Gewerkschaften IG Metall diskutiert über fünf Prozent mehr Lohn

Die Forderung der IG Metall zur anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie könnte geringer ausfallen als 2015.

Die Forderung der IG Metall zur anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie könnte geringer ausfallen als im Vorjahr. Bei regionalen Vorberatungen sprachen sich Tarifkommissionen am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit für eine Forderung nach 5,0 Prozent mehr Geld aus. In der vorangegangenen Tarifrunde hatte die Gewerkschaft noch 5,5 Prozent verlangt und schließlich 3,4 Prozent bei einer allerdings auf 15 Monate verlängerten Laufzeit erreicht.

Arbeitgeberchef Rainer Dulger bezeichnete den Abschluss aus dem Vorjahr als zu hoch. "Wir müssen um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts fürchten und werden entsprechend agieren. Unterschätzen Sie nicht unsere Entschlossenheit und Fähigkeit, einen Streik auszuhalten", gab sich der Gesamtmetall-Chef im Interview mit der Wirtschaftswoche kämpferisch. Arbeitgebervertreter unter anderem in Hessen und Nordrhein-Westfalen kritisierten die Empfehlungen als "unvernünftig hoch und wirklichkeitsfremd". Die Forderung "passt nicht in die Zeit", sagte Niedersachsens Metall-Chef Volker Schmidt.

Von den sieben IG-Metall-Bezirken wich zunächst nur Nordrhein-Westfalen mit einer Forderungsspanne zwischen 4,5 und fünf Prozent etwas nach unten ab. Eine Empfehlung aus Berlin-Brandenburg lag zunächst nicht vor. Die übrigen Tarifkommissionen mit den traditionellen Pilotbezirken Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze sprachen sich für 5,0 Prozent aus. Das wäre die niedrigste Forderung in der Metall- und Elektroindustrie seit 2006. Nur nach der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Gewerkschaft für 2010 ganz auf eine konkrete Zahl verzichtet. Festgelegt wird die Forderung für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten aber erst am 29. Februar.