Louis van Gaal wieder unter Druck United blamiert sich in Sunderland

Nach dem 1:2 in Sunderland bleibt Manchester United zwar Fünfter, für den Trainer dürfte die Luft aber wieder dünner werden. Schweinsteiger wurde in den Urlaub geschickt.

Für Manchester Uniteds Trainer Louis van Gaal dürfte die Luft nach der 1:2 (1:1)-Pleite beim FC Sunderland wieder dünner werden. Ohne den weiter verletzten Weltmeister Bastian Schweinsteiger zeigte sich der englische Rekordmeister am Samstag in einer desolaten Verfassung und kassierte bei den abstiegsbedrohten Black Cats eine hochverdiente Niederlage.

"Ich stehe jetzt nicht mehr unter Druck", sagte der niederländische Coach nach dem Abpfiff, "ich muss meine Arbeit machen und ich tue mein Bestes. Mehr kann ich nicht machen. Ich werde die Spieler zu 100 Prozent auf die Europa League am Donnerstag vorbereiten." Der derzeit vereinslose Trainer José Mourinho soll sich zuletzt bereits mit Uniteds Verantwortlichen getroffen haben, um über eine Zusammenarbeit ab der kommenden Saison zu verhandeln.

Bereits nach drei Minuten geriet van Gaals Mannschaft am Samstag in Rückstand. Ein weiter Freistoß von Wahbi Khazri landete am Ende im United-Tor. Die Gastgeber versäumten es in der Folgezeit, den zweiten Treffer zu erzielen und wurden dafür sechs Minuten vor der Pause bestraft. Einen Schuss von Juan Mata konnte Sunderland-Keeper Vito Mannone nur zur Seite abwehren. Den Abpraller lupfte Anthony Martial über den Torhüter ins lange Eck.

United bleibt vorerst auf Platz fünf

In der zweiten Halbzeit war Sunderland die deutlich tonangebende Mannschaft, doch für die Entscheidung sorgte ein United-Profi. Nach einer Ecke köpfte Lamine Kone auf das Tor der Red Devils, Schlussmann David de Gea lenkte den Ball ins eigene Netz ab. "Wir haben zu wenig Chancen entwickelt und waren nicht aggressiv genug", sagte Uniteds Kapitän Wayne Rooney. Seine Mannschaft bleibt mit 41 Punkten noch Fünfter, die Champions-League-Ränge geraten allerdings immer mehr außer Reichweite. "Es wird jetzt sehr schwer", gab Rooney zu. Zumal der Tabellensechste Southampton nur noch einen Punkt entfernt ist von United.

Der frühere Bundesligaprofi Jan Kirchhoff, erst im Winter vom FC Bayern nach Sunderland gewechselt, musste bereits nach 15 Minuten mit einer Verletzung den Platz verlassen. Nicht einmal auf der Tribüne war Schweinsteiger, den van Gaal in einen Kurz-Urlaub geschickt hat. Schweinsteiger hatte am 9. Januar im FA-Cup gegen Sheffield United (1:0) einen Innenband-Einriss im rechten Knie erlitten. Der 31-Jährige wird voraussichtlich bis Ende Februar ausfallen. Van Gaal begründete seine Maßnahme mit guten Erfahrungen in der Vergangenheit mit Spielern, die verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen.

Chelsea gewinnt 5:1

Der FC Chelsea dagegen scheint seine Krise langsam überwunden zu haben und rückt mit großen Schritten in die obere Tabellenhälfte. Der Titelverteidiger gewann ohne Probleme gegen Newcastle United mit 5:1 (3:0) und steht mit 33 Punkten auf Rang 12. Die Blues blieben damit auch im elften Pflichtspiel unter Trainer Guus Hiddink ungeschlagen. Diego Costa (5.), Pedro (9./59.), Willian (17.) und Bertrand Traore (83.) trafen für die Gastgeber. Andros Townsend erzielte kurz vor dem Abpfiff den Ehrentreffer für den Abstiegskandidaten aus Newcastle.

Der Ex-Leverkusener Philipp Wollscheid konnte mit Stoke City einen 3:1 (1:0)-Sieg bei AFC Bournemouth feiern. Der Innenverteidiger spielte 90 Minuten durch. Gianelli Imbula Wanga (9.), der Ex-Schalker Ibrahim Afellay (52.) und der Ex-Hoffenheimer Joselu (55.) trafen für Stoke. Matt Ritchie (57.) war für die Hausherren erfolgreich. Stoke verbesserte sich mit 36 Punkten auf Rang neun. Am in England bereits "Super Sunday" getauften Sonntag sind die Top vier der Premier League unter sich: Um 13 Uhr fordert zunächst der FC Arsenal (48 Punkte) mit dem formstarken Weltmeister Mesut Özil den Sensations-Spitzenreiter Leicester City (53) heraus. Anschließend (17.15 Uhr/beide Spiele live bei Sky) kämpfen Manchester City (47) und Tottenham Hotspur (48) im direkten Duell um wichtige Punkte für den Meistertitel.