Glühlampe raus, Energiesparlampe rein: Die EU will Strom sparen - und verbannt die umweltschädlichen Energiefresser aus den europäischen Haushalten.
Zwar geht die EU-Kommission in Brüssel nicht so weit wie Neuseeland, wo vom Herbst 2009 an keine dieser antiquierten Lichtquellen mehr zugelassen ist. Aber in der Umsetzung der "Ökodesign-Richtlinie" werden derzeit in zahlreichen Vorstudien Mindestkriterien für die Effizienz von zwei Dutzend stromverbrauchenden Produktgruppen erarbeitet, darunter auch die Leuchtmittel für private Haushalte, Büros und den öffentlichen Verkehrsraum. Nach Schätzungen des Umweltbundesamts könnte dies schrittweise vom Jahr 2010 an das Aus für die Glühlampen bedeuten, die meist nur fünf Prozent der Energie in Leuchtkraft, den großen Rest aber in Wärme umwandeln. Mit daran glauben müssen vermutlich die derzeit ineffizientesten Halogenlampen.
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Bald ein Bild mit Seltenheitswert? Die EU-Komission will die herkömmlichen Glühbiren verbannen. (© Foto: AP)
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Allein für die Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Brücken produzieren die Stromerzeuger in Deutschland jährlich fast vier Milliarden Kilowattstunden, was einem Ausstoß von zwei Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid entspricht. Auf EU-Ebene erzeugen Lichtquellen immerhin schon mehr als 20 Millionen Tonnen. Das ist wenig im Verhältnis zur Gesamtmenge von ungefähr 850 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Inland, aber der Verzicht fällt nicht schwer, weil es längst Ersatz ohne nennenswerten Komfortverlust gibt.
Die gute alte Glühlampe - ein Auslaufmodell
Seit vielen Jahren schon sind Kompaktleuchtstofflampen auf dem Markt, die circa 80 Prozent weniger Energie verbrauchen. Deren Kinderkrankheiten werden nach und nach überwunden; die besseren, in der Regel teureren Modelle strahlen schon ein wärmeres Licht aus und brauchen nicht mehr so lange, um die Anlaufphase zu überwinden. Die Energiesparlampen sind nun mit unterschiedlichen Gewinden und in diversen Formen erhältlich. Mittlerweile gibt es auch Modelle, die mit einem Dimmer geregelt werden können. Selbst wenn die aufwendigere Herstellung berücksichtigt wird, hat die Sparlampe noch ein klares Plus in der Energiebilanz, zumal sie wesentlich länger lebt als eine Glühbirne.
Ein Schwachpunkt ist nach wie vor die Entsorgung. Die Kompaktlampe enthält Quecksilber, das zwar bei einem Bruch im Haushalt keine Gefahr darstellt, sich aber im Hausmüll stark anreichert. An sich müssen Energiesparlampen als Sondermüll entsorgt, also zu den Wertstoffhöfen gebracht werden, woran sich aber im privaten Bereich so gut wie niemand hält. Daran könnte sich wohl erst dann etwas ändern, wenn der Handel nicht nur ausgediente Batterien, sonder auch die neuartigen Lampen zurücknehmen müsste.
Verbindliche Standards für einen sparsameren Verbrauch soll es nach dem Willen des EU-Energiekommissars Andris Piebalgs noch für eine Reihe von anderen Produkten geben. Das Programm umfasst Spül- und Waschmaschinen, Bildschirme, Klima- und Kühlgeräte, Elektromotoren sowie die leidigen Stand-by-Schaltungen, die auch dann Strom fressen, wenn keine Leistung benötigt wird. In jedem Fall handelt es sich um Mindestanforderungen, die ein Produkt erfüllen muss. Japan geht einen anderen Weg: Dort muss jeder Anbieter nach einer Übergangszeit den Standard erfüllen, den das derzeit energiesparendste Modell erreicht.
