Im Streit zwischen Theo Zwanziger und dem freien Journalisten Jens Weinreich hat der DFB eine einstweilige Verfügung kassiert. Zwanziger will nun klagen.
Es war Sommer, und es begann in einem Blog. Am 25. Juli beteiligte sich der freie Journalist Jens Weinreich im Online-Zirkel direkter-freistoss.de (Untertitel: "Blog für Kommunikationsherrschaft") an einer für das Internet typischen Debatte (Thema: Sportpolitik, Fußball, Funktionäre). Er schrieb dabei auch, dass Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), "ein unglaublicher Demagoge" sei.
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Fühlt sich ungerecht behandelt: Theo Zwanziger, DFB-Präsident (© Foto: ddp)
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Es kam der Herbst, und Zwanziger, 63, versuchte im September und Oktober Weinreich gerichtlich verbieten zu lassen, ihn als "Demagogen" zu bezeichnen - zweimal scheiterte er. Nun hat Weinreich, 43, beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den DFB erwirkt. Der mit mehr als sechs Millionen Mitgliedern größte Einzelsportverband der Welt hatte am 14.November eine Pressemitteilung veröffentlicht zum Fall Zwanziger/Weinreich, die Weinreich als wahrheitsbeugend und irreführend kritisierte.
Mit Datum vom 25. November wird dem DFB jetzt bei Androhung "eines festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro" untersagt zu verbreiten, Weinreich habe Zwanziger "ohne Anlass als unglaubwürdigen Demagogen" bezeichnet und er habe (hier) die "Grenzen der Meinungsfreiheit eindeutig überschritten". Außerdem habe es der DFB zu vermeiden, den Eindruck zu erwecken, Weinreich habe "zur Vermeidung einer von (...) Zwanziger angekündigten Klage auf Widerruf und Unterlassung über seinen Anwalt eine entschuldigende Erklärung abgeben lassen".
In einem Interview mit der SZ erklärte Zwanziger, warum ihn "Demagoge" so erregt hatte: "Mit Demagoge ist Volksverhetzer verbunden und damit auch eine Nähe zum Nationalsozialismus." Ein solcher Hintergrund im Zusammenhang mit Weinreichs Formulierung lässt sich aber tatsächlich eigentlich nicht erkennen.
Der DFB reagierte an diesem Mittwoch. Zwanziger werde gegen Weinreich Klage erheben: Im Hauptsacheverfahren müsse geklärt werden, "ob der Journalist im Rahmen der Presse- und Meinungsfreiheit einen berechtigten Grund hatte, Zwanziger als unglaublichen Demagogen zu diffamieren oder ob er damit die persönliche Ehre des DFB-Präsidenten verletzt hat".
Eine Frage des Rechts und wohl der Ehre ist es auch für Weinreich geworden. Es wird Winter.
(SZ vom 27.11.2008)
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alle demagogen sind also geistig in der nähe des nationalsozialismus anzusiedeln...mh aha herr zwanziger gut zu wissen....
wird es peinlich,was sich hr. dr. zwanziger erlaubt. erschwerend kommt hinzu, das sich der dfb hinter seine position stellt und das ganze gespickt mit halbwahrheiten....
sollte ein unabhängiges gericht (koblenz?) zu dem schluss kommen das der beklagte weinreich, sich völlig korrekt verhalten habe - davon kann man ausgehen - erwarte ich den sofortigen rücktritt diverser herren.....
ales andere wäre ein hohn gegenüber der demokratie und dem leitspruch des dfb "fairplay"
noch ein nachsatz:wo bleiben eigentlich die sportjournalisten aus dem print, fernsehen
usw. ??? sie, die sich doch gerne als aufklärer der nation darstellen (maier hat einen schnupfen etc.) ja wo bleiben die schleimer, haben sie angst das sie keine ehrenkarten mehr bekommen???
Wenn du schon zitierst bitte die Quelle allesaussersport.de mit angeben
warum herr 20iger so abgeht, läßt sich wohl nur mit seiner eitelkeit erklären. er hat iim kampf gegen den rassismus im fussball verdienste erworben, die für ihn sprechen. als jurist und ehmaliger verwaltungsrichter müsste er jedoch doch wissen, dass die meinungsfreiheit und das persönlichkeitsrecht zwei gleichrangige rechtsgüter sind, die im "öffentlichen Meinungskampf" voneinander abzuwägen sind. und er müsste auch wissen, je mehr öffentliche personen sich zu einem öffentlichen thema äußern, um so mehr hat das persönlichkeitsrecht zurückzustecken, solange nicht die grenze zu schmähkritik überschritten wird. warum ihm das keiner der vielen rechtsberater sagt, ist mir schleierhaft. herr 20iger hat verloren, er steht als heulsuse da und der eindruck, der größte sportverband will einen sportjournalisten klein halten, wird nicht mehr schwinden.
"Dass gerade der so beliebte (und im Vergleich zu seinem Vorgänger wirklich moderate, ja geradezu revolutionäre) Zwanziger diese Diffamierungskampagne anführt, könnte mehr Chancen auf Erfolg in der Öffentlichkeit bringen, als würde einer der bekannt korrupten oder ignoranten Granden der Sportfunktionärswelt diese Rolle einnehmen.
unschön."
Nach dieser Geschichte muss man leider konzidieren, dass Dr. 20er ebenfalls maßgeblicher Teil dieser korrupten, ignoranten Sportfunktionärswelt ist!
Paging