Die Finanzbranche rechnet mit einer Pleitewelle - und verschärft die Krise. Geldgeber verlangen von Firmen Rekordsummen für Finanzierungen. Der Markt trocknet aus, Schrottanleihen sind unverkäuflich.
"Wir sollten uns nicht auf eine schöne neue Welt einstellen, sondern auf eine Welt voller Schafe", schrieb Bill Gross, Anlagestratege der Allianz-Tochter Pimco, kürzlich in seinem Anleger-Ausblick. In dieser Welt werden die Unternehmen Gross zufolge ihre Gewinne nicht mehr mit billiger Finanzierung machen können. Alle Markteilnehmer würden langsamer und vorsichtiger agieren - schafsgleich eben.
Vom Bullen zum Schaf: Das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit von Unternehmen ist fundamental erschüttert. (© Foto: dpa)
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Dieses Szenario ist fast schon von der Wirklichkeit überholt. Bei der Kreditvergabe sind Vertrauen und Risikobereitschaft Fremdworte geworden. Experten in Deutschland sprechen bereits von einer Kreditklemme. Laut einer aktuellen Umfrage des Kreditinformationsverbandes Creditreform gibt ein Drittel der Unternehmen an, dass es für sie schwieriger geworden ist, Kredite zu bekommen. Den Motoren der Wirtschaft wird damit das wichtigste Schmiermittel entzogen: Geld.
Im Baugewerbe sieht sich sogar mehr als die Hälfte von der Finanzkrise direkt betroffen. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), erwartet überdies eine deutlich nachlassende Aktivität des Kreditneugeschäfts der Banken. "Die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen in Deutschland sind im dritten Quartal noch einmal schwieriger geworden und eine weitere Verschärfung ist zu erwarten", sagte er dem Handelsblatt. Nach Berechungen der KfW-Volkswirte könnte das Kreditneugeschäft mit Beginn 2009 sogar schrumpfen.
Noch viel dramatischer ist die Situation auf dem Markt für Firmenanleihen. In normalen Zeiten verschulden sich hier die Unternehmen über verzinsliche Wertpapiere direkt bei Investoren. Zusätzlich werden diese Wertpapiere gehandelt - je nachdem, wie sich die Finanzkraft und damit das Kreditrisiko des Unternehmens verändert.
Das Drama bei den Anleihen
Ist das Ausfallrisiko hoch, steigen auch die Risikoaufschläge und damit die Gewinnspanne für die Investoren. Anleihen mit hohem Risiko - sogenannte Junk Bonds - werden dann wieder gebündelt und zum Verkauf angeboten.
Dieser Markt ist nach Auskunft der Finanznachrichtenagentur Thomson Reuters in Europa vollständig zum Erliegen gekommen. Im November wurde keine einzige solcher Schrottanleihen neu angeboten. Anders gesagt: Kein Investor glaubt momentan daran, das sich irgendein Unternehmen in naher Zukunft von seiner Zahlungsschwäche erholen wird. Und weil das so ist, droht in der Realwirtschaft tatsächlich Schrott - die Folgen könnten viele Pleiten sein.
Ein Zutrauen der Finanzbranche in die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft ist aber für die Unternehmen überlebenswichtig. In den kommenden 18 Monaten werden Firmen weltweit rund vier Billionen Dollar an Schulden zurückzahlen oder umschulden müssen - die gigantische Summe entspricht dem Bruttosozialprodukt Japans.
Lesen Sie im zweiten Teil, warum die Investoren derzeit kein Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen entwickeln.
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Spielen wir Doktor.
Wir haben vier Organsysteme vor uns. Einer heißt Finanzwelt (A), der zweite (B) Realwirtschaft, der dritte Politik (C) und der vierte Bürger (D). Da sie wechselseitig voneinander abhängen, bilden sie einen einzigen Organismus - unseren Patienten. Wird ein System krank, werden alle krank, versucht sich einer abzukoppeln, gefährdet er die Existenz der anderen - und damit letztlich auch seine eigene Existenz.
Als guter Arzt erheben Sie nun eine ausführliche Anamnese:
(A) und (B) leiden an einem massiven Burn-Out-Syndrom, (C) als Vermittler zwischen (A)/(B) und (D) sendet vollkommen unkoordinierte Signale durch den Körper und die ohnmächtige Wut und Angst bei (D) treibt einen bunten Strauß psychosomatischer Störungen, bis hin zu suizidalen Gedanken.
