Die nächste Wett-Affäre: In Italien ist der Präsident eines Fußballklubs verhaftet worden. Acht Spiele sollen manipuliert worden sein. Mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum hat dieser Fall aber wohl nichts zu tun.
Der Fußball-Wettskandal hat nun auch Italien erreicht. Die italienische Polizei nahm den Präsidenten des Fußballklubs Potenza SC, Giuseppe Postiglione, sowie acht weitere Personen am Montagmorgen fest. Einer der Inhaftierten soll nach Angaben italienischer Medien ein einschlägig bekannter Mafioso sein.
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Die Länder, die in den neuen Wettskandal involviert sind. (© Karte: SZ)
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Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen nach Behördenangaben Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Wettbetrug vor. Der Klub-Chef und seine Komplizen stehen unter dem Verdacht, das Zweitligaspiel zwischen Ravenna und Lecce (1:3) am 26. April 2008 manipuliert zu haben. Nach Angaben italienischer Medien soll Postiglione auf das Spiel gewettet und 86.000 Euro gewonnen haben. Im Visier der Ermittler seien außerdem weitere sieben Spiele der ersten Amateurliga in der vergangenen Spielzeit.
Insgesamt werde gegen rund 20 Personen ermittelt. Die Aktion wird in Potenza von Antimafia-Staatsanwalt Francesco Basentini geleitet. Nach Angaben hoher Polizeibeamter in der süditalienischen Stadt wird nicht nur wegen Wettbetrugs, sondern auch wegen anderer Straftaten gegen die Verdächtigten ermittelt.
Diese Fälle auf der Apenninenhalbinsel haben allerdings offenbar nichts mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum zu tun. Diese hatte am vergangenen Freitag den größten Wettskandal aller Zeiten in Europa öffentlich gemacht. Es geht um insgesamt 200 verdächtige Spiele in Europa, darunter auch 32 Begegnungen in Deutschland. Diese Partien fanden aber alle im Jahr 2009 statt.
Nach Berichten der Staatsanwalt sind in den neuen Wettskandal Klubs, Spieler und Trainer aus neun Ländern involviert: Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Türkei.
Nach dem Bekanntwerden des neuen Wettskandals wird der Europäische Fußballverband Uefa am Mittwoch ein Krisentreffen abhalten. Auch die Spitze des türkischen Verbandes TFF wird daran teilnehmen. "Vor dem Treffen kann der Verband keine Stellungnahme abgeben", sagte ein TFF-Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Istanbul.
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(sueddeutsche.de/sid/dpa/aum)
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Das ist ja wohl klar. Nach Italien traut sich die Balkanmafia nicht. Da gäbs Hiebe von der örtlichen Camorra, n'drageta, cosa nostra, Sacra Corona Unita und wie sie alle heissen.