Bestürzung bei Karmann: Weil die Umsätze wegbrechen, ist der Sanierungsplan vom vergangenen Herbst nicht mehr finanzierbar - und das hat dramatische Folgen: Der Autozulieferer wird ein Fall für den Insolvenzrichter.
Die Absatzkrise in der Autobranche fordert ein prominentes Opfer. Der Cabrio-Spezialist Karmann hat Insolvenz angemeldet. Grund dafür sei die drohende Zahlungsunfähigkeit. Anstehende finanzielle Verpflichtungen könnten nicht mehr erfüllt werden, teilte das Unternehmen mit.
Der Sozialplan ist zu teuer - der Cabrio-Spezialist Karmann hat Insolvenz angemeldet. (© Foto: dpa)
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Hinter diesen "anstehenden finanziellen Verpflichtungen" versteckt sich ein mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelter Sozialplan. Und der ist offenbar schlicht zu teuer.
Ein Sanierungskonzept vom September 2008 habe für 2009 noch ein ausgeglichenes Ergebnis vorgesehen. Der höher als erwartet ausgefallene Umsatzrückgang habe nun dazu geführt, dass der vereinbarte Interessenausgleich infolge der im Vorjahr bekanntgegebenen Umbaupläne nicht mehr zu finanzieren sei, teilte der Konzern mit. Trotzdem: "Karmann ist im Kern sanierungsfähig und praktisch frei von Bankkrediten", so das Unternehmen.
Erst einmal hat die Geschäftsführung nun jedoch Insolvenzantrag beim Osnabrücker Amtsgericht gestellt. Nach Angaben der IG Metall sind 3470 Mitarbeiter der Wilhelm Karmann GmbH betroffen.
"Ein trauriger und ernster Tag"
Mit Bestürzung hat die niedersächsische Landesregierung auf die Insolvenz von Karmann reagiert. "Das ist ein trauriger und ernster Tag", sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei. Die Landesregierung stehe dem Betriebsrat für Gespräche zur Verfügung. Es bestehe die Chance auf eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten. Die Karmann-Insolvenz werde die Autokrise in Niedersachsen noch einmal verschärfen.
Nun soll der vom Gericht zu bestellende vorläufige Insolvenzverwalter die neu strukturierte Unternehmensgruppe in eine gesicherte Zukunft geführt und so viele Arbeitsplätze wie möglich retten.
International bekanntgeworden war das Automobilunternehmen ab den fünfziger Jahren durch den Bau des legendären Fahrzeugs VW Karmann Ghia. Der Insolvenzantrag beziehe sich auf die Wilhelm Karmann GmbH mit Sitz in Osnabrück, betonte Karmann. Unmittelbar betroffen seien zudem die Automotive Global Service GmbH in Bissendorf, die Karmann Rheine GmbH & Co. KG in Rheine und Karmann Rheine Verwaltungs GmbH in Rheine.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/AP/tob/pak)
Großprojekte in Berlin
Audi baut die A4 Cabrios jetzt selber und verlagert die Arbeitsplätze nach Bayern. Was mit Karmann und den tausenden Arbeitern und deren Familien in Norddeutschland geschieht, ist diesem feinen Premium Hersteller ziemlich egal.
Karmann baut Luxusartikel. Was anderes ist ein Cabrio eigentlich nicht. Aber mit diesem Produkt war Karmann schon vor Einsetzen der Wirtschaftskrise auf dem absteigenden Ast. Die Produkte mögen ja schön aussehen aber wer Automobile für Chrysler baut der hat den den Zug der Zeit verpennt. Karmann hätte ebenfalls die Chance gehabt in die Zunkunft zu investieren. Das hat man nicht getan. Schade um die Arbeitsplätze.
Allerdings hätte ich da doch einen Sparvorschlag. Karmann sollte jetzt ganz schnell mit Opel fusionieren. Das spart einen Insolvenzverwalter.
nur das Kapital ist etwas ääähm, wie sagt man gleich? Gebündelt? Zentral verwaltet?
Offenbar glauben etliche Kommentatoren hier fest an die "Blödheit der Wähler". Eine amüsante Vorstellung. Zum Glück sieht die Realität anders aus. :-)
Ich hatte Mal einen 1500er Cabrio- als Student, da konnte ich mir so was noch leisten-
schönes Auto!
Leider ist die VW- Technik unten durchgerostet.
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