Die Organe dieses komplexen Organismus zeigen sich intakt, lediglich das Zusammenspiel ist offensichtlich vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Nach geduldiger Befragung und sorgfältiger Untersuchung des Patienten kommen Sie schließlich zu dem Ergebnis, dass eine massive narzistische Störung mit pathologischer Geltungssucht vorliegt und Ursache der zentralnervösen Entgleisung ist, die in alle Organsystem wirkt. Es liegt also eine die Störung eines weiteren Organs, des Gehrins (E), vor.
Da Sie eine hervorragender Arzt sind, arbeiten Sie kausal und nicht symptomatisch. Die Ursache liegt eindeutig bei E. Die Symptome zeigen sich bei A-D. Was würden Sie ihrem Patienten raten? Als Mediziner des 21. Jahrhundert.....
um die Massenvernichtungswelle aufzuhalten, nichts um die Austrocknung des Marktes zu verhindern, denn ohne vernünftige Kredite und -Linien, wird die Masseninsolvenz eingeläutet.
Bravo an George W.Bush und Frau Merkel, denn die Formel ist doch wirklich gut gelungen:
Gebe den Banken Megamilliardenkredite, um überwintern zu können (nicht mehr) und denen man geholfen haben, die werden sich bedanken in Form von Kreditwüste und Insolvenzmegagau.
Ein wirklich gelungener Deal mit der Folge der Exidusverschiebung, nicht der Banken, sondern des Staates. Gelungener Schachzug Herr Ackermann & Co. !!!
Ist aber auch nicht schwer, wenn man es mit arroganten und hochnäßigen Politikern zu tun hat, die ihre Schlächter zu Freunden machen. Ziemlich dumm, mit Verlaub. Ach ja die Massenarbeitslosigkeit geben die Banken kostenlos mit dazu, kostenlos wirds nur nicht für die Regierung, aber die hat ja kein eigenes Geld, sondern nur das Staatsvermögen, das den Bürgern gehört. Delikt: Hochverrat ???
sollte die Regierung um endlich mal zu zeigen wie wichtig der Bürger ist.
Hier mal einige Vorschläge:
- Amnestie für alle Steuerflüchtlinge, holt das Geld zurük nach Deutschland und legt das in Bundesschatzbriefe für 3 Jahre zu 7 % an. Das ist sicher, Geld fliesst zurück und Straffreiheit wird garantiert und es fliessen einige Mrd. zum Staat.
- MWST runter auf 15 % ab sofort
- Abschaffung des Soli
- Komplette KV Reform um die Beiträge zu senken, d.h. ALLE, aber wirklich alle müssen in das System einzahlen auch Selbständige, Beamte usw. Das würde reichen um die Beiträge einige Pozentpunkte zu senken und damit die AG und AN zu entlasten, für den AN bleiben mehr und für den AG heisst das Kosten sparen und mehr Geld für Investitionen zu haben bzw. Leute einzustellen.
In anderen Ländern ist das gang und gebe.
Anstatt die historische Chance zu nutzen, wird bereits Wahlkampf gemacht. Wie peinlich Frau Merkel.
Emmanuel Todd in 1998 ("L'illusion économique") und in 2003 mit "La chute de l'emprire (USA)", der schon in den 70 dern Kollaps rein aus statistischen und demographischen Daten der USSR profezeite, in 2006 George Soros prophezeite die Krise auch, William Bonner (mit seinem Best Seller von 2006 der Wall Street Journal und NYT "Das Imperiun der Schulden"), wo er die Subprime beschreibt und die KOnsequenzen für die USA und für die Welt. Peter Schiff, NOuriel Roubini, sehr guter Analyst, der ständig bei Blooberg TV und bei de CNBC die Star ist, weil er ganz genau, alles was jetz passiert vor einem Jahr "profezeit" hat.
USW
Leider keine Indianer, aber vielleicht gibt es auch ein Indianer, der das ganze auch prophezeit hat. Bestimmt jemand der logisch denkt. Bestimmt keiner, der sich von den Allgemeinheit wie ein Schaff überzeugen lässt.
Der Mensch handelt eben nicht, wenn er herausfindet, dass jeder andere ein Bilanzfälscher ist. Die Moral der Globalisierung ist eben Blenderei. Wirkliches Handeln erfordert ein normatives Fundament. Darüber haben viele gelacht, die jetzt heulen wie die Kinder
Paging