Das Bundeskartellamt will die Übernahme der Discountkette Plus durch die Edeka-Gruppe nicht zulassen: Der Handelskonzern dominiere bereits den deutschen Lebensmittelmarkt. Doch Edeka will nicht aufgeben.
"Nach derzeitiger Auffassung des Bundeskartellamtes wird Edeka nach dem Zusammenschluss über eine überragende Marktstellung verfügen", teilte die Behörde am Montag in Bonn mit.
(© Foto: AP)
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Daher sei beabsichtigt, das Vorhaben zu untersagen. Edeka würde nicht nur einen nach dem Vertriebskonzept engen Wettbewerber übernehmen, sondern auch die regionale und bundesweite Marktabdeckung deutlich ausbauen.
Zudem hätten Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann eine Kooperation beim Einkauf für ihr jeweiliges Supermarktgeschäft vereinbart, argumentiert die Behörde.
Trotz dieser Bedenken hält die Edeka-Gruppe an den Übernahmeplänen für Plus fest. Die Edeka-Zentrale werde in den kommenden Wochen Stellung nehmen und sei zuversichtlich, die Bedenken des Bundeskartellamtes ausräumen zu können, teilte Edeka mit. Ähnlich äußerte sich auch Tengelmann.
Edeka beherrscht Viertel des Marktes
Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel entfielen derzeit 90 Prozent des inländischen Marktvolumens auf Edeka, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland), Aldi, Rewe, Metro und Tengelmann. Marktführer sei Edeka mit einem Anteil von 25 Prozent.
Diese Position stellt nach Auffassung des Bundeskartellamtes auch bei regionaler Marktbetrachtung heute schon ein Flächenproblem dar, das sich durch den Zusammenschluss weiter verschärft.
Der Zusammenschluss würde die ohnehin schon bestehende hohe Marktkonzentration beim Einkauf verschärfen und zu noch größeren Abhängigkeiten der Lieferanten führen, heißt es in Stellungnahme der Behörde.
"Der Ausbau der Machtposition der Edeka auf den Beschaffungsmärkten würde auch ihre Marktstellung auf den Absatzmärkten weiter stärken, zumal Edeka die Standorte von der zu übernehmenden Plus weitestgehend auf das - wirtschaftlich erfolgreichere - Netto-Markendiscount-Konzept umstellen will."
Die Verfahrensbeteiligten können bis zum 17. April zu der Abmahnung Stellung nehmen. Die Untersagungsfrist endet am 28. April.
(suedeutsche.de/dpa/hgn)
Streit um Parteispitze bei der Linken
Der Markt sollte sich selber regulieren, ein ständiges eingreifen des Staates ist nicht gut auf dauer. Einzig zur Vermeidung von Monopolen sollte man tätig werden und das ist ja in dem Fall nicht gegeben, meiner Meinung nach.
... denn auch Macht "ist nicht von vorne herein schlecht - es kommt drauf an, was man damit anfängt" ... In diesem Zusammenhang sind beide Begriffe austauschbar - und wie allgemein "Macht" (weltweit) mißbraucht wird, das erleben wir doch überall ...
Insofern wären wir doch hoffnungslose, weltfremde Idealisten und Träumer, wenn wir in der heutigen Zeit ernsthaft glauben würden, dass Größe + Macht gemeinnützig sei ... :-(
Zum Erzielen des Gewinnes über die abgesetzten Margen kann ich zum Beispiel an dem Produkt "Milch" nur sagen, dass es ein reiner "Frequenzbringer" ist. Geht nur ein Liter Milch kaputt beim "Handling", müssen zehn Liter verkauft werden, um den Verlust aufzufangen. Von Verlusten durch Überschreitung des MHD und so weiter ganz zu schweigen. Solche Produkte gibt es viele - gerade im Frischebereich. Trotzdem sind gerade hier Preiserhöhungen kaum durchzusetzen - was ja auch aus Verbrauchersicht durchaus verständlich ist. Der Preisdruck ist so groß, dass viele Einzelhändler, die keinem Großkonzern wie der Edeka oder der Rewe angeschlossen sind, die "Bude dicht machen" müssen. Sie finden aber durch diese Großkonzerne die Möglichkeit, von der Einkaufsmacht der Großen zu profitieren und dabei gleichzeitig die Handelsvielfalt zu erhalten.
Wenn schon Konzentration, dann lieber unter dem Mantel der Edeka oder der Rewe als unter dem Label der Lidl und Schwarz-Gruppe oder der Metro.
Aus dem einfachen Grund, weil bei der Rewe und der Edeka der Schwerpunkt beim selbständigen Einzelhandel, also beim Mittelstand liegt. Diese beiden Konzerne sind doch die letzten, die dem ambitionierten und engagierten Unternehmer die Möglichkeit bieten, seinen Service und seine Verbrauchernähe mit konkurrenzfähigen Preisen zu kombinieren. Die Einkaufsvorteile eines großen Konzerns verbunden mit der Flexibilität und dem Einsatz selbständiger Kaufleute - das ist in meinen Augen ein Konzept für ansprechende, freundliche Supermärkte mit vernünftigen Preisen und - nebenbei bemerkt - in den meisten Fällen auch recht guten Arbeitsbedingungen. Als vor einigen Jahren die Spar von der Edeka geschluckt wurde, haben wirklich alle davon profitiert. Die Kunden durch besseren Service, bessere Preise und ein ansprechenderes Sortiment, die Einzelhändler von besseren Einkaufsbedingungen und die Mitarbeiter durch eine größere Sicherheit durch die Zugehörigkeit zu einem großen Konzern. Größe ist nicht von vorne herein schlecht - es kommt drauf an, was man damit anfängt. Die Größe der Discounter hat in meinen Augen zu einer Verschlechterung der Versorgung in punkto Vielfalt und Auswahl geführt - allerdings zu erheblich niedrigeren Preisen in vielen Warengruppen geführt. Ich bleibe dabei, dass die Kunden von einem Zusammenschluß von Plus und Edeka durchaus profitiert hätten. Und das sollte doch wohl das Maß aller Dinge sein, oder?
... wie es in unseren Kommentaren den Anschein hat. Ich finde es übrigens auch sehr bezeichnend, dass wir offenbar zu den wenigen Lesern gehören, die diesen Artikel überhaupt wahrnehmen und kommentieren ...
Ich stimme Ihnen insbesondere dabei zu, dass heute allgemein und in vielen Branchen mit wirklich relativ geringen Gewinn-Margen kalkuliert wird - dort erzielt man den Gewinn dann hinten herum über die abgesetzten Mengen, oder?
Sie schildern gleichzeitig auch selber richtig bereits heutige Auswirkungen und Folgen einer jahrelangen Konzentration in Ihrer Branche ... Glauben Sie -abgeleitet davon- wirklich selber an eine Verbesserung durch eine weitere Konzentration - wenn ja, dann für wen?!? Für die Verbraucher(preise) sicherlich nicht, man kann ja heute bereits von einem Kartell sprechen - und nicht nur in der Lebensmittelbranche!
Was denken Sie denn geschieht, wenn es dereinst nur noch einen einzigen Großkonzern gäbe? Neben einer Job feindlichen Automatisierung und einhergehender Rationalisierung auch in Ihrer Branche - hätten wir alle mangels Alternative diktierte, monopolistische hohe Preise zu bezahlen ... Wie übrigens bei Benzin+Heizöl, bei Gas und Strom, etc. - ich wiederhole mich da sehr gerne immer wieder!
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