Noch nie stand das jahrelange Vorzeigeunternehmen Siemens so entblößt in der Öffentlichkeit. Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, hat entscheidenden Anteil daran.
Es wäre besser gewesen, Josef ("Joe") Ackermann hätte auf einen seiner Vorgänger bei der Deutschen Bank gehört: Alfred Herrhausen hatte einst gemahnt, dass die Vertreter der Geldwirtschaft mit ihrer zweifellos vorhandenen Macht verantwortungsvoll umgehen sollten.
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Dieses Gespür für Verantwortung hat Ackermann als stellvertretender Siemens-Aufsichtsratsvorsitzender vermissen lassen. Ratlos sahen Außenstehende in den vergangenen Tagen zu, wie das Treiben Ackermanns dem Unternehmen Siemens nun katastrophale Schlagzeilen beschert: "Siemens ohne Führung", "Führungschaos", "Krise auf neuem Höhepunkt". Kleinfeld weg, Kleinholz bei Siemens - was folgt noch?
Es ist viel über die Gründe Ackermanns gerätselt worden, brutalstmöglich den Siemens-Chef zu demontieren. Belasten die internen Untersuchungen den alten Vorstand in viel schlimmeren Ausmaß? Trifft es auch Kleinfeld? Ist es das große Zittern vor der US-Börsenaufsicht, die ihre Gangart gegenüber Siemens bereits verschärft hat? Wollte Ackermann mit womöglich gezielt gestreuten Indiskretionen in der Presse eine Zusage seines Wunschkandidaten Wolfgang Reitzle erzwingen? Oder glaubt er, mit einem neuen Vorstandsvorsitzenden könne die Deutsche Bank ihr mit Siemens verbundenes Geschäftsvolumen steigern?
Ackermann mag gute Gründe für sein Tun gehabt haben. Doch dass Siemens nun derart entblößt dasteht, ist auch durch gute Gründe nicht mehr zu rechtfertigen. Wenn sich der Deutsche-Bank-Chef schon für die harte Tour entscheidet, dann hätte der Aufsichtsrat am Dienstag zwingend einen Nachfolgekandidaten präsentieren müssen. Das ist nicht passiert.
Nun ist alles noch viel schlimmer als vorher: Wie einst bei der Deutschen Telekom nach dem Abgang von Ron Sommer wird jetzt die ganze Republik über die Führungspersonalien bei Siemens diskutieren. Doch anders als die Telekom wird Siemens aus Gründen der Glaubwürdigkeit noch nicht einmal einen Kandidaten aus den eigenen Reihen präsentieren können - sondern ist auf eine unbelastete Führungskraft von außen angewiesen.
Die muss in einem ebenso komplexen wie verfilzten Konzern Tritt fassen, sie muss die Korruptionsaffäre aufarbeiten - und die jetzt von Kleinfeld nochmals gestrafften Renditeziele erreichen.
Das Wissen, dass der Aufsichtsrat zur Not auch zu unfairen Mitteln greift und womöglich Intim-Informationen über Band an die Öffentlichkeit spielt, macht die Arbeit nicht leichter.
Der Neuanfang bei Siemens, so scheint es, hat noch nicht begonnen. Und es wird weiter über die Rolle der Deutschen Bank geredet werden.
(sueddeutsche.de)
Ausgerechnet Ackermann. Ausgerechnet die Deutsche BanK! Das sind doch die letzten, die legitimiert sind den Saubermann in anderen Häusern zu spielen. Ein Verein, wo der Dreck am Stecken bis zum Handgriff reicht. Es kann einem speiübel werden, wenn man betrachtet, welche potentiellen Knastvögel seit dem untadeligen Herrhausen dort das Zepter führen.
Das eintig geschickte an der Deutschen bank ist, dass sie ihre Leichenkeller erfolgreich verschlosssen halten konnten. Abe4r die Affären der Ackermann, Kopper unmd Breuer reichen schon.
... Wir haben einen Arbeitsplatz der in der Regel nicht mehr unbefristet ist, wir müssen/sollten für unsere eigene Rente sparen (4% - Riester!), Eventuell Rücklagen bilden falls wir mal arbeitslos werden und doch unsere Fixkosten begleichen müssen (Kredite), die Mieten, Immobilienpreise steigen jährlich. Mehrkosten für Abzahlung Eigentum etc. etc... Die Zeit ist schnelllebiger und wir kommen kaum mehr selbst zur Ruhe. Müssen den Familienhaushalt unter Ökonomischen Gesichtspunkten betrachten. Gut, es liegt in deiner Hand das zu ändern ( und an dich heranzulassen), aber meinst du wirklich du könntest dich dem entziehen, wo selbst das Umfeld sich im Dauerstress "wähnt"?
