FDP-Politiker Kubicki Millionenpfand in Mobilcom-Aktien

Um Honorare für künftige Prozesse abzusichern, hat die Ehefrau des Mobilcom-Gründers Gerhard Schmid dem schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki ein Aktien-Paket überschrieben. Wert: rund 13 Millionen Euro.

Kubicki bestätigte dem Magazin Stern, dass in einem Wertpapierdepot bei der Verwaltungs- und Privatbank in Liechtenstein rund 800.000 Mobilcom-Aktien lägen.

Tanzt auf zwei Hochzeiten: Der Rechtsanwalt und schleswig-holsteinische Spitzenpolitiker Wolfgang Kubicki.

(Foto: Foto: ddp)

Die Aktien, so der Kieler Politiker und Rechtsanwalt, stammten von seiner Mandantin Sybille Schmid-Sindram, der Ehefrau des Mobilcom-Gründers und früheren Großaktionärs Gerhard Schmid. Das auf ihn übertragene Aktienpaket diene ausschließlich dazu, künftige Prozesskosten und Anwaltshonorare seiner Mandantin abzusichern.

Gegen den früheren Milliardär und Mobilcom-Gründer Schmid und dessen Ehefrau ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel wegen des Verdachts auf Betrug, Bankrott und Beihilfe zum Bankrott.

Möglicherweise illegaler Transfer

Wie Oberstaatsanwalt Uwe Wick bestätigt, wird ein möglicherweise illegaler Transfer von gut 2,8 Millionen Mobilcom-Aktien auf Depots in Liechtenstein überprüft. Bei der Anmeldung seiner Privatinsolvenz im Jahre 2003 soll Schmid dieses Aktienpaket verschwiegen haben.

Über die Stimmrechte an den Aktien auf dem Wertpapierdepot in Vaduz verfügt nach Informationen des Stern weiterhin Frau Schmid-Sindram. Wie bekannt wurde, besitzt sie derzeit knapp fünf Prozent des Mobilcom-Kapitals.

Liechtensteiner Briefkastenfirma

Abgesehen von den Papieren Kubickis halte sie alle Aktien entweder selbst oder über Liechtensteiner Briefkastenfirmen, bei denen sie die wirtschaftlich Berechtigte sei.

Über einen Antrag auf der Hauptversammlung wollen das Ehepaar Schmid sowie mehrere Kleinaktionäre Mobilcom zu einer Schadensersatzklage in Milliardenhöhe gegen den Großaktionär France Télécom zwingen.

"Höchst pikant"

Nach Angaben eines Mobilcom-Sprechers hat sich auch Kubicki zu der Hauptversammlung angemeldet. "Sein Aktienpaket wurde als Fremdbesitz angemeldet", sagte der Sprecher. Der Vorgang sei aus Sicht seines Unternehmens "höchst pikant"; die Beurteilung überlasse er der Staatsanwaltschaft.