Bank-Überweisungen Lange Reise, kurzer Weg

In Brasilien ist eine Überweisung so schnell wie eine Email. In Deutschland würde sie ein Wettrennen gegen Mails und Briefe klar verlieren. Auch, wenn die Bankhäuser direkt nebeneinander stehen.

Von Von Sabine Liebscher

Die Tinte auf mir ist noch nicht ganz getrocknet, da werde ich in den Kundenbriefkasten der Bankfiliale geworfen.

(Foto: Foto: Süddeutsche Zeitung)

Wer ich bin? Eine Überweisung. Gar nicht so groß. Und trotzdem muss ich ganz schöne Umwege gehen...

Bei der Nachmittagsleerung bin ich dabei. Und auf geht´s über die interne Post ins Rechenzentrum der Bank. Hier ist die Technik Herr im Haus. Alles funktioniert voll automatisch.

Und darum muss schon hier mein Dasein als Überweisungsbeleg enden. Die auf mir stehenden Daten werden noch schnell eingescannt und mein Äußeres wird nach wenigen Tagen Schonfrist (die dient der Bank als Sicherheit) vernichtet.

Nur die Daten, nicht das Geld

Meine große Reise wird von nun an elektronisch gesteuert. Übrigens habe ich nicht das Geld selbst im Gepäck. Stattdessen soll ich der anderen Bank nur die reinen Informationen über Empfänger, Betrag und Verwendungszweck überbringen.

Bevor es so richtig losgeht, wird geprüft, ob das Geld auf dem Konto für mich überhaupt ausreicht.

Online-Überweisungen nicht schneller

Mitten auf dem Datenweg treffe ich auf die über Internet eingetippten Überweisungen. Wir gehen den Weg nun gemeinsam weiter. Aha — demnach sind Online-Aufträge also nicht unbedingt schneller als ich.