Das Entsetzen bei den Verbrauchern ist groß. Um bis zu 50 Prozent will die Lebensmittelindustrie die Preise für Molkereiprodukte erhöhen, und das schon in den kommenden Tagen.
Ganz überraschend kommt diese Ankündigung zwar nicht, aus dem Rahmen fällt sie dennoch: einen Preisschub dieses Ausmaßes hat es in der Branche in den vergangenen 20 Jahren nicht gegeben. Das mag viele Konsumenten schockieren, berechtigt sind höhere Preise jedoch allemal.
Bild vergrößern
Werbebild der Industrie, doch Frust an der Käsetheke (© Foto: AP)
Anzeige
Jahrelang haben die Konsumenten hierzulande von fallenden Rohstoffpreisen profitiert. Denn in Deutschland und Europa wurde erheblich mehr Milch produziert als nötig. Hinzu kam der enorme Druck, den Billigketten wie Aldi und Lidl auf ihre Lieferanten ausübten. Sie drückten die Gewinnmargen der Molkereibetriebe auf ein kaum noch erträgliches Maß. Mit dem Ergebnis, dass Verbraucher hierzulande für Butter, Milch oder Käse so wenig bezahlen mussten, wie kaum in einem anderen europäischen Land. Die Leidtragenden dieser Entwicklung waren die Milchbauern. Ihr Verdienst ist beinahe zwei Jahrzehnte lang kontinuierlich geschrumpft.
Nun hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die Zeiten, in denen Milch und Butter im Überfluss vorhanden waren, sind vorerst vorbei. Weil die Deutschen mehr Käse essen und exportieren, sind die hier produzierten Milchüberschüsse weitgehend aufgezehrt. Auch am Weltmarkt, wo hauptsächlich Trockenmilchprodukte gehandelt werden, steigt die Nachfrage und damit auch der Preis. Davon können sich auch die deutschen Erzeuger auf die Dauer nicht abkoppeln. Verbraucher müssen sich daher darauf einstellen, dass Milchprodukte langfristig teurer werden.
(SZ vom 30.7.2007)
Berliner Zeitung
Es kommt einem tatsächlich so vor, als hätten sich die Preise verdoppelt und die Gehälter halbiert. Das ist hart, sogar für Krokodile im Kaufmannsladen. Dazu ein erhellender Film:
http://one.revver.com/watch/390205/flv/affiliate/24480
Wir lassen uns viellecht verar........................und können noch nichts dagegen tun. Jeder nimmt was er kriegen kann.
Ich verstehe nicht ganz, wie Ihr Kommentar an mich gerichtet sein soll.
"Nicht jede(r) VerbraucherIn kann es sich leisten 70 cent für den Liter Milch (deutsch/Bio)auszugeben, solange es den auch für 35 cent (?/?) gibt. "
Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie sich die Tatsache ändert, ob sich der Verbraucher den Liter Milch für 70ct leisten kann, wenn ein Liter schlechtere Milch für 35ct angeboten wird? Ich bitte um Erklärung
"Beides ist weiß und letzterer, hofft man, wird schon nicht so schlimm sein..."
Der Verbraucher soll selbst entscheiden, was er kaufen will. Zwang ist in meinen Augen nicht der richtige Weg. Wenn man an Marktwirtschaft und Demokratie festhalten will, dann informiert man den Verbraucher/Wähler und lässt ihn selbst entscheiden.
"Die von Ihnen aufgestellten " Verbrauchertipps" was Herkunft und Qualität betrifft, bin ich glücklicherweise in der Lage berücksichtigen zu können."
Wenn Sie dazu in der Lage sind, dann bitte ich Sie mir zu sagen, welche Milch ich Zukunft kaufen soll. Ich kann nämlich nicht unterscheiden, welche Marke am gesündesten ist. Bisher kaufe ich die von Bärenmarke, weil sie mir am Besten schmeckt.
"Ich kaufe Produkte aus dem nahen Umfeld, und/oder biologisch produziert.
Ich achte das Einkommen der Landwirte ebenso wie den Tier- und Pflanzenschutz."
