Olympiasiegerin Britta Steffen spricht über ihre Goldrennen in Peking, die Querelen mit Adidas, ihre Australien-Pläne und warum sie beim Schwimm-Weltcup in Berlin fehlt.
sueddeutsche.de: Frau Steffen, Sie haben bei den Olympischen Spielen in Peking die einzigen Goldmedaillen für das deutsche Team in der Kernsportart Schwimmen geholt. Sie wurden als Retterin des deutschen Schwimmens gefeiert. Seitdem haben wir nicht viel von Ihnen gesehen.
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Der größte Moment: Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen bei der Siegerehrung in Peking. (© Foto: dpa)
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Britta Steffen: Nach den Spielen war ich zwei Wochen in Berlin, habe einige Empfänge erlebt und anschließend vier Wochen Urlaub gemacht in Mexiko und auf Usedom. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen und habe vor Peking ein Urlaubssemester genommen. Was ich da verpasst habe, versuche ich im nächsten halben Jahr wieder gutzumachen. Das richtige Training mit zwei Einheiten am Tag geht erst jetzt wieder los.
sueddeutsche.de: Bei den Mannschaftsmeisterschaften in Hannover und in Tuttlingen sind Sie schon geschwommen.
Steffen: Aber noch nicht wirklich gut. Deshalb habe ich mich gegen einen Start beim Weltcup in Berlin entschieden. Ich bin Olympiasiegerin und habe einen gewissen Anspruch an meine Leistung. Da will ich mich nicht mit den Besten der Welt messen, ohne ordentlich trainiert zu haben. Mein Ziel ist die WM-Qualifikation im Juni.
sueddeutsche.de: Es war mit dem DSV verabredet, dass sich die Schwimmer nach Olympia dem Studium widmen können?
Steffen: Ich für meinen Teil hatte das mit meinem Trainer und dem Sportdirektor so besprochen. Und ich wollte meinem Körper mal ein bisschen Ruhe geben. Aber spätestens ab Februar möchte ich mich wieder voll auf den Sport konzentrieren.
sueddeutsche.de: Bis auf Paul Biedermann und Helge Meeuws starten keine deutschen Eliteschwimmer in Berlin.
Steffen: In diesem Jahr liegt der Fokus für mich nicht auf dem Weltcup, in den vergangenen Jahren gab es deshalb auch keine Nachfragen.
sueddeutsche.de: Werden Sie in Berlin wenigstens in der Halle sein?
Steffen: Am Samstag habe ich Uni von zehn bis 18 Uhr und am Sonntag habe ich Geburtstag. In den letzten Jahren hatte ich nie Gelegenheit, meinen Geburtstag zu feiern. Jetzt werde ich ein Vierteljahrhundert alt und will das endlich im Kreis meiner Lieben nachholen.
sueddeutsche.de: Der DSV scheint ziemlich unter Druck zu stehen, dem Fernsehen und den Sponsoren etwas zu bieten.
Steffen: Der Verband will zeigen, dass es noch Leistungsträger gibt. Aber es war auch klar, dass viele Schwimmer nach Olympia pausieren werden.
sueddeutsche.de: Gab es vom DSV Versuche, Sie zu einem Start zu überreden?
Steffen: Ich wurde gefragt, ja. Da habe ich meine Position kundgetan. Das wurde akzeptiert.
sueddeutsche.de: Dem DSV droht der Absprung des Ausrüsters Adidas, mit dem es einen lukrativen Vertrag gibt. Während Olympia hagelte es Kritik am Adidas-Schwimmanzug, der im Vergleich zu den Modellen des Konkurrenten Speedo viele Nachteile gehabt haben soll.
Steffen: Ich war mit dem Anzug hundertprozentig zufrieden. Aber ich kann nicht beurteilen, wie sich andere Schwimmer darin fühlen. Sollte sich Adidas zurückziehen, könnte ich das verstehen. Denn diese negativen Aussagen über einen Sponsor gehören sich einfach nicht. Als Sponsor erwartet man Loyalität.
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Das Lieblingsthema der SZ wurde anscheinend bei diesem Interview ausgeblendet.
Die ansonst so kritischen Fragen in anderen Ausdauersportarten wurden hier ignoriert!!!!
Aber es stimmt ja auch, im Schwimmen gab es ja keine spektakulären Dopingfälle,
dass heißt sie sind "sauber". Doch die Schwimmer haben bestimmt bessere Medikamente,
oder wie kann man sich die alltäglichen Weltrekorde erklären!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!