Ex-Arcandor-Chef Spitzenjob für Middelhoff

Auf Thomas Middelhoff, den umstrittenen früheren Chef von Bertelsmann und Arcandor, wartet eine neue Spitzenposition in der Wirtschaft: Er soll Chef eines internationalen Medienunternehmens werden. Mit dem Untergang des früheren Karstadt-Konzerns will der Ex-Vorstand nichts zu tun haben.

Thomas Middelhoff, umstrittener Ex-Chef von Bertelsmann und Arcandor, bekommt einen neuen Spitzenjob in der Wirtschaft: Er wird Chef eines internationalen Medienunternehmens. Die Sache sei so gut wie unter Dach und Fach, sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Allerdings bitte ich um Verständnis, dass ich hier noch keine Details nennen kann."

Gegen Middelhoff laufen noch Prozesse in Zusammenhang mit der Insolvenz des früheren Karstadt-Konzerns. Angesprochen auf seinen Misserfolg sagte Middelhoff: "Es ist absolut nicht fair, dass mein Name mit dem Untergang von Arcandor verbunden wird. Zum fraglichen Zeitpunkt war ich schon monatelang nicht mehr Vorstandschef. Mit mir hätte es keine Insolvenz gegeben. Meine Leute und ich hatten die richtige Strategie entwickelt."

Vielmehr habe sein Nachfolger Karl-Gerhard Eick den Warenhauskonzern in den Ruin getrieben. "Herr Eick ist der Totengräber von Arcandor", sagte Middelhoff.

Der 60-Jährige prozessiert selbst gegen seine ehemaligen Freunde von der Bank Sal. Oppenheim, denen er Veruntreuung von Vermögen vorwirft. Dass er in privaten Geldangelegenheiten dem Vermögensverwalter Josef Esch blind vertraute, sei sein "schwerster Fehler" gewesen, sagt Middelhoff. "Ich werfe mir ganz konkret vor, zu spät erkannt zu haben, wie Josef Esch konstruiert ist und funktioniert. Vielleicht auch, weil ich es nicht wissen wollte. Dabei gab es genug Warnsignale schon Jahre vorher."

Lesen Sie das vollständige Gespräch mit Thomas Middelhoff im Montagsinterview der Süddeutschen Zeitung.