UN-Klimaschützer Yvo de Boer über die Folgen der Wirtschaftskrise für die Umwelt und die grüne Revolution im Weißen Haus durch den neuen Präsidenten.
Bis zur Klimakonferenz Ende des Jahres in Kopenhagen soll der Holländer Yvo de Boer die Welt auf die Abkehr von fossilen Brennstoffen einschwören. Trotz Wirtschaftskrise müsse es gelingen, den Schadstoffausstoß drastisch zu senken, sagt de Boer und fordert, Industrieländer sollten im Streit mit den Ärmsten einlenken und sich höhere Umweltziele setzen.
"Unser Lebensstil muss sich radikal ändern", fordert UN-Klimaschützer Yvo de Boer. (© Foto: AP)
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SZ: Herr de Boer, Sie gelten als grünes Weltgewissen. Kämpfen Sie in diesen klammen Zeiten auf verlorenem Posten?
De Boer: Niemand kann leugnen: Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat Einfluss auf die internationale Klimapolitik. Sie macht es schwerer, an Geld für den Klimaschutz zu kommen. Aber klar ist auch: Sie ist ein weltweiter Weckruf.
SZ: Was meinen Sie?
De Boer: Ich glaube, die Menschheit lernt in diesen Tagen eine bittere Lektion: Wir erleben, was es heißt, nicht nachhaltig zu wirtschaften. Wir haben lange über unsere Verhältnisse gelebt. Das ist ähnlich wie beim Klimaproblem. Die Gründe der Finanz- und Wirtschaftskrise liegen in unbezahlter Schuld. Investoren, Politik und Banken lernen jetzt hoffentlich, genauer hinzuschauen - und nachhaltig zu handeln.
SZ: Glauben Sie das wirklich? Seit 2000 haben die Industrieländer ihre Treibhausgas-Emissionen erhöht, statt sie zu senken. Jetzt auch noch die Wirtschaftskrise. Droht die Welt beim Klimaschutz zu versagen?
De Boer: Die Emissionen liegen tatsächlich höher als jemals zuvor in der Geschichte. Aber unsere jüngsten Zahlen geben nur bis 2005 Aufschluss. Im gleichen Jahr trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Viele Länder haben erst danach ernsthaft angefangen, Emissionen zu reduzieren. Ich bin mir sicher, dass das Abkommen greift und dass die Gruppe der Industrieländer, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat, bis 2012 im Schnitt einen leichten Rückgang erreicht.
SZ: Die Zeit drängt. Sie fordern, schon bis zur nächsten Klimakonferenz in Kopenhagen Ende dieses Jahres Produktion und Konsum umzusteuern. Was muss passieren?
De Boer: Unser Lebensstil muss sich radikal ändern. Schauen Sie: Das Kyoto-Abkommen war gut. Die vereinbarten gut fünf Prozent weniger Emissionen reichen aber langfristig bei weitem nicht aus. Die Wissenschaft macht uns klar: Wir brauchen Kürzungen von 80 Prozent, um den Klimawandel zu stoppen.
SZ: Wie soll das funktionieren?
De Boer: Die Kyoto-Ziele lassen sich noch mit etwas mehr Energieeffizienz, sparsameren Autos oder besserer Wärmedämmung für Häuser erreichen - diese neuen Ziele nicht. Sie stellen Fundamentales in Frage: Die Mittel der Energieerzeugung und der Fortbewegung zum Beispiel. Auf der nächsten Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember müssen wir den ersten Schritt gehen in eine nachhaltige Energiezukunft mit erneuerbaren Ressourcen.
SZ: Die Industrieländer nehmen gerade Milliarden in die Hand, um das Fundament ihrer Wirtschaft zu retten. Wie wollen Sie den Klimaschutz in den nächsten Monaten ganz oben auf der Agenda der Weltpolitik halten?
De Boer: Die US-Regierung denkt über eine Neuverschuldung von zwei Billionen Dollar nach. Die Staatsverschuldung liegt dann bei zwölf Billionen Dollar auf Höhe des Bruttosozialprodukts. Und die Amerikaner sind ja nur ein Beispiel von vielen. Nirgendwo auf der Welt ist das der ideale Moment für einen Besuch beim Finanzminister, um zu fragen: Sind noch ein paar Milliarden für die Klimapolitik da? Es wäre Unsinn, das zu leugnen.
SZ: Woher soll das Geld für die Klimapolitik dann kommen?
De Boer: Das Geheimnis wird es sein, es im Klimaprozess aufzutreiben, nicht draußen. Ein Beispiel: Deutschland versteigert Emissionsrechte - Geld, das in internationale Kooperationen und heimische Klimaprojekte fließen soll. Ein anderes: Europa führt eine Steuer auf den internationalen Luftverkehr ein. Solche Projekte sind der Weg der Zukunft. Es gibt viele Chancen, die Verursacher von Umweltproblemen auch dafür zahlen zu lassen.
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Wie viel ist uns die Umwelt wirklich wert? Eine Suche nach dem Preis der Natur. Jetzt lesen ...
