Aldi am Pranger und die Bevölkerung ist entrüstet - doch dass bei den Preisen des Discounters irgendetwas nicht stimmen kann, konnte sich im Grunde jeder schon immer denken.
Nichts liegt näher, als sich nun über Aldi zu empören. Die Einkäufer des Discounters bestellen in China Digitalkameras, Computer, Rührbesen, Kosmetika oder Topflappen, und man tritt ihnen vermutlich nicht zu nahe mit der Behauptung: Unter welchen Bedingungen all diese Sachen hergestellt werden, ist ihnen egal. Hauptsache, die Hersteller liefern zum vorgegebenen Preis, Hauptsache, ihre Sachen funktionieren.
Hauptsache billig: eine Studie zeigt, unter welch desaströsen Bedingungen chinesische Zulieferer für Aldi produzieren. (© Foto: AP)
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Der Wettbewerb im Discounthandel wird immer härter, und die Chinaware ist für Aldi nicht nur ein Umsatzbringer, sondern auch von strategischer Bedeutung: Sie bleibt immer nur für ein paar Tage im Sortiment, damit die Leute stets aufs neue Anlass haben, zu kommen und zu schauen. Und wer erst mal da ist, der kauft auch Eier und Spaghetti.
Die Untersuchung eines kirchennahen Instituts, die am Dienstag veröffentlicht wurde, dokumentiert die Verhältnisse in den Fabriken. Mindestlöhne? Sie sind in China erstens so niedrig, dass sie kaum zum Leben reichen, zweitens werden sie auch nur von den wenigsten Betrieben gezahlt. Arbeiter, die Fehler machen, müssen mit Geldstrafen rechnen, und es gibt Textilfabriken, in denen die Beschäftigten allenfalls ein, zwei Tage im Monat frei haben.
Wer dies alles empörend findet, mag sich nun über Aldi aufregen - aber eines nicht vergessen: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt immer auch mit drei Fingern auf sich. Ein Computer, der bloß 499 Euro kostet? Winterstiefel für 19,99 Euro? Lattenrost für 39,99 Euro? Dass an diesen Preisen irgend etwas nicht stimmen kann, konnte sich im Grunde jeder schon immer denken.
Und wer es jetzt nicht weiß, der will nicht wissen, sondern haben.
(SZ vom 04.02.2009/mel)
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Liebe Gemeinde wir haben noch die Wahl unser Kosumverhalten zu verändern,es git auch die Seite www.deutschemarkenprodukte.de dies würde auch Arbeitsplätze in Europa und Deutschland erhalten.
Mit freundlichen Grüssen
B.N
wahr und auch traurig.
Falsch aber wäre es zu glauben, dass teuerere Ware gekauft im Fachhandel mehr Geld bei denProduzenten hinterlässt.
Manche glauben hier eine Logik zu erkennen, die es aber leider nicht gibt!
Es gibt einige, wenige Produzenten, die dann aber auch woanders, nicht im asiatischen Raum, produzieren lassen.
Weder bei Aldi, noch woanders. Es stecken doch immer wieder die gleichen, in China produzierten, Standardbauteile drin. Jetzt mit Entrüstung auf Aldi zu zeigen ist also lächerlich und eine Verzerrung der Tatsachen, es handelt sich um ein generelles Problem.
Laut Stiftung Warentest sind die Discounter Produkte sehr häufig unter den Besten; bekannte Markenprodukte landen häufig weit abgeschlagen.
Und interessanterweise sind gerade die teuren Kosmetikprodukte von bekannten Marken, sei es nun Vichy, L'Oréal oder wie sie alle heißen, die bei Ökotest dadurch auffallen, dass sie (im Gegensatz zu den Discounter-Produkten) große Mengen an hochgiftigen Stoffen enthalten, weshalb sie mit großer Regelmäßigkeit mit "mangelhaft" bewertet werden.
teuer = gut, billig = schlecht - so einfach ist die Rechnung nicht.
Ach ja, und natürlich würde ein Unilever-Manager das Öl von Aldi mit Motoröl vergleichen. Soll er etwa sein eigenes Produkt schlecht machen??
Und was "Ausbeutung" angeht, stimme ich apfelbutzn und verschiedenen anderen Vorrednern absolut zu.
Es gibt nur wenige Unternehmen, die eine wirklich verantwortungsbewusste Unternehmenskultur aufweisen und das meistens mittelständische Familienunternehmen und die unterstütze ich gerne.
Ob man nun bei Aldi kauft oder Rewe macht hingegen keinen großen Unterschied.
P.S. Wie war das noch mal mit den Näherinnen in Bangladesh, die für denselben Hungerlohn sowohl T-Shirts für kik als auch große Marken fertigen?
Im Internet spricht man von neuen Geschäftsfeldern.
Die Flüsse in China und anderswo sind inzwischen so mit Chemie verseucht, das man seine Filme in diesen Flüssen nur eintauchen muss, damit sie voll entwickelt wieder raus kommen.
Discounter aber auch andere wollen diesen Effekt jetzt gewinnbringend nutzen.
Paging