Gewalt gegen Manager: Nach 3M und Sony trifft der Zorn des Volkes nun auch den französischen Milliardär Pinault. Bei Caterpillar entspannt sich unterdessen die Lage.
Heißer Frühling in Frankreich: Zum vierten Mal binnen dreier Wochen haben Arbeiter aus Zorn über Werksschließungen oder Stellenabbau am Dienstagabend einen Manager als Geisel genommen. Es handelte sich diesmal um das bislang prominenteste Opfer, den französischen Milliardär François-Henri Pinault, Ehemann der mexikanischen Schauspielerin Selma Hayek.
Caterpillar-Manager Maurice Petit: Wegen Herzproblemen durfte er sein Büro verlassen. (© Foto: AFP)
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Angestellte hatten ihn aus Wut über geplante Stellenstreichungen eingekesselt, als er nach einer Veranstaltung in ein Taxi stieg. Mehrere Dutzend Mitarbeiter aus Firmen seines Luxusgüter- und Handelskonzerns PPR (Pinault Printemps Redoute) riefen in Sprechchören: "Pinault, dreckiger Schuft".
Die Polizei musste Pinault befreien. Er saß eine Stunde in Taxi fest. Pinault ist einer der reichsten Männer Frankreichs. Sein Konzern hatte im Februar bei der Buchladentochter Fnac und dem Einrichtungshaus Conforama die Streichung von 1200 Stellen angekündigt. Zu seiner Unternehmensgruppe gehören auch das Luxuslabel Gucci und der deutsche Sportartikelhersteller Puma.
Sarkozy gibt den Retter
Ebenfalls am Dienstag hatten Beschäftigte des amerikanischen Baumaschinenherstellers Caterpillar in Grenoble vier Manager gefangengenommen, um gegen die geplante Streichung hunderter Stellen zu protestieren. Zunächst waren fünf Männer in der Gewalt der Demonstranten. Einer durfte allerdings am Abend nach Hause gehen, weil er Herzprobleme hatte.
Am Mittwoch stimmten die Gewerkschaften zu, die Manager gehen zu lassen und über einen Sozialplan zu verhandeln. Zuvor hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy versprochen, "das Werk zu retten", und der Konzern hatte die Lohnfortzahlung für drei Streiktage akzeptiert. Sarkozy hatte in einem Radiointerview gesagt: "Ich werde mich mit den Gewerkschaften zusammensetzen." Der Staat werde die Mitarbeiter "nicht fallenlassen".
Mit der Zuspitzung der Wirtschaftskrise häufen sich in Frankreich Besetzungen von Betrieben und vorübergehende, kurzfristige Geiselnahmen von Topmanagern. Andere Manager wurden von Gewerkschaftern gezwungen, an Protestmärschen teilzunehmen. Die härtesten Auseinandersetzungen soll es Berichten zufolge allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit in kleinen Betrieben ohne Gewerkschaft geben.
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(SZ vom 02.04.2009/tob)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
wenn wir Deutschen nur halb soviel streiken und Rabbatz machen würden, dann ... tja,
wird wohl leider nie geschehen, dann landet man sicher ganz schnell in der Rasterfahundungsdatei von Schäuble und gilt schon als Terrorist. Weiter so ihr Franzosen, lasst euch nicht alles gefallen!!
das ist unser preußisches Erbe. Und Manager gehören zur Obrigkeit. Basta.
Die Franzosen sind uns um einiges Voraus. Die lassen sich, im Gegensatz zu uns Deutschen, nicht alles gefallen, was diese selbstgefällige "Manager-Elite" verbockt.