Thomas Middelhoff ist ein Meister, wenn es darum geht, Phantasien zu schüren. Beim ehemaligen Karstadt-Konzern scheitert er aber.
Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind zwei Eigenschaften, ohne die ein Unternehmen nicht auskommt. Vor allem nicht, wenn es an der Börse notiert ist. Anleger und Investoren geben ihr Geld im Vertrauen oder zumindest in der begründeten Hoffnung darauf, dass das Management Wort hält.
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Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor ist auf gutem Weg, auch noch den Rest an Kredit, den er an den Kapitalmärkten besitzt, zu verspielen. Noch am Mittwoch ließ Vorstandschef Thomas Middelhoff ausrichten, das Touristikunternehmen Thomas Cook bleibe Bestandteil von Arcandor.
"Alles Unsinn"
Er reagierte damit auf Spekulationen, die Banken verlangten für die Bewilligung eines neuen Kredits Sicherheiten. "Alles Unsinn", wiegelte das Management ab. Um dann am späten Abend doch kleinlaut einzuräumen, der Konzern erwäge, die Beteiligungen sowohl an Thomas Cook als auch an der Warenhaustochter Karstadt zu reduzieren.
Arcandor hatte keine andere Wahl. Zu groß ist inzwischen das Misstrauen der Kreditinstitute gegenüber dem früheren Karstadt-Quelle-Konzern. Und das zu Recht. Denn die Lücke zwischen dem Anspruch, den Middelhoff bei seinem Amtsantritt vor gut drei Jahren für Arcandor formuliert hatte, und der Wirklichkeit wird immer größer. In der "Champions League" werde das Unternehmen schon bald wieder spielen, hatte er den Aktionären damals zugerufen. Wer sich von diesen Worten blenden ließ, hat viel Geld verloren.
In Wahrheit steht der Konzern heute mit dem Rücken zur Wand. Der Immobilienbesitz ist verkauft. Zu einem ordentlichen Preis zwar, aber damit gibt es keine Reserve mehr, die in höchster Not zu verkaufen wäre. Im Gegenzug hat sich der Konzern langlaufende, hohe Mietverpflichtungen in die Bücher geholt. Er kann es sich jetzt nicht einmal mehr leisten, schlechtlaufende Warenhäuser zu schließen. Das würde zu teuer.
Dabei ist es erst wenige Monate her, dass sich Middelhoff gleichsam als natürlicher Partner für den vom Metro-Konzern zum Verkauf gestellten Kaufhof ins Gespräch brachte. Ein Vorhaben, das er nie hätte finanzieren können.
Aber Middelhoff ist nun einmal ein Meister, wenn es darum geht, Phantasien zu schüren. Er sieht seine Rolle ohnehin als Stratege, als derjenige, der die große Linie vorgibt. Um das operative Geschäft kümmern sich andere, zuletzt immer häufiger ausgetauschte Manager.
Der frühere Bertelsmann-Manager konnte er sich lange Zeit auf seine persönliche Strahlkraft verlassen. Das ist vorbei. Zu lang ist inzwischen die Liste nicht eingelöster Versprechungen, Irrtümer oder Fehleinschätzungen: Das beginnt bei der Auswahl des Personals. Mancher von ihm als Topkandidat vorgestellte Vorstand, wie der ehemalige Tchibo-Manager Peter Wolf, musste nach kurzer Zeit wieder gehen.
Auch erledigte Middelhoff viele Vorhaben erst sehr viel später als zugesagt, etwa den Verkauf der Warenhausimmobilien. Oder die Sache mit dem Versandhausunternehmen Neckermann. Lange Zeit von ihm als Unternehmen mit Zukunft und als Börsenkandidat gehandelt, verschenkte er am Ende die Mehrheit an einen Finanzinvestor. Jetzt ist Middelhoffs Zauber verflogen. Er hat kein Ass mehr im Ärmel. Auf Druck der Banken muss er Teile von Thomas Cook, der letzten ertragreichen Sparte, die dem Konzern noch verblieben ist, zur Disposition stellen.
Wenn sich Arcandor dann auch noch wie angekündigt bei Karstadt zurückzieht, ist der Konzern am Ende auf das Versandgeschäft reduziert. Damit verbunden wäre eine Personalie, die - wenn auch unter anderen Vorzeichen - ohnehin geplant ist: Marc Sommer, der Chef des Versandgeschäfts, würde Middelhoff ablösen.
Nach dem jetzigen Zeitplan wird dies erst Ende 2009 der Fall sein, wenn Middelhoff, nach Erfüllung seiner Mission, wie er stets betont, ins Investmentgeschäft nach London zurückkehrt. Dieses Versprechen wird er nach Lage der Dinge nicht einlösen. Zwar hat er den Konzern kurz vor der Zahlungsunfähigkeit übernommen und drei Jahre am Leben erhalten. Aber nun stellt sich die Existenzfrage erneut.
