Arbeitnehmeraufstand in Frankreich Flammender Protest

Fünf Manager, zehn Stunden Geiselnahme: In Frankreich tobt der Mob gegen geplante Werksschließungen und Entlassungen.

Es ist Donnerstagabend, rund 300 Toyota-Mitarbeiter blockieren ihre Fabrik in Onnaing im Norden des Landes. Alle Zufahrten werden von Streikposten versperrt, kein Lastwagen kann das Werksgelände verlassen. Um ihrem Ärger Luft zu verschaffen, stecken die Arbeiter Holzkisten in Brand. Auch Autoreifen gehen in den Flammen auf.

Geiselnahme, Toyota, Frankreich, Foto: Reuters

Und ab damit ins Feuer: Toyota-Mitarbeiter in Frankreich sind sauer, weil Personal abgebaut werden soll.

(Foto: Foto: Reuters)

Ebenfalls in der Gewalt eines wütenden Mobs: fünf Manager der Firma FM Logistic. Erst nach zehn Stunden in der Gewalt von Mitarbeitern werden sie freigelassen. Als die Polizei beginnt, die Namen der an der Geiselnahme beteiligten Arbeiter aufzunehmen, brechen sie die Aktion ab. Es ist bereits der fünfte Fall von "Bossnapping" binnen weniger Wochen.

In der Fabrik von FM Logistics arbeiten 2700 Menschen. Wegen der Absatzkrise wurde ein Großteil von ihnen auf Kurzarbeit gesetzt. Mit ihren Protesten wollen sie Gehaltseinbußen verhindern. Zudem fordern sie Gehalt für die Streiktage.

Der Arbeitskampf sei "von der Missachtung seitens der Geschäftsführung" provoziert worden, sagt Eric Pecqueur von der Gewerkschaft CGT. Die Gewerkschaften hatten ein Abkommen mit der Unternehmensführung zur Beilegung des Konfliktes akzeptiert. Ein Teil der Belegschaft setzt den Streik dennoch fort und weitete die Proteste um die Blockade aus.