Der Logan bringt Renault voran. Der französischer Hersteller wächst nur außerhalb Westeuropas - dank seines rumänischen Billigautos.
Für den französischen Autohersteller Renault wird das Billigauto Logan immer wichtiger. Die in Deutschland ab 7200 Euro erhältliche Fahrzeug-Familie der rumänischen Tochterfirma Dacia ist mindestens doppelt so profitabel wie die Autos der Marke Renault.
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Vor allem hat Carlos Ghosn, der Doppelchef von Renault und Nissan, mit dem Logan ein interessantes Angebot für die wachsenden Autonachfrage in Osteuropa, Asien und Südamerika.
Ghosn musste sich bei der Vorlage der Renault-Bilanz für 2007 in Paris schon fragen lassen, ob die Franzosen eigentlich nur noch mit kleinen Autos Geld verdienen können.
Neun neue Modelle
Ghosn reagierte mit dem Hinweis auf neun neue Modelle im laufenden Jahr, die der stagnierenden Kernmarke Renault zu profitablem Wachstum verhelfen sollen.
Derzeit aber liegt die durchschnittliche Umsatzrendite von Renault bei mageren 3,3 Prozent, im zweiten Halbjahr bei noch schwächeren 3,1 Prozent. Ghosn will sie 2008 auf 4,5 Prozent steigern. Sie ist damit immer noch weit entfernt von den sechs Prozent, die der Manager in seinem "Plan 2009" vor zwei Jahren vorgegeben hat und an denen er festhält.
Man müsse endlich mal mit dem in der Autoindustrie verbreiteten Vorurteil aufräumen, dass sich an Billigautos wenig verdienen lasse, verkündet Ghosn.
Mit dem Erfolg des Dacia Logan führte der einzige Vorstandsvorsitzende von zwei international bedeutenden Autokonzernen vor, dass sich das Branchengesetz außer Kraft setzen lässt, wonach sich mit großen Autos große Gewinne und mit kleinen Autos nur kleine Gewinne machen lassen.
Der Logan bringe in Europa 6,6 Rendite und in Deutschland sogar an die zehn Prozent.
Logan demnächst als Pickup
Den Logan gibt es demnächst auch als Pickup und Dacia kann gar nicht so viele Autos produzieren, wie Kunden kaufen wollen, obwohl die Kapazitäten kräftig erhöht wurden.
So kam die Fabrik in Tanger hinzu, die jährlich 50.000 Autos herstellen kann. In Indien wurde eine Kooperation bereits gestartet, die vor Weihnachten angekündigte Zusammenarbeit mit dem größten russischen Autohersteller Avtovaz soll in wenigen Wochen unterschriftsreif sein.
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Machtkampf in der Linken
Mag der Erfolg des Dachia auch vieles überstrahlen, die Marke Renault kann davon offenkundig nicht profitieren.
Für einen Konzernlenker zählt natürlich das Ergebnis unter dem Strich. Ich kenne nicht die französischen Zahlen, aber ich glaube, dass das Renault Minus auch stark aus dem Stammland stammt. Und dafür gibt es einen konkreten Grund.
Er liegt meiner Meinung nach nicht (nur) am Design, das ab 2000/2001 stark diskutiert wurde.
Für Deutschland betrachtet liegt es sicher an der offenen Schere zwischen vollmundig Angekündigtem und tatsächlich Erbrachtem.
Mit dem Laguna II und dem Vel Satis beanspruchte Renault ab 2001 seinen Platz in der Oberklasse und baute diese Auto leider viel zu schlampig zusammen. (Anmerk.: auch andere Toppmarken haben ihre Probleme, seblt die Premiumhersteller. ABer das gilt für mich nicht als Entschuldigung) Gleichzeitig hatte man als Renault-Stammkunde das Gefühl, man sei nicht mehr interessant, und so stielte Renault die Vermarktung der beiden Modelle auch noch unprofessionell ein. Am Ende verlor man an beiden Enden.
Renault setzte auf das Sicherheitsargument und baute einen sicheren PKW nach dem anderen. Sehr lobenswert! Es ist die Marke mit den meisten neuen 5-Sterne Autos. Es wurde eine überaus witzige Werbekampagne gestartet, die auch markenübergreifend beim Kunden Beachtung fand. Und was macht Renault im letzten Spot "Ballet"? Unmittelbar mit dem Erscheinen des Laguna III schalten sie einen Spot, in dem der Laguna II vorkommt. Ganz zu schweigen davon, dass der neue Twing nicht vorkommt ("nur" vier Sterne). Gleichzeitig, finde ich, verschwindet das neue Renault Gesicht im Meer des Formenspracheneinerleis, was man vom vorherigen Design, so strittig es auch gewesen sein mag, nicht behaupten kann.
Renault muss aufhören einen Zickzackkurs zu fahren. Ich bin überaus gespannt, ob die Modelloffensive Früchte trägt. Und um gute, saftige Früchte zu ernten, muss man von der Aussaat bis zur Ernte einen perfekten Job machen. Und das heißt auch, man muss über ein qualitatives Mittelmaß in allen Belangen hinauskommen.
Mittlerweile ist VW und so manchem anderen Autokonzern wahrscheinlich das Lachen vergangen- denn seinerzeit wurde ja behauptet, dass bei uns absolut kein Bedarf für solche "Billigautos" besteht und es deshalb auch nicht geplant sei, ein dementsprechendes Fahrzeug zu entwickeln...