- Energie Klimaschutz in Not 18.11.2008
- Emissionshandel Finanzkrise vs. Klimaschutz 10.10.2008
- Klimaschutz Kemferts Rechnung 10.09.2008
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Nachhaltiges Wirtschaften muß evolutionsprozess-logisch angepackt werden. Nur so kommen wir zu einem selbstläuferischen, dominomächtigen Umsteuerungs- und Entwicklungsprozess.
Wo ist evolutionsprozess-logisch anzusetzen?
Wir müssen nur die Kostenschere für die Produktionsfaktoren Arbeit einerseits und Energie-und-Kapitalstock andererseits durch umfinanzierung der staatlichen und sozialen Leistungen umkehren, sowie den Produktivitätsfortschritt nicht mehr über Lohnerhöhungen verteilen, sondern durch ein jährlich steigendes Zweiteinkommen für Jedermann ( = EPIKUR-Projekt), das ebenfalls aus der Anhebung der Energie- und Kapitalstocksteuer finanziert wird. Und das nicht nur auf nationaler sondern auch auf globaler Ebene.
Angela Merkel steuert mit ihrem DRITTEN Weg auf diese nachhaltige Wirtschaftsweise in einer evolutionsprozess-logisch folgenden Weltordnung des KREATIVEN zu. Sie hat die Evolutiionsprozess- und Chaosphysik und die Ableitungen daraus für das Steuerungssystem des Fortschrittsprozesses drauf, nach der dieses Übergangsprojekt zu gestalten ist. Angela Merkels Rede in Davos kann als das Ereignis und der 30.1.2008 kann als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem offiziell das Übergangsprojekt in die globale Diskussion eingeführt wurde - und dass an diesem Tag das neue Kapitel in der Menschheitsgeschichte aufgeschlagen wurde.
Dieser sogenannte "Klimaschutz" wird also weiterhin unsere Umwelt zerstören.
Irgendwann wird es zu spät sein und man merkt, dass man aufs Klima keinen Einfluss hat, aber auf die Umwelt schon. Nur wird dann von letzterer nichts mehr übrig sein, weil Billionen von Dollar in den "Klimaschutz" gesteckt wurden und für den den wahren Umweltschutz nichts mehr übrig bleibt.
könnte man das Sparen gleich damit anfangen, den Herrn De Boer in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Dann käme es vielleicht soweit, daß nicht 10 Tausend Klimaschützer sich alljährlich für ein paar Wochen in Traumlandschaften einmieten müssen um dort "Protokolle" zu entwerfen.
Die Ursachenforschung für den Klimawandel ist immerhin noch kontrovers geführt, die Diskussion über deren Folgen mindestens auch, sodaß es nicht einsehbar ist, den Unsinn weiterzubetreiben.
Zum Beispiel: Klimaschutz durch bessere Dämmung: ansich richtig, aber auch das gibt es nicht zum (CO2-) Nulltarif. So wie "bessere Autos" und sonstiges. Wer 80% Reduzierung einfordert, der scheint schon jetzt das Holz der Tropen zu verkaufen!
Wenn wir(und damit meine ich nicht die ökos sondern Menschen der "1. Welt") nicht bald eine grundsätzlich neue Einstellung zu Konsum und Besitz bekommen ist der Klimawandel am ende unserer Generation (1980-2000 geboren) soweit fortgeschritten, dass selbst in Holland die besten und größten Deiche nicht mehr halten und wir von vielen pazifischen Inseln gar nicht mehr zu sprechen brauchen.
Auch wenn viele Länder einzelne Ziele vorantreiben, muss sich an der Einstellung was ändern. Zwar sind wir die "Krone der Schöpfung" aber brauchen wir wirklich pro Bundesbürger einen Durchschnitt von fast einem halben Kilo Fleisch am Tag?
Braucht man im Leben 6 Autos? 11 Computer? Zu jeder Zeit verfügbare Bilder aus Timbuktu?
Wir müssen uns mit weniger zufrieden geben, dafür aber glücklicher sein.
Wie das geht ist eine gute Frage.
Was die Wirtschaft davon hält ist ja klar :-), aber so nur ist der klimawandel aufzuhalten.
In der "2. und dritten Welt" sind diese Maßnahmen nicht nötig. Das weiss man ja.
Damit hat dieser Herr sich selbst disqualifiziert.
Ich kann diesen Satz nicht mehr hören. Auch ohne den Menschen, gäbe es einen Klimawandel. Denn hat es seit der Entstehung der Erde gegeben. Der Mensch beschleunigt nur den Prozess. Und wenn man über den Wandel des Klimas spricht, so muss man sagen, dass wir die Beschleunigung nicht weiter vorranschreiten lassen dürfen. Das wäre richtig gewesen.
Der Erde ist es egal, ob es durchschn. paar Grad wärmer oder kälter geworden ist. Dem Menschen aber nicht, da in vielen Regionen sich die landwirtsch., industrielle Art nicht mehr funktionieren würde (was zu Hungersnöten führt).