Beschränkung von Managergehältern Unternehmen sollen selbst Höchstgrenzen festlegen

Der Plan, Managergehälter zu beschränken, nimmt Gestalt an: Die Regierungskommission für gute Unternehmensführung präsentiert einen bemerkenswerten Vorschlag, wonach Unternehmen selbst Höchstgrenzen festlegen und so Exzesse verhindern sollen. Damit kommt sie der Bundesregierung zuvor.

Von Karl-Heinz Büschemann

In der Debatte um überhöhte Managergehälter prescht die Regierungskommission für gute Unternehmensführung mit einem bemerkenswerten Vorschlag vor. Sie spricht sich für die Deckelung der Chefgehälter aus: Der Gesamtbetrag der Bezüge wie auch die einzelnen Vergütungsteile sollen "nach oben begrenzt" werden. Nach den Vorstellungen der Kommission, deren Auftrag es ist, Regeln für gute Unternehmensführung aufzustellen, sollen die Unternehmen selber die Obergrenzen für die Festgehälter festlegen.

Hierbei soll der Aufsichtsrat die Relation zwischen der Vorstandsvergütung und den Gehältern der Mitarbeiter berücksichtigen. Auch der Abstand der Chefgehälter zu denen der leitenden Mitarbeiter soll berücksichtigt werden. Die Unternehmen sollen ihr Gehaltssystem einheitlich darstellen und veröffentlichen und in Mustertabellen die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen ermöglichen.

Umsetzung im nächsten Jahr

Am Montag hat die 13-köpfige Kommission Deutscher Corporate Governance Kodex unter Vorsitz von Commerzbank-Aufsichtsrat Klaus-Peter Müller ihre Empfehlungen verabschiedet. Der Kommission gehören Unternehmer, Gewerkschafter und Wissenschaftler an. Die Kommission will ihren Beschluss am heutigen Dienstag offiziell verkünden. Die Vorschläge werden wahrscheinlich im Juni im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und dann wirksam. Allerdings werden sie von den Unternehmen erst im nächsten Geschäftsjahr umgesetzt werden können.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zu den Managergehältern verabschiedet: Demnach soll künftig die Hauptversammlung - und nicht mehr der Aufsichtsrat - über die Vergütung entscheiden. Dies soll dazu beitragen, dass es künftig keine Gehaltsexzesse mehr gibt. Man müsse auf die "gesellschaftliche Grummelei" über die hohen Gehälter reagieren, meint dazu Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU).

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) befürwortet die Ideen der Regierungskommission. Der Vorschlag gehe in die richtige Richtung, sagt Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. "Wir unterstützen insbesondere auch den Ansatz, die Vorstandsvergütung stärker an der Gehaltsentwicklung innerhalb des Unternehmens zu orientieren, um ein Auseinanderlaufen der Gehälter zu vermeiden oder zu korrigieren."