Norman Faber Vom Lehrer zum Lotterie-Mogul

Norman Faber

(Foto: imago stock&people)

Norman Faber führt eines der bekanntesten Lotto-Unternehmen in Deutschland. Geht es um die mögliche Suchtgefahr des Spiels, wird er ungehalten.

Von Tim Neshitov

Norman Faber, 71, leitet ein Unternehmen, das durch seine schrille Werbung im Fernsehen, im Briefkasten und auf dem Trikot von Boris Becker bekannt wurde. Einer der Slogans lautete: "Ohne Wenn und Aber: Faber". In Bochum kennt man diesen Mann nicht nur als Lotto-Unternehmer, sondern auch als Großspender. Ohne ihn hätten die Bochumer Symphoniker bis heute keinen Konzertsaal.

Faber lädt in die Firmenzentrale im Süden der Stadt, ein halbrundes Gebäude aus Naturstein, Chrom, Messing und Marmor, das an eine Lottokugel erinnern soll: "Heute könnte ich mir eine andere Form vorstellen", sagt Faber dazu. Er gibt selten Interviews, schreibt dafür lieber Texte für seine Kundenzeitung "Extra-Glück". Unter anderem darüber, wie Mäuse und Eichelhäher Vorräte für den Winter anlegen.

Oft tippen Lottospieler ähnliche Zahlen, zum Beispiel Geburtsdaten. Das senke die Gewinnchance zwar enorm, sagt Faber, allerdings: "Es ist unheimlich schwer, gegen den eigenen Willen zu spielen." Sein Unternehmen bietet deshalb Spielgemeinschaften an. Und Faber behauptet, dass sich die Gewinnchancen durch dieses Konzept deutlich erhöhen. Eine Spielgemeinschaft sei also eine rationale Entscheidung: "Wenn der Eurojackpot 90 Millionen Euro ausspielt, dann will ich nur 100 000 Euro, aber mit 900-facher Chance."

Beim Thema Lottosucht redet sich Faber in Rage

Faber wurde 1945 in Wilhelmshaven geboren, studierte in Bochum Wirtschaft, versuchte sich als Lehrer und gründete schließlich 1970 sein bis heute erfolgreiches und umstrittenes Unternehmen. "Als ich der Familie gesagt habe: Ich will mich selbständig machen mit Lotto, da haben sie mich angeguckt, als würde ich in etwas ganz Böses abgleiten", sagt er.

Vor einigen Jahren geriet durch den Glücksspielstaatsvertrag nicht nur sein Unternehmen ins Wanken, sondern auch die Konkurrenz. "Nach dem Staatsvertrag haben alle anderen aufgegeben", sagt Faber. Nun sei er der einzige verbliebene Offline-Anbieter. Seiner Firma geht es wieder besser, doch der Gründer kann sich immer noch in Rage reden, wenn er das Wort "Lottosucht" hört. So etwas gebe es nicht, sagt Faber dann. Süchtig könne man am Spielautomaten werden oder im Online-Casino, führt er aus, aber nicht beim Ausfüllen von Lottozetteln.

"Es gibt keine Lottosucht"

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