger befeuert werden, per saldo hätten die Gebäude keine klimaschädlichen Emissionen mehr verursacht. Auf den Gebäudebereich entfallen rund 40 Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen.
Stattdessen hat sich nun das Bundesbauministerium durchgesetzt. Minister Peter Ramsauer (CSU) hatte zuletzt wiederholt davor gewarnt, Hausbesitzern zu große Lasten aufzuerlegen. Auch Haus- und Grundbesitzerverbände hatten gegen die Vorschläge mobil gemacht - sie warnten vor massiv steigenden Mieten.
Offenbar hat sich deren Intervention ausgezahlt. Auch ein ursprünglich vorgesehenes System von steuerlichen Vor- und Nachteilen ist aus dem Entwurf getilgt. Es hätte eigentlich dafür sorgen sollen, das Hausbesitzer mit Steuervorteilen belohnt werden, wenn sie ihr Haus sanieren, aber höhere Steuern zu zahlen haben, wenn sie die Nachrüstung versäumen. Stattdessen aber zahlt der Staat nun Zuschüsse an Hausbesitzer, die ihr altes Haus abreißen, weil es sich nicht mehr sanieren lässt - und die stattdessen ein neues errichten. Wie hoch diese "Abrissprämie" sein wird, ist allerdings noch offen.
Erst am Mittwoch hatte die Deutsche Energie-Agentur (Dena) eindringlich dafür geworben, strenge Pflichten für die Sanierung älterer Häuser einzuführen. "Es ärgert uns, dass man dieses Thema zur Panikmache nutzt", sagte Dena-Chef Stephan Kohler mit Blick auf die Kampagne der Haus- und Grundbesitzer. So hätten die Zahlen der Immobilien-Verbände auch jene Sanierungen mit eingerechnet, die nicht der Wärmedämmung dienten. "Da wurde jede neue Badewanne mitgezählt", heißt es bei der Dena. Entsprechend seien die Kosten in die Höhe gegangen. "Dabei hat jedes energetisch gut sanierte Haus einen hohen Wert", sagte Kohler.
Viel Zeit zur Änderung des Konzeptes bleibt nicht mehr. Nach jetzigen Plänen soll es schon kommende Woche Dienstag vom Bundeskabinett verabschiedet werden, gleich anschließend soll sich der Bundestag damit befassen. In neun Punkten soll es darlegen, wie Deutschland bis zum Jahr 2050 mindestens 80 Prozent weniger Kohlendioxid emittieren könnte. Experten halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass sich dieses Ziel ohne einen durchweg sanierten Gebäudebestand erreichen lässt. Allerdings liefert das Konzept zunächst nur einen groben Rahmen. Die entsprechenden Gesetze muss die Koalition noch nachliefern.
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(SZ vom 23.09.2010/aum)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
...und eine Politik, die nicht ganz bei Trost ist: Die den Abriss und Neubau von Häusern als energetisch günstiger bewertet als deren Verbleib im Bestand mit suboptimalen, der älteren Bauweise angepassen Sanierungsergebnissen. Diese Regierung ist eine Regierung des Kapitals und der Konzerne - jeder weitere Tag, den wir sie ertragen müssen ist ein Tag zuviel.
Also mal im Ernst - wärs nicht einfacher wir legalisieren Randaliertum und Sachbeschädigung... Dann könnten sich ein paar Schwarz-Vermummte mal richtig ordentlich und stressfrei austoben - und wir hätten das gleiche Ergebnis.
Also bitte keine Zivilcourage zeigen wenn mal wieder Jugendliche in der S-Bahn Sitze aufschlitzen oder Fenster zerkratzen. Die Kids wracken nur ab um unsere Arbeitsplätze zu sichern. Und sorgen dabei auch gleich für Mehrumsatz bei den Versicherern die erst den Schaden begleichen und dann für Jedermann die Prämien erhöhen.
Aber staatlicher Unsinn wäre ja kein staatlicher Unsinn - wenn dafür das Geld nicht durch die Hand desselben ginge - und der Bürger für den Rückerhalt seines eigenen Geldes ein paar Formulare ausfüllen dürfte.
für Sanierung von Dach, Fassade, Heizung, Keller, Fenster und Einbau einer Lüftungsanlage 180.000 Euro hinblättern muß, wer kann das noch bezahlen?
Lebensdauer der einzelnen Komponenten:
Dach 30-40 Jahre
Fassade 25 Jahre
Heizung 15 Jahre
Fenster 25 Jahre
Lüftungsanlage ständige Wartungsarbeiten
Wann soll sich das je amortisieren? Weder bei Vermietung noch bei Eigengebrauch. Ihr seid doch Wahnsinnig!
Und in Schweden (auch EU) werden Holzhäuser (inklusive Hausschwamm) aus Baujahren 1850 - relativ neu bewohnt, deren Isolierung der absolute Witz ist. Dort kostet ein altes Haus nur 1/3, wie bei uns, bei vergleichbarem Grundstück. Das kann man mit vertretbarem Aufwand sanieren, aber doch nicht unsere Häuser.
Die Schweden würden eine deutsche Hausbaufirma für verrückt erklären, würde die denen ein Haus deutschen Bautyps anbieten.
Bekommt man jetzt eigentlich Geld dafür wen man einen Palast, Burg oder eine alte Kirche abreist und gegen ein gläsernes Bürogebäude das im Sommer gekühlt werden muss ersetzt?
Ich denke mal, das der Denkmalschutz und der erhalt unserer spärlichen Kulturgüter in etwa den Stellenwert von Fliegendreck in Deutschland haben.
Der Vermieter soll viel Geld investieren, um den Wärmeschutz zu verbessern, damit der Mieter danach kräftig Heizkosten spart und die Umwelt schont. Im Prinzip richtig!
Doch es stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?
An § 3 des Miethöhegesetzes haben dabei wohl die Wenigsten gedacht.
Demnach können 11 % p.a. der investieren Modernisierungskosten auf den Mieter umgelegt werden. Und? Immer noch dafür?
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