Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd lassen Fusion platzen

Gemeinsam wollten die beiden Reedereien der Branchenkrise trotzen. Doch der Zusammenschluss ist nun vom Tisch. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen der Eigentümer.

Eine Fusion der beiden großen deutschen Linienreedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd ist vorerst vom Tisch. Die Projektarbeiten bezüglich einer Fusion seien auf Wunsch des Oetker-Konzerns, zu dem Hamburg Süd gehört, eingestellt worden, teilten die Hapag-Lloyd-Gesellschafter am Sonntagabend in Hamburg mit. "Hauptgrund für diese Entscheidung ist, dass beide Eigentümergruppen bislang keine Einigkeit über eine partnerschaftliche Ausgestaltung der Transaktion erzielen konnten", hieß es.

Hamburg Süd gehört zum Oetker-Konzern, Hapag-Lloyd mehrheitlich einem Konsortium unter maßgeblicher Beteiligung der Stadt Hamburg sowie des Logistik-Unternehmers Klaus-Michael Kühne. Der Reisekonzern TUI hält 22 Prozent.

In den vergangenen Monaten war immer wieder nach draußen gedrungen, dass sich die Verhandlungen über eine Fusion als schwierig gestalteten. Für großen Unmut sorgte, dass Kühne - dem der Logistikkonzern Kühne + Nagel mehrheitlich gehört - eine "Fusion unter Gleichen" forderte und zudem einen späteren Börsengang zur Voraussetzung für seine Zustimmung zu dem Vorhaben machte. Hamburg Süd strebte dem Vernehmen nach einen Zusammenschluss unter eigener Regie an.

Beide Reedereien hatten im Dezember angekündigt, eine Fusion zu prüfen, um sich gegen die Branchenkrise zu stemmen. Reedereien leiden derzeit weltweit unter der Flaute auf den Weltmeeren durch die globale Konjunkturschwäche und die gestiegenen Treibstoffkosten. Zurzeit liegt Hapag-Lloyd weltweit gemessen an der Transportkapazität auf Platz sechs in der Containerschifffahrt, Hamburg Süd auf Rang zwölf. Bei einem Zusammenschluss wären beide mit einer gemeinsamen Containerflotte von mehr als 250 Schiffen auf Rang vier hinter Weltmarktführer Maersk sowie MSC und CMA CGM vorgerückt.