Die gute alte Glühlampe ist jedenfalls ein Auslaufmodell. Sie wird bald ein ähnlich antiquiertes Relikt sein wie der Dynamo, der sich am Mantel des Fahrradreifens abmüht.
(SZ vom 19.6.2008/mel)
Was mich an dem Glühlampenverbot stört ist das z.b.
in der Terraristik kann man garnicht nur mit energiesparlampen
die Tiere vernüftig mit UV licht versorgen !
Und davon abgesehn reflektorglühlampen werden in der Terraristik für sonnenplätze gebraucht (nicht für den UV die ham ja keins aber für die wärme)
Also muss es sondergenehmigungen für den Terraristikbereich geben da das sonst Tierqälerei wäre !
Aber die Birnen (also die reflektorglühlampen für die wärme) von Terraristikfirmen sind schon teuer genug
7-10 Euro sind locker mal für ne normale reflektorglühlampe fällig die es auch im doppelpack bisher baugleich im Baumarkt für 2-3 Euro
zu kaufen gab !
Wenn das dann die einzigen sind die sowas noch herstellen dürfen dann schießen die preise nochmal in die höhe !
Jetzt kann ich mir aber nicht leisten anduaernd birnen für ca 10 Euro (oder dann sogar nochmehr weil die preise steigen) zu kaufen, ich bin arbeitslos sollen jetzt meine Tiere darunter leiden indem ich sie Verkaufen muss und ich dann nicht weis was aus ihenn wird ???? Z.b. meine Hausgeckos als Futtergeckos für Schlangen enden könnten !
Und wenn dann so Große UV birnen wie Ultravitalux, Powersund Replux D3 etc. oder HQlL oder HQI
brinen auch verboten werden ham die Tiere garkeine vernüftige UV quelle und es gibt ein massen dahinsichen von Reptileien in Europa !
In den USA werden mittels des "Energy Independence and Security Act of 2007" (durch Bush unterschrieben!) die Halogenlampen ab 2020 verboten. Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass Europa hier nicht mindestens gleichzieht.
Dann wird es die naechsten, interessanten Diskussionen geben:
- Sparlampen haben nicht den richtigen Lichteffekt
- LED Lampen wahrscheinlich schon, sind aber immer noch teurer (ja, auch in 2020 wird eine Sparlampe billiger sein, dann eine LED Lampe, behaupte ich jetzt mal, kann ja eh keiner das Gegenteil beweisen :-)
- Sind anders, dann dass, was wir heute kennen und deswegen sind wir dagegen....
Vielleicht machen wir dann einfach ein Copy - Paste von den derzeitigen Diskussionen rund um Gluebirnen und Sparlampen.
In meinen Augen gibt es in der Zukunft ein Basisproblem mit Gluehlampen in Nebenraeumen: Ja, es stimmt, der jaehrliche Spareffekt is verwahrlosbar. Die Kosten allerdings auch, einmal gekauft, nie wieder ausgetauscht (zugegeben: nur wenn man den richtigen Typ einsetzt).
Allerdings: solange man Gluehlampen kaufen kann, wird ein Grossteil der Bevoelkerung aus verschiedenen Gruenden auch Gluehlampen einsetzen.
Es gibt wahrscheinlich nur zwei Moeglichkeiten hiermit umzugehen:
- Gluehlampen verbieten
- Mittels Steuern die Gluehlampen deutlich teuerer machen als Sparlampen (was wahrscheinlich den Finanzminister freuen duerfte)
Auch wenn das Radikalverbot von Glühlampen noch so sinnvoll erscheinen mag, es ist es eben doch nur vordergründig. Es geht dabei völlig verloren, daß, wenn es um Energiesparen geht, die Einschaltdauer der jeweiligen Lampe das entscheidende Kriterium ist. Macht es Sinn eine teure Sparlampe einzusetzen in einem Nebenraum, der im Jahr gerade mal 3 Stunden Licht braucht? Hier verliert sich doch der Einspareffekt irgend wo hinter dem Komma, abgesehen davon, daß gerade in solchen Räumen mit extrem kurzen Einschaltzeiten die Sparlampe mit ihrer relativ langen Anlaufzeit (insbesondere bei Minusgraden wie etwa beim Garagenlicht oder bei der Außenbeleuchtung im Winter) denkbar ungeeignet ist. Hier bliebe ich lieber bei der Glühlampe ohne mich deshalb als schlechter Mensch fühlen zu müssen. In Räumen mit hohen Einschaltzeiten, wie z. B. in meinem Wohnzimmer, bringt bei mir das Glühlampenverbot ohnehin nichts, da habe ich nämlich Sparlampen schon seit mehr als 10 Jahren.
Gespannt darf man sein auf den Umgang mit den Halogenlampen. Es wird ein jähes Erwachen und einen großen Jammer geben bei all den Halogenlichtfanatikern, wenn sie plötzlich feststellen, daß all die lieb gewordenen Lichteffekte, die mit Halogenlicht möglich sind, mit Sparlampen schier unmöglich sind. Deshalb denke ich, bevor das Halogenlicht stirbt, stirbt eher das ganze Glühlampenverbot.
Es gibt meines Erachtens einen sehr guten Grund dies zu tun: Es ist eine sehr preisguenstige Weise, FUER JEDEN, HEUTE mit dem Energiesparen anzufangen.
- Die noetigen Produkte sind auf dem Markt.
- Es sind keine Experten noetig die einem helfen.
- Man braucht auf keine neuen Erfindungen oder Entwicklungen zu warten.
- Es ist relativ preiswert (verglichen mit anderen Energiesparmoeglichkeiten)
- Man kann schon mal anfangen zu lernen, dass wir unseren Lebenstil veraendern muessen. Alle Klagen, dass die Anderen ... weniger Fliegen sollen, oder weniger Autofahren, oder oder oder, werden in der Zukunft wahrscheinlich fuer Alle noetig werden. Wenn ich mir anschaue, wie schwierig diese persoenlichen Veraenderungen zu sein scheinen, kann ich mir vorstellen wie schwierig die echten Veraenderungen werden.
Es stimmt, dass es viele Ideen gibt, wie noch viel mehr Energie gespart werden kann. Aber: Diese sind noch nicht marktreif, teuer, bedeuten Veraenderungen fuer andere und nicht fuer einen selbst, usw.
Wie ware es, wenn wir persoenlich, heute, anfangen unsere Verantworlichkeiten zu nehmen, Schritt fuer Schritt? (Danke hasmoth)
Uebrigens wird "nur" der Verkauf von normalen Gluehlampen Schritt-fuer-Schritt verboten werden, nicht der Besitz oder die Verwendung.
@bernd_muc
Da ich nicht in München lebe, sondern in New York, kann meine Migräne nicht vom Föhn kommen. Zudem habe ich keine Energiesparlampen, also auch kein Grund, meine Migräne auf Glühsparlampen zu schieben.Was Ihnen bei aufmerksamer Lektüre meines Beitrags NICHT entgangen wäre,wäre gewesen, daß ich lediglich einen ziemlich neuen Artikel aus dem Wissenschaftsteil der New York Times zitierte...Aber ein Wissenschaftsjournalist der New York Times ist natürlich nichts gegen Lieschen und Fritzchen Müller aus Deutschland...Ich vergaß bei meinem Kommentar:In DE ist die Kategorie der Besserwissis ebenso weit verbreitet wie der Stolz auf die überlegene deutsche Technik...Da müssen die neuen Glühbirnen made in Germany (sind sie wirklich "made in Germany" oder "made in China" oder sonstigen Drittländern?) ja zum Exportschlager werden.
Und falls Sie noch ein bißchen Zeit haben: Sehen Sie sich doch im Internet um, was einschlägige Webseiten dazu sagen, vor allem zum Cadmium - und Bleigehalt der neuen Birnen.
Paging