(SZ vom 26.9.2008/hgn)
Gysi gegen Lafontaine
Thomas Middelhoff ist ein Blender. Stefan Weber hat einen sachlich richtigen Kommentar geschrieben.
Jetzt ist alles was werthaltig war weg, verschenkt, verramscht. Jetzt geht es an die Substanz.
Wenn Produkte, Unternehmen nach ihrem Preis bewertet werden und der Preis hoch ist, dann ist daraus nicht abzuleiten dass das Produkt gut ist. Trotzdem agiert der Markt so. Warum?
Weil eine positive Philosophie oder gute Idee dahinter vermutet!
Wenn wie bei Arcandor, ein ehemaliger Warenhauskonzern mit einer Touristik- und Versandsparte ein Touristkkonzern wurde, der Warenhäuser betreibt, dann fragt sich jeder Anleger warum der Konzern anstelle von Reisebüros, Warenhäuser betreibt. Aber soweit können Leute wie Middelhoff offensichtlich nicht denken. Wie Schrempp, Mehdorn und andere Größen der sogenannten Elite sind sie Schaumschläger die der eigenen Strahlekraft vertrauen und sich wundern das es dunkel um sie herum wird.
Eigentlich ist Arcandor pleite. Und zwar deswegen, weil es keine werthaltigen Produkte mehr gibt. Das Versandgeschäft wurde weiterhin nicht denveränderten Marktverhältnissen(Internet) angepasst und das Warenhausgeschäft ebenso. Aus der Philospohie eines KADEWE konnte keine Strategie auf Standorte wie Köln, Stuttgart oder Giessen übertragen werden. Von Standorten wie Limburg, Freiburg oder Lüneburg gar nicht zu sprechen.
Unfähigkeit des Managements und ihrer strahlenden Leitfiguren.
Erfolgreiche Unternehmen bestehen nicht nur aus Vorständen sondern diese sind Teil einer Idee und der Menschen, die bereit sind daran zu arbeiten. Wenn die Menschen im Unternehmen nicht mehr verstehen, was ihr Vorstand tut dann verlassen die Menschen das Unternehmen und die Idee. Sie beteiligen sich nicht mehr, sie bringen nicht mehr ihre Kraft und ihre Ideen ein. Das Unternehmen geht unter.
Warum Manager diese Regel immer wieder missachten und warum Aufsichtsräte sie darin auch noch bestätigen zeigt nur eines. Eine Elite gibt es nicht!!
Es wäre gut wenn die Elite dies endlich wieder begreifen würde!
Unternehmen werden erst durch Menschen erfolgreich und nicht durch die Elite. Die sogenannte Elite ist meist nur für den Untergang des Unternehmens verantwortlich.
Middelhoff erzählte immer wieder gerne, er fühle sich eigentlich als US-Amerikaner, halt nur mit deutschem Pass ... Auf den Finanzmärkten der USA lösen sich die Luftschlösser der Finanzgenies gerade in das auf, was sie sind: heiße, stinkende Luft. Und bei Arcandor ist das nicht anders. Eigentlich ist es schon viel zu spät, ihn endlich rauszuschmeißen!
Herzliche Grüße.
Ein Wertevernichter
(so bezeichnete Middelhoff einmal Mitarbeiter, von denen er aber dann gleichzeitig einen besseren Service und eine höhere Wertschöpfung einforderte ...)
aus der Gattung Schrempp und Co. Sicher wird er bald gut abgefunden "die Fliege machen"!
Und bald wieder irgendwo anders auftauchen, um seine "Strahlkraft" in bare Münze umzuwandeln. Entlassene Mitarbeiter incl.
....dann sinkt das Schiff eben.
Seine militärischen Methoden stiften Unruhe und Chaos! Seine Methoden - er schrieb ein Buch darüber: Psychologische Kriegsführung - sind bekannt und schädlich für die Wirtschaft.
Zu spät!
http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/arcandor-
personalvorstand-bellmann-geht-307961/
Warum trennt sich die Wirtschaft zu spät von solchen schädlichen Leuten?
Die einzigen Atribute, über die Middelhoff zu verfügen scheinen " Strahlkraft", was immer das auch ist, und Phantasien zu schüren. Wenn er zur Ausführung dieser Phantasien andere braucht, ist das ein Beleg dafür, dass er dem Job nicht gewachsen ist. In Wahrheit und auf den Punkt gebracht, hat er das Tafelsilber verhökert, die Mitarbeiter zum Stillhalten mehr oder weniger erpresst und steht mit dem Rücken zur Wand, wie vor drei Jahren. Das man am Service, sprich an der Beratung einiges verbessern muss, hat er nie begriffen, passt ja auch nicht in seine Denke, weil es Geld kostet. Stattdessen musste ein sündhaft teures Firmenlogo her. Sorry, Intelligenz sieht anders aus.