Darts in London Andersons großer Wurf

Neun Mal schickte er die Darts in einer perfekten Flugkurve ins Ziel: Gary Anderson.

(Foto: Mark Kerton/imago)

Bei der Weltmeisterschaft in London glänzt Titelverteidiger Gary Anderson auf dem Weg erneuten WM-Gewinn mit einer brillanten Serie.

Der Titelverteidiger hat seinen Titel verteidigt: Der Schotte Gary Anderson gewann die 23. Darts-Weltmeisterschaft des Verbands PDC in London. Im Finale setzte er sich am Sonntag mit 7:5 gegen den Engländer Adrian Lewis durch. Das Niveau war nicht so hoch wie erwartet, brillante Passagen wechselten mit ungewohnten Schwächen, beide Akteure ließen etliche Chancen ungenutzt - Lewis, der Weltmeister der Jahre 2011 und 2012, dürfte sich am meisten über jene beim Stand von 3:3 ärgern. Am Ende hatte der Engländer sogar einen höheren Punkte-Durchschnitt als der Sieger.

Insgesamt war Gary Anderson, der die Rekordsumme von 300 000 Pfund (etwa 400 000 Euro) erhält, freilich der verdiente Weltmeister - zumal ihm im Halbfinale der erste sogenannte "Neun-Darter" des Turniers gelungen war: Der Schotte erzielte 501 Punkte, die Darts-Spieler während eines Spielabschnitts erreichen müssen, mit neun Pfeilen, der kleinstmöglichen Zahl an Versuchen. Der 45-Jährige reihte zunächst zwei perfekte Wurfserien aneinander, drei Mal traf er die Dreifach-20, das acht Millimeter breite, am höchsten dotierte Feld im Darts, auch die nächsten drei Pfeile blieben im begehrten Feld haften, und dann: Dreifach-20, Dreifach-19, schließlich die Doppel-12, das perfekte Ende eines perfekten Spiels. Jelle Klaasen, Andersons Widersacher im Halbfinale, applaudiert höflich. "Während des Neun-Darters dachte ich: ,Diesmal verpasst du ihn nicht!'", sagte Anderson, der im Viertelfinale ein perfektes Spiel mit dem letzten Versuch vergeben hatte - und nun 15 000 Pfund (rund 20 000 Euro) zusätzlich kassiert. Zudem spendet der WM-Hauptsponsor für jeden Neun-Darter 9000 Pfund (12 000 Euro) an ein Kinderkrankenhaus in Stoke. Den ersten Neun-Darter in der Geschichte der WM hatte vor sieben Jahren der Niederländer Raymond van Barneveld geworfen.