Nach Rassismus-Vorwurf Drei Spiele Sperre für Weidenfeller

Der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller bestreitet eine rassistische Bemerkung, räumt allerdings eine Beleidigung ein und bekennt, er habe Asamoah "schwules Schwein" zugerufen.

Der Ausgang der Untersuchung seiner Auseinandersetzung mit dem Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah durch das DFB-Sportgericht brachte für Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller ein zwiespältiges Ergebnis. Vom Vorwurf des Rassismus wurde er zwar befreit, aber wegen ,,einer herabwürdigenden und verunglimpfenden Äußerung'' erhielt er eine Sperre für drei Meisterschaftsspiele und eine Geldbuße in Höhe von 10.000 Euro.

Im Falle einer rassistischen Äußerung hätten Weidenfeller offenbar sechs Spiele Sperre gedroht. Asamoah hatte den Dortmunder bezichtigt, ihn im Laufe eines Streits während des Derbys zwischen Schalke und Dortmund am vorigen Samstag ,,schwarzes Schwein'' genannt zu haben. Die DFB-Ermittler gaben während der Anhörung allerdings zu erkennen, dass dem Torwart dieses Vergehen wohl nicht nachzuweisen sei.

Asamoah selbst konnte den exakten Wortlaut nicht mehr zweifelsfrei wiedergeben, er bestand aber darauf, dass eine Äußerung in bezug auf seine Hautfarbe gefallen sei, ob in Verbindung mit ,,Sau'' oder ,,Schwein'' hatte er allerdings nicht mehr präsent. Weidenfeller bestritt energisch eine rassistische Bemerkung, räumte auf Nachfragen des Vorsitzenden Sportrichters Anton Nachreiner (Gottfrieding) allerdings eine Beleidigung ein und bekannte, er habe Asamoah ,,schwules Schwein'' zugerufen.

"Schwules Schwein"

Das hatte Konsequenzen, die diskutabel bleiben: Weidenfeller musste sich nun nicht mehr für den Vorwurf verantworten, der die Untersuchung veranlasst hatte, wurde aber aufgrund seiner entlastenden Einlassung trotzdem verurteilt. Zweitens wurde die Strafe nach Art eines Preisnachlasses reduziert, weil er angeblich nur ,,schwules Schwein'' gesagt hatte - was gesellschaftspolitisch sicher umstritten ist. Weidenfeller akzeptierte die teure Strafe aber, weil er den Rassismusvorwurf unbedingt aus der Welt schaffen wollte. Daran war auch seinem Verein zuerst gelegen. Borussia Dortmund legte daher in einer Pressemitteilung ,,großen Wert'' auf die Feststellung, dass ,,Weidenfeller damit vom Vorwurf einer rassistischen Beleidigung freigesprochen worden ist''. Sportdirektor Michael Zorc erklärte: ,,Es handelt sich ausschließlich um Beleidigungen, die Roman Weidenfeller eingestanden hat.''

Teilentlastet sahen die Sportrichter den Torhüter dadurch, dass er sich nach einer für ihn ,,schmerzhaften Auseinandersetzung mit Asamoah zu einer verbalen Entgleisung'' habe hinreißen lassen. Außerdem habe er sich noch auf dem Spielfeld entschuldigt und sich zwischenzeitlich mit Asamoah ausgesöhnt.

Asamoah war im Vorjahr Opfer einer Rassismus-Attacke geworden. Der DFB hatte eine Geldstrafe (20.000 Euro) verhängt, nachdem der Schalker während des Pokal-Spiels bei Hansa Rostocks Amateuren bepöbelt worden war.