Höhere Vorstandsgehälter bei Springer Schlechter Stil

Die Vorstandsgehälter bei Springer steigen trotz Fehlentscheidungen.

Ein Kommentar von Caspar Busse

Von einem Fehler sprach Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, am Mittwoch mit Blick auf den gescheiterten Einstieg beim Postdienstleister Pin - immerhin.

Ansonsten war er bemüht, das Debakel schnell vergessen zu machen und nach vorne zu schauen. Aber der Ausflug in das Postgeschäft war teuer und hat dem Image geschadet.

Mehr als 500 Millionen Euro hat das Ganze gekostet, für das Geschäftsjahr 2007 steht ein dicker Verlust in der Springer-Bilanz. Der Pin-Ausflug war trotz aller Diskussion um den Mindestlohn in der Postbranche auch eine Fehlentscheidung des Managements, daran kann nicht gerüttelt werden.

Vorstandsgehälter deutlich angehoben

Deshalb ist es bemerkenswert, wenn genau in diesem Jahr die Gehälter des Vorstands deutlich angehoben werden - um nahezu 40 Prozent.

Laut Geschäftsbericht erhalten die vier Springer-Vorstände 15 Millionen Euro - eine stolze Summe. Ausgerechnet jetzt einen solchen Aufschlag zu gewähren, zeugt von schlechtem Stil. Formal wird das alles seine Richtigkeit haben, "verdient" ist das nicht.

Dazu kommt, dass Springer eine Rekorddividende ausschütten will. Insgesamt sollen mehr als 120 Millionen Euro an die Aktionäre ausgezahlt werden, etwa die Hälfte davon wird auf die Verlagserbin Friede Springer entfallen.

Angesichts eines Verlustes von 288 Millionen Euro unter dem Strich ist das bedenklich - zumal Springer das Geld im härter werdenden Wettbewerb gut für neue Projekte brauchen könnte. Dabei befindet sich Springer sogar in schlechter Gesellschaft: Auch die TV-Konzerne Pro Sieben Sat 1 und RTL wollen für 2007 mehr ausschütten, als sie verdient haben. Das ist kein gutes Zeichen.