Hier gilt Gleiches, wie für den obigen Kommentar. Woher wissen Sie bei den Produkten im Supermarkt, wie und zu welchen Konditionen die Produkte erstellt wurden?
"Man kann den Menschen aber keinen Vorwurf machen, die sich das nicht leisten können, weil sie eventuell eine Familie ernähren müssen." Ich mache den Menschen keinen Vorwurf. Jeder soll entsprechend seiner Prioritäten entscheiden. Es hat schon Seneca erkannt, dass die Gewichtung der relevanten Tugenden von der persönlichen Lebenssituation abhängt.
Ich sage auch nicht, dass jeder das qualitativ hochwertigste Essen auf dem Tisch haben muß. Wo man im Grenze im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten die Grenze zieht, muß jeder selbst entscheiden. Ich persönlich kaufe mir z.B. kein Sauerstoff-Zelt. ;-) Da liegt meine Grenze.
"Und sie (nur möglicherweise) aufgrund der Profitgeilheit "des Marktes" keine Arbeit mehr haben. "
Diese Diskussion verschieben wir am Besten auf einen anderen Tag.
als Familienvater habe ich seit mehr als vier Jahren keine tarifliche Erhöhung erlebt.
in den zurückliegenden Jahren allerdings sind die Nebenkosten wie Gas, Wasser, Strom, Miete, Nahverkehr gestiegen. Nebenbei sind nach einführung des Euro die Lebensmittel schleichend die Preise angehoben worden, so das ein Vergleich zu Preisen aus dem Vorjahr nicht möglich ist. Darüberhinaus sind die Verpackungseinheiten verändert worden, bzw aufgehoben worden.
Jetzt wird auf den Rücken der Verbraucher die neoliberale Politik der WTO über die Agrarpoltik der EU ausgetragen. Es darf nicht vergessen werden das land- und viehwirtschaftlcihe Unternehmen (Bauern) profit orientierte Unternehmer sind.
Es ärgert mich in soweit das ich wieder mehr Euro an Lebensmittel aufbringen muss,
damit der Bauer sich weiter profitabel hält.
Das einzige was den Bauern interssiert ist das Geld, und verweise auf langjährige Lebenserfahrung meinerseits.
Es drängt sich mir der Verdacht auf, das auch diese Preistreiberei eine gelengte Aktion
der Bauern-Lobby ist.
Was nützen mir all die schönen Worte und Argumente aller derer...
lettzlich muß ich wieder jeden Cent umdrehen und neu kalkulieren, für was ich was ausgebe, ohne die Dinge die Unverhergesehen (Risiken) eintreten.
Ich habe mächtig viel Wut im Bauch und die Faust in der Tasche.
Ab und an verbringe ich ein paar Tage in einer Berghütte, mit Bergwasserquelle, Holzofen und Plumpsklo! Und da ich leider nicht mehr so fit bin, hüte ich das Feuer während die FreundInnen beim Skifahren (jaja, Skifahren ist auch nicht umweltfreundlich) oder Bergwandern sind. Den ganzen Tag sorge ich für eine warme Hütte, das Essen und dass Wasser und Holz vorrätig sind. Und da wird man vernünftig im Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen. D.h. ich verwende fast alles von den Lebensmitteln, die mühsam nach oben geschafft werden müssen, verschwende kein Wasser und die Zubereitung von Mahlzeiten dauert länger. Aber ich genieße die Muße und die Stille! Und es kommt mir immer wieder zu Bewußtstein, in welchem Luxus wir leben, wenn ich zuhause wieder den Hahn aufdrehe und mir ein heißes Bad einlaufen lasse. Wir brauchen zu Weihnachten keinen Spargel und keine Erdbeeren, wir brauchen keine exotischen Früchte, wir müssen nicht andauernd fernsehen und wir brauchen auch kein Fast Food. Wir müssen uns wieder autark machen von der Wirtschaft, die in uns Bedürfnisse und Wünsche weckt, die nur ihren Profit steigern. Und anstatt jeden Morgen ein Legebatterie-Ei gibt es nur am Wochenende ein Bio-Ei ! Und staunenswerterweise erleiden wir keinen Mangel dadurch!
Paging