"Michelin"-Guide 2016 Das sind Deutschlands beste Restaurants

Die Spitzengastronomie in Berlin boomt: Die Hauptstadt hat fünf Sterne-Restaurants hinzugewonnen. In Deutschland gibt es so viele Sterneköche wie nie zuvor - das zeigt der "Michelin"-Guide 2016.

Von Jana Stegemann

Welche Spitzen-Restaurants können sich Sterne sichern, welche Köche halten sich auf höchstem Niveau, wo erlöschen Sterne? In Berlin wurde der "Guide Michelin" vorgestellt. Die Ausgabe verzeichnet 290 Sterne-Adressen in Deutschland, darunter zehn Restaurants mit der höchsten Bewertung von drei Sternen.

Die fünf wichtigsten Ergebnisse:

Sterneregen über Berlin

Erster Platz für Berlin. Hier gibt es nun 20 Sterne-Restaurants mit ingesamt 26 Sternen. Damit ist die Bundeshauptstadt auch Hauptstadt der Gourmetküche. In keiner anderen Stadt in Deutschland haben Feinschmecker so viel Auswahl. In diesem Jahr kamen an der Spree fünf neue Ein-Sterne-Restaurants hinzu, sowie mit dem "Horváth" ein neues Zwei-Sterne-Haus. Bisher waren es 15. Die höchste Auszeichnung, drei Sterne, findet sich in Berlin allerdings weiterhin nicht.

Obwohl der Norden der Republik durch Sylt und Hamburg und der Osten durch Berlin kulinarisch immer mehr aufholt, gibt es geografisch seit 50 Jahren eine eindeutige Verteilung der Sterne-Küche: Demnach schneiden vor allem Baden-Württemberg und Bayern sehr gut ab, im Südwesten der Republik finden sich noch immer die meisten Sterne-Restaurants.

Zehn Drei-Sterne-Restaurants in Deutschland

Nach der Schließung des "Amador" in Mannheim geht die Zahl der deutschen Drei-Sterne-Restaurants von elf auf zehn zurück. Deutschland bleibt dennoch das Land das nach Frankreich die meisten Adressen mit dem Spitzenprädikat für Kochkunst auf höchstem Niveau vorweisen kann. Nur etwa einhundert Adressen weltweit tragen diese höchste Auszeichnung des "Michelin"-Guides.

Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr das "The Table Kevin Fehling" in Hamburg. Für den 38-jährigen Chefkoch Kevin Fehling ist das aber nicht die erste Drei-Sterne-Auszeichnung: Er führte zuvor in Travemünde das Drei-Sterne-Restaurant "La Belle Epoque".

Neue Generation: Junge Köche dominieren die Sterne-Küche

26 Restaurants wurden neu mit einem Stern ausgezeichnet. Viele der Köche dort sind jünger als 30 Jahre. Ein Trend, der seit mehreren Jahren zu beobachten ist. "Die deutsche Gastronomie zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus und zählt heute zu den besten der Welt. Vor allem eine junge Generation top ausgebildeter, hochmotivierter und innovativer Köche sorgt für frischen Wind", sagt Michael Ellis, internationaler Direktor des "Guide Michelin".

Bei den jungen Köchen handelt es sich häufig um Schüler des berühmten Kochs Eckart Witzigmann, die sich mit eigenen Sterne-Restaurants selbstständig gemacht haben. Neben dem österreichischen Starkoch kommt auch Harald Wohlfahrt als Ausbilder eine wichtige Rolle zu. Bei ihm lernten fünf spätere Drei-Sterne- und Zwei-Sterne-Köche. Wohlfahrt-Schüler halten im "Michelin"-Guide aktuell 70 Sterne. Wohlfahrt selbst ist seit 35 Jahren Küchenchef der "Schwarzwaldstube" im Hotel "Traube" in Baiersbronn-Tonbach. Er wurde bereits 24 mal mit drei Sternen ausgezeichnet.

So viele Sterne gab's noch nie in Deutschland

Vor 50 Jahren haben die ersten Restaurants in Deutschland einen "Michelin"-Stern bekommen. 2016 liegt die Zahl der ausgezeichneten Häuser auf dem historischen Höchststand von 290 Adressen - darunter 241 Ein-Sterne-Restaurants, 39 Zwei-Sterne-Restaurants und zehn Drei-Sterne-Restaurants.

Dieses Restaurant ist seit 50 Jahren dabei

In diesem Jahr feiert der "Michelin"-Guide in Deutschland sein 50-jähriges Jubiläum. Ein Restaurant trägt seit 1966 in jeder Ausgabe einen Stern: das "Adler" in der Gemeinde Häusern im Südschwarzwald. Hier gibt es Spezialitäten wie "konfierten Bachsaibling mit Apfel", "Rote Beete und Verveine-Infusion" und "Medaillon vom Schwarzwälder Weiderind mit gebratenem grünen Spargel und Yuzu-Hollandaise".