Streit um Lagerfeld-Sneakers Karl, der Kopierer

Stein des Anstoßes: der neue Lagerfeld-Sneaker.

(Foto: Net-a-Porter.com)

Karl Lagerfeld, die Legende der Modewelt, hat Ärger wegen seiner neuen Sportschuhe. Der Chanel-Designer soll bei dem US-Unternehmen New Balance abgekupfert haben.

Von Violetta Simon

Jetzt macht er einmal was mit Sport - und dann das: Karl Lagerfeld hat eine Klage aus den USA am Hals. Wie das Internetportal TMZ berichtet, hat der Turnschuh-Hersteller New Balance den deutschen Designer verklagt - wegen Plagiatsverdacht.

Angeblich soll Lagerfeld für den schwarzen "Leather Suede Mesh Sneaker" seiner neuen Kollektion kräftig bei dem US-Unternehmen abgekupfert haben. Sogar von einem "Sneaker-War", also einem Turnschuh-Krieg, ist die Rede.

Die mutmaßliche Vorlage: der New-Balance-Sneaker.

(Foto: NewBalance.com)

Kann das wahr sein? Karl Lagerfeld, der Mythos des Fashion-Universums, die Mode-Legende schlechthin, entwirft seine eigene Sneaker-Kollektion. Und dann sehen die Dinger fast genauso aus wie die von New Balance?

Im Zentrum des Konflikts steht ein Buchstabe - seit den Siebzigerjahren das Markenzeichen des Produzenten: ein großes N (wie New-Balance). Beim Lagerfeld-Sneaker ist an dieser Stelle einfach ein großes K (wie Karl) als Logo platziert. Auch sonst sind sich die beiden Modelle ziemlich ähnlich.

Bereits vor zwei Monaten wurde die Ähnlichkeit zwischen den Sneakers auf einem Fashion-Blog thematisiert. So wundert sich die Bloggerin Sara Alderman auf shefinds.com: "Moment mal, hat Karl Lagerfeld gerade New-Balance-Sneaker abgekupfert?" Ja, heißt es in dem Blog weiter, "der Chef-Designer und Kreativdirektor von Chanel hat die Schuhe kopiert, die schon Dein Großvater getragen hat".

Das Online-Fashionmagazins Style.com wiederum hält New Balance für "etwas empfindlich" und verteidigt den Modemacher. "Nicht nur, dass Lagerfeld bereits seit Jahren Sneakers entwirft" - der Mann habe sich mit seinem furchtlosen Umgang mit Luxusmode eine ganze Karriere aufgebaut. "Diese Schuhe", so schreibt die Autorin Emily Farra, sind keine Kopie - sie sind einfach nur die Aneignung eines klassischen, zweifellos unglamurösen Schuhs." Deshalb müsse man hier eher von einer Hommage sprechen als von einem Imitat. Und jetzt mal ehrlich - "wer bitteschön würde allen Ernstes den Kaiser verklagen?"

New Balance hat genau das vor. Das Unternehmen befürchtet, dass Kunden den Lagerfeld-Sneaker mit dem eigenen Produkt verwechseln könnten und verlangt, dass die Kollektion eingestellt wird. Darüber hinaus fordert das Unternehmen Schadenersatz in noch ungenannter Höhe.

Einen krassen Unterschied zwischen den Sneakern gibt es immerhin - wenn auch nicht sichtbar: Das Lagerfeld-Modell kostet 360 US-Dollar (etwa 290 Euro) - der New-Balance-Sneaker gerade mal ein Drittel.