Torloses Remis in Budapest HSV mit guten Chancen nach schlechtem Spiel

Auch ohne Kapitän Rafael van der Vaart hat sich der Hamburger SV eine gute Ausgangsposition im Kampf um die UEFA-Cup-Teilnahme erarbeitet.

Obwohl der offiziell unter einem Hexenschuss leidende van der Vaart an allen Ecken und Enden fehlte, kam der Bundesliga-Fünfte am Donnerstag im Hinspiel der zweiten Qualifikations-Runde bei Honved Budapest zu einem 0:0.

Trotz der ausgesprochen schwachen Vorstellung und des gefährlichen Ergebnisses, haben die Hanseaten in zwei Wochen im Rückspiel in Hamburg beste Chancen, den lukrativen internationalen Wettbewerb mit einem Sieg zu erreichen. Denn schon bei einem Honved-Tor würde ein Unentschieden das Aus bedeuten.

Ob Mittelfeld-Ass van der Vaart am 30. August mit von der Partie sein wird, scheint allerdings fraglich zu sein. Zwar betonte Sportchef Dietmar Beiersdorfer vor dem Spiel nochmals, dass der Niederländer unverkäuflich sei. Doch das Fehlen van der Vaarts, der sich nach eigenen Angaben beim Hochheben seines kleinen Sohnes "verhoben" hat, nährt die Spekulationen eines vorzeitigen Wechsels zum FC Valencia. "Wir verkaufen ihn nicht, Rafael wird sich damit abfinden müssen", sagte Beiersdorfer, der bis zum Ende der Wechselfrist in zwei Wochen hart bleiben will.

Wie wichtig der Regisseur für den HSV ist, zeigte die Partie vor nur 7000 Zuschauern im Ferenc-Szusza-Stadion gnadenlos auf.

Erschreckend harmlos und ideenlos agierten die Hamburger, zumal auch der bislang einzige Bundesliga-Torschütze Collin Benjamin nicht spielen konnte. Der 29-Jährige aus Namibia leidet an einer Knochenabsplitterung im rechten Knie. Überdies musste Trainer Huub Stevens seinen niederländischen Landsmann Joris Mathijsen ersetzen, der wegen der Geburt seines Jungen daheim geblieben war.

HSV hatte Glück

Fehlpässe, wenig Bewegung im Spiel und keinen Kopf im Mittelfeld prägten das schwache Auftreten der Hamburger. Gegen die teilweise mit Mann und Maus verteidigenden Ungarn war der Bundesligist ratlos.

Piotr Trochowski, der als Vertreter van der Vaarts überfordert war, versuchte es in der 18. Minute, doch er blieb ebenso erfolglos wie Vincent Kompany oder auch David Jarolim. Der Tscheche machte mit seinem Weitschuss die ganze Ratlosigkeit des Stevens-Teams deutlich.

Auch Honved, das auf Kapitän Attila Dobos (Bänderriss im Knie) verzichten musste, mühte sich in dem langweiligen Spiel vergeblich. Allerdings starteten die Budapester nach der Pause mit mehr Schwung und hätten durch Torjäger Abraham Guie Gneki (47.) sowie Hercegfalvi (52.) eigentlich in Führung gehen müssen. Doch der HSV hatte Glück. Das brauchte er auch, obwohl Stevens alles versuchte und für Mohamed Zidan "Joker" Paolo Guerrero brachte.