Jörg Asmussen Bankaufseher warb für lasche Bankaufsicht

Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen, hat sich noch vor zwei Jahren für laxe Kontrollen der Finanzinstitute ausgesprochen.

Von Heribert Prantl

Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium (BMF), Jörg Asmussen, hat sich noch vor zwei Jahren für eine weitreichende Liberalisierung des Finanzmarkts und für laxe Kontrollen der Banken ausgesprochen.

Asmussen, der damals Chef der Abteilung Geldmarktpolitik war und heute als Konstrukteur des 500-Milliarden-Rettungspakets gilt, plädierte 2006 in einem Aufsatz für die Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen für den verstärkten "Einsatz neuer Finanzierungsinstrumente".

"Unnötige Prüfpflichten"

Außerdem empfahl er, den Banken keine "unnötigen Prüf- und Dokumentationspflichten" aufzuerlegen, wenn sie in "gängige ABS-Produkte investieren" - also in den Handel mit den inzwischen umstrittenen Finanz-Derivaten. Asmussen riet, "seitens des BMF" solle auf zurückhaltende Prüfung "geachtet werden".

Damals war Asmussen auch Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, die in den Strudel um Derivat-Geschäfte geriet; zugleich saß Asmussen im Verwaltungsrat der deutschen Bankenaufsicht Bafin.