Gillette-Übernahme Procter & Gamble wird zum weltgrößten Konsumgüterkonzern

Für 57 Milliarden Doller übernimmt der US-Konzern Procter & Gamble den Rasiererhersteller Gillette und verdrängt damit Unilever.

Durch den Zusammenschluss werden laut P&G 6000 der zusammengerechnet 140.000 Stellen in dem neuen Unternehmen gestrichen. Durch den Zusammenschluss würde der niederländische Unilever-Konzern von Platz eins in der Konsumgüterbranche verdrängt.

Die Transaktion soll über einen Aktientausch vollzogen werden. Procter & Gamble bietet 0,975 eigene Aktien für jeden Gillette-Anteil. Dies wäre ein Aufschlag von 18 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Donnerstag. Die Übernahme, die noch unter Vorbehalt der Zustimung der Gillette-Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden steht, soll im Herbst abgeschlossen werden.

Der 1901 gegründete Gillette-Konzern stellt neben Nass- (Mach3 und Venus) und Trockenrasierern (Braun) auch Zahnbürsten (OralB) und Batterien (Duracel) her. Das Unternehmen beschäftigt 30.000 Mitarbeiter in 14 Ländern. Procter & Gamble mit 110.000 Beschäftigten in mehr als 80 Ländern bietet über 180 Produkte an.

Bekannte Marken sind Pampers-Windeln, Charmin-Toilettenpapier, Waschmittel wie Ariel, Lenor und Tide, Always-Damenbinden, Shampoo von Head & Shoulders und Wella sowie Snacks wie Bounty und Pringles. Beide Firmen unterhalten auch Vertretungen in Deutschland.

Warren Buffett begeistert

Die Übernahme von Gillette sei "eine einzigartige Gelegenheit" und verbinde die besten Anbieter von Konsumgütern in ihren Bereichen, erklärte P&G-Chef A.G. Lafley. Gilette-Chef James M. Kilts soll nach der Übernahme Vize-Chef des neuen Konzerns werden. Die Fusion bringe zwei Firmen zusammen, "die in ihren Stärken, ihren Kulturen und Visionen komplementär sind", betonte Kilts.

Der größte Gillette-Eigner, der Finanzmagnat Warren Buffett, begrüßte den Zusammenschluss. "Das ist ein Traum-Deal", erklärte er. Er kündigte an, seinen Anteil an Procter & Gamble bis zum Abschluss der Fusion auf 100 Millionen Aktien aufzustocken. Buffett hält über seine Firma Berkshire Hathaway derzeit 96 Millionen Gillette-Aktien, was nach dem Umtauschverhältnis 93,6 Millionen Aktien von Procter & Gamble entspricht.

Procter & Gamble kündigte gleichzeitig ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten will das Unternehmen Anteile im Wert zwischen 18 und 22 Milliarden Dollar einsammeln. Die Erwartungen für die Umsatzsteigerung im laufenden Jahr erhöhte der Konzern von ursprünglich vier bis sechs Prozent auf fünf bis sieben Prozent.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres machte Procter & Gamble nach Angaben vom Donnerstag einen Umsatz von 14,5 Milliarden Dollar. Dies war ein Plus von neun Prozent. Der Nettogewinn stieg gleichzeitig um zwölf Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar. Gillette konnte im dritten Quartal einen Anstieg des Gewinns um 14 Prozent auf 475 Millionen Dollar verbuchen.