Gladbach verliert gegen Florenz K.o. durch Kunstschuss

Gegen den italienischen Vertreter Florenz macht Gladbach vieles richtig, steht nach der Heimniederlage aber vor dem Europacup-Aus.

Klar besser und doch verloren: Borussia Mönchengladbach droht nach einer unnötigen Heimniederlage gegen den AC Florenz das Aus in der Europa League. Die Borussia verlor das Hinspiel der Zwischenrunde trotz bester Chancen 0:1 (0:1) und ging im sechsten Auftritt unter Trainer Dieter Hecking erstmals als Verlierer vom Platz. Zudem riss eine Serie von 22 Europacup-Heimspielen mit mindestens einem Torerfolg. Federico Bernardeschi (44.) stellte an seinem 23. Geburtstag mit einem kunstvollen Freistoß aus 23 Metern in den Winkel den Spielverlauf auf den Kopf. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag in der Toskana braucht Gladbach schon einen imposanten Auswärtssieg, um nicht nach 2013 und 2015 zum dritten Mal das Achtelfinale zu verpassen.

Die beste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga dominierte besonders vor der Pause das Geschehen, traf aber nur den Pfosten, zudem wurde der Borussia ein klarer Elfmeter verweigert. Nach dem Seitenwechsel drängte die nicht mehr ganz so frische Borussia auf den Ausgleich, bot dem Tabellenachten der Serie A aber bis in die Endphase einen offenen Schlagabtausch.

"Die Chancenverwertung war das Problem. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, hätten heute aber drei oder vier Tore schießen müssen", sagte Keeper Yann Sommer bei Sky und setzte kämpferisch nach: "Wir sind aber überzeugt, dass wir zwei Tore in Florenz schießen können." In Gldbach klappte das nicht. Nach schönem Zusammenspiel mit Thorgan Hazard vergab Patrick Herrmann aus kurzer Distanz (14.). Wenig später kochten die Gemüter hoch: Der flinke Herrmann hätte aus wenigen Metern nur einschieben müssen, wurde vor dem Abschluss aber von Olivera am Fuß getroffen (16.). Schiedsrichter Manzano verweigerte den fälligen Elfmeter - eine klare Fehlentscheidung. Bis zur Pause bestimmte die Hecking-Elf weiter klar das Geschehen. Doch Stindl (40.) vergab freistehend, Fabian Johnson traf nur den Pfosten (42.). Wenig später sorgte Bernardeschi mit seinem traumhaften Abschluss für die kalte Dusche - ein Schock, der bis weit in die zweite Halbzeit nachwirkte. "Noch rede ich nicht von einer Niederlage, das Ding ist noch nicht durch", sagte Hecking. "Wir brauchen im Rückspiel genau den Mut, den wir heute gezeigt haben. Vielleicht sind die Tore in Florenz ja ein bisschen größer."