Weltfußballer des Jahres Votum für die Zaubermaus

Am Abend gibt die Fifa den Weltfußballer des Jahres bekannt. Für die User von sueddeutsche.de ist ein Spieler der Favorit, der mit seiner Wahl eine interessante Tradition fortsetzen würde.

Es ist auf den ersten Blick schon erstaunlich, dass eine Mannschaftssportart wie Fußball überhaupt eine Wahl eines Einzelsportlers vornimmt - erst recht in den heutigen Fußballtagen, in denen der herausragende Individualist auf dem Platz immer weniger zählt, sondern stattdessen Kollektiv-, Konzept- und sonstiger Gemeinschaftsfußball angesagt ist. Dennoch debattieren viele Fans die Frage, wer denn der "Weltfußballer des Jahres" werden soll, fast so leidenschaftlich wie die Frage, wer denn in dieser Saison deutscher Meister wird.

Wenn es nach den Lesern von sueddeutsche.de ginge, würde der Argentinier Lionel Messi als Weltfußballer des Jahres 2008 augezeichnet.

(Foto: Foto: Getty)

Seit 1982 - bis 1990 inoffiziell, seit 1991 dann offiziell unter Organisation der Fifa - küren die Nationaltrainer und Kapitäne aller Nationalmannschaften die besten Spieler des Jahres.

Am häufigsten wurden bisher der Brasilianer Ronaldo (1996, 1997 und 2002) und der Franzose Zinedine Zidane (1998, 2000 und 2003) ausgezeichnet, sie erhielten gleich dreimal den Titel "Weltfußballer des Jahres". Fünf Spieler wurden zweimal geehrt: Michel Platini (1984/1985), Marco van Basten (1988/1992), Ruud Gullit (1987/1989), Lothar Matthäus (1990/1991) und Ronaldinho (2004/2005).

Auffallend bei den bisherigen Auszeichnungen ist, dass die Wahl immer auf Spieler fiel, die gerade in der spanischen Primera Division oder in der italienischen Serie A aktiv waren. Das könnte sich in diesem Jahr, in dem es erstmals zu einem Finale zwischen fünf vorausgewählten Spielern kommt, ändern: Denn für viele Beobachter ist der bei Manchester United unter Vertrag stehende Portugiese Cristiano Ronaldo der große Favorit auf die Auszeichnung. Ronaldo selbst rechnet - unbescheiden wie er ist - mit seiner Wahl. "Wenn man sich anschaut, was ich über die gesamte Saison geleistet habe, dann habe ich mehr als alle anderen erreicht", sagte er vor der Gala. Ronaldo erhielt 2008 auch schon den Titel "Europas Fußballer des Jahres".

Mehrheit für Maradonas Nachfolger

Die User von sueddeutsche.de hingegen sehen nicht Ronaldo ganz vorne, sondern einen Spieler, der die Tradition fortsetzen würde, dass die Sieger immer in der italienischen oder in der spanischen Liga spielen: den Argentinier Lionel Messi, Spitzname "Zaubermaus", der beim FC Barcelona für Aufsehen sorgt und vielen als der Nachfolger von Diego Maradona gilt. Das Maradona-Nachfolge-Attribut würde übrigens auch mit Blick auf die Weltfußballer-Wahl zutreffen, denn Maradona errang diese Auszeichnung 1986, als er für Neapel spielte.

Auf Platz zwei setzten die sueddeutsche.de-Leser einen Spieler, der es gar nicht in die engere Auswahl der Fifa geschafft hatte. Bayerns Münchens Franck Ribéry imponierte den Usern im abgelaufenen Jahr so sehr, dass sie ihn noch vor Cristiano Ronaldo auf Platz zwei voteten. Den restlichen nominierten Spielern - den Spaniern Fernando Torres und Xavi sowie dem brasilianischen Vorjahressieger Kaká - räumen die Leser keine Chancen ein.

Wenn am Montagabend ab 20 Uhr die Sieger bekanntgegeben werden, könnte es auch in Deutschland Grund zum Jubeln geben. Zwar nicht bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres, dafür aber bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres. Torhüterin Nadine Angerer und Angreiferin Birgit Prinz gehören zu den fünf nominierten Spielerinnen, haben aber nur Außenseiterchancen. Als Favoritin gilt die Brasilianerin Marta.

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