Es ist an der Zeit das das Kapital nicht nur "allein" Besitz und Reichtum bedeutet, sondern auch mit Verantwortung und Pflichten in Einklang zu bringen ist. Und das sollte Gesetz werden!
.. falls es überhaupt (für dieses gar nicht anders können der Manager) eine Lösung gibt.
Ich gebe Ihnen Recht - itac.
Nur das was derzeit und eigentlich seit längerem passiert ist das Ethik und das Vertrauen in vielen Bereichen unseres Zusammenlebens (Wirtschaft, Gesellschaft) immer weiter schwindet. Ich hatte selbst einmal in einer Bank gearbeitet und was ich vorher nicht glauben wollte war wahr. Es gibt eine Vorlageverkaufszahl Sie müssen so und so viele Sparbücher der Sorte X und Depots der Art Y verkaufen. Ansonsten können Sie sich mit Ihrem Teamleiter unterhalten warum das nicht klappt und wie wir dieses Problem lösen können. Und schließlich gibt es auch noch Vertragsprovisionen für jeden abgeschlossenen Vertrag - auch wenn ich fest dort arbeite (PS: so arbeitet jede Bank). Aber, der Mensch der zu Dir kommt vertraut Ihnen er ist ja meistens kein Finanzexperte das sind Sie! Und daher macht er meistens das was Sie empfehlen ( die junge Generation wächst hier schon ökonomisch denkend mit - die "alten" wollen sich meist nicht mit Wirtschaftsmagazinen und Aktien beschäftigen (die wollen "leben")). Das gilt ebenso für Versicherungen. Wie war das, wir Deutschen sind überversichert?... Das alles wäre nicht so schlimm und verkraftbar, wenn nicht versucht werden würde das Kapital dauernd zu vergrößern und jeder Manager versucht nach den Ökonomischen Gesetzen die Vorjahresbilanz zu toppen (weil wird das Ergebnis niedriger, ist es gleichbedeutend damit das er unfähig ist?!?! - hier beißt sich auch die Katze in den Schwanz). Aber, kennen sie eine Bilanz? Passiva und Aktiva, wenn ich es auf der einen Seite dazubekomme muß ich es irgendwo her wegnehmen. Und das Geld fehlt dem Teil der Bevölkerung es im Wirtschaftskreislauf einzubringen. Zumindest sehe ich das bisher so oder so ähnlich. Um den Anschluß zu bekommen: Wir könnten es uns leisten diese "Fehlausgaben" (sind sie ja eigentlich auch keine Fehlausgaben - es wird ja Leistung gegeben nur nicht die beste am Markt). Aber jetzt beißt sich wieder die Katze in den Schwanz - unsere mittlereweile immer agressiveren Werbestrategien setzen mehr Wünsche in uns frei die wir uns eigentlich kaum bis gar nicht leisten können und/aber häufig müssen (so denken wir). Alle zwei Jahre einen der neuesten Fernseher, PC etc. Und was fehlt? Das Geld. Wir ha
Kleinfeld musste erstmal die Hinterlassenschaften seines Vorgängers aufräumen, das hat er auch mit Erfolg getan (auch wenn es vielen nicht passt, wie er das getan hat). Ihm ist wohl nichts vorzuwerfen als das Versagen, eigene Seilschaften und Kumpane im deutschen Managerumfeld aufzubauen. Deshalb konnte er nun niemanden aktivieren, der gestützt hätte. Da haben Reitzle & Co. wohl schon anders vorgesorgt...
Gute Gründen für ihr Tun finden Manager, aber auch die Presse, immer. Vor allem im Nachhinein. Man soll den menschlichen Faktor dabei jedoch nicht vergessen. Persönliche Eitelkeiten, Animositäten, Selbstherrlichkeit, Arroganz spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle in der angeblich so rationalen Wirtschaftswelt. Der Erfolg am Ende des Handelns mag Vieles rechtfertigen, dort wo er ausbleibt ist die öffentliche Schelte angebracht.
Ackermann und Cromme werden sich also schnell etwas einfallen lassen müssen, wollen Sie nicht als unfähig dastehen.
Für das gescholten zu werden, wofür sie von ihrem Arbeitgeber bezahlt werden, nämlich wirtschaftlichen Erfolg für ihr Unternehmen einzufahren, ist an dieser Stelle jedoch nicht angebracht und entspringt eher der deutschen Sozialromantik. Die Herren machen dasselbe wie die deutsche Hausfrau: sie kaufen dort ein, wo es am billigsten ist. Und natürlich beklagt auch der deutsche Mann die Kosten für deutsche Produkte und greift zum so wunderbar billigen Produkt aus Asien. Besteht da nicht auch ein Zusammenhang zum Handeln der vielgescholtenen Manager?
grüsse itac
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