Elektrogerätehändler Machtkampf um Media-Saturn eskaliert

Der Streit eskaliert - wie geht es weiter bei Media Markt und Co?

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"Es kann keiner von mir erwarten, dass ich da tatenlos zusehe": Im Streit um Media-Saturn erhebt Firmengründer Erich Kellerhals schwere Vorwürfe gegen den Chef der Metro AG, der die Mehrheit des Elektrogerätehändlers gehört. Im SZ-Interview kündigt Kellerhals an, das Unternehmen zurückkaufen zu wollen.

Der Machtkampf um Europas größten Elektrogerätehändler Media-Saturn spitzt sich zu. Firmengründer Erich Kellerhals, 74, will das Unternehmen mit Hilfe einer Investorengruppe von der Metro AG zurückkaufen. "Wir haben das alles gründlich durchgerechnet und ausgearbeitet", sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Dass eine solche Übernahme mutmaßlich Milliarden kosten würde, schreckt Kellerhals nicht ab. "Die Finanzierung ist nicht das Thema", so Kellerhals in der SZ. Nach dem Kauf wolle er Media-Saturn wieder dezentraler organisieren, sowie kreativer und experimentierfreudiger machen.

"Hinter den Kulissen macht er, was er will"

Media-Saturn gehört zu gut 78 Prozent dem Handelsriesen Metro, den Rest der Anteile hält der in Salzburg lebende Kellerhals. Seit drei Jahren streiten die beiden Eigentümer vor Gerichten um die Macht bei Media-Saturn, die Dachgesellschaft der Media- und Saturn-Märkte. Bislang verhindert ein vertraglich zugesichertes Vetorecht für Kellerhals, dass die Metro bei Media-Saturn durchregieren kann. Das Klima zwischen beiden Seiten ist vergiftet. Im SZ-Interview kritisiert Kellerhals Metro-Vorstandschef Olaf Koch. Der gebe sich nur in der Öffentlichkeit gesprächsbereit. "Hinter den Kulissen macht er, was er will", so Kellerhals. Er mache sich große Sorgen um die Zukunft von Media-Saturn. "Es kann keiner von mir erwarten, dass ich da tatenlos zusehe", so Kellerhals.

Der von der Metro geplanten Berufung ihres Vorstandsmitglieds Pieter Haas zum neuen Media-Saturn-Chef erteilt Kellerhals eine Absage. Haas habe Media-Saturn erst vor einem Jahr im Streit verlassen. "Angeblich war es ihm nicht mehr zuzumuten, für Media-Saturn zu arbeiten. Wie kann ich da annehmen, dass jetzt seine ganze Loyalität wieder dem Unternehmen Media-Saturn gehören soll, zumal er seinen Vorstandsposten bei der Metro nicht aufgeben will?", so Kellerhals